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Donnerstag, 21. Mai 2015

Summer Camp - Bad Love



Und schon wieder neue Musik aus London. Nach fast zwei Jahren Pause meldet sich das Duo Summer Camp mit ihrem inzwischen dritten Album zurück. Schönste Lo-Fi Pop Klänge, die genauso an Synthie Pop der 80er Jahre wie an die Lo-Fi Gitarren der Küste Kaliforniens erinnern. Viel Zeit ist vergangen seit sich die Blogwelt das erste Mal auf die beiden stürzte, ihrem Stil sind sie treu geblieben.

Angefangen hat die Bandgeschichte von Summer Camp mit einigen Tracks auf einer Myspace Seite, auf der zu lesen war, dass es sich um eine schwedische Band handelt. Als der Schwindel trotz Babelfish-Übersetzung langsam aufflog und auch die musikversierte Internetgemeinde auf Summer Camp aufmerksam wurde, musste die Maskerade wohl oder übel angelegt werden. 2010 erschienen im Zuge eines Signings bei Moshi Moshi eine Single und eine EP. Das Debütalbum Welcome to Condale, in dem eine fiktive Stadt samt ihrer Bewohner und deren Beziehungen untereinander besungen werden, wurde von allen Seiten gespannt erwartent und wurde seinen Anforderungen mehr als gerecht. Es folgten intensives Touren und 2013 das Nachfolgewerk Summer Camp.



Ein wenig fühlt sich die Musik von Summer Camp tatsächlich an, als wären es die letzten Ausläufe des vergangenen Sommerlagers. Die ständige Auseinandersetzung mit der verflossenen und aktuellen Liebe, mit dem Verlassen der Kleinstadt, in der man groß geworden ist. Melachonie schwingt in  jeder Note die Elizabeth Sankey über die verrauschten Gitarrenanschläge ihres (Band-)Partners Jeremy Warmsley vorträgt. Gerade diese Gitarre verleiht der Musik von Summer Camp immer wieder das Gewand der gestrigen Tage und schafft es mühelos eine allgemeine Empathie hervorzurufen, egal ob man nun in den 80ern oder den Nullerjahren seine Jugend voll ausgekostet hat. Ein ständiger Begleiter sind die, sich sanft zurückhalten, Drumläufe, sowie Synthesizer- und Samplemelodien, die den schmachtenden, aber nie überladenen Eindruck der neuen Platte verstärken.

Insgesamt ist Summer Camp mit Bad Love ein überzeugenes Album gelungen, das einen in amerikanische Vorstädte versetzt, in denen man fahrradfahrend auf den leeren Straßen eines heißen Sommers, die letzten Stunden mit seiner Sommercampliebe verbringt. 

Bad Love erscheint am 22.05.2015

Freitag, 6. März 2015

Ghostpoet - Shedding Skin (Album Review)

Zugänglicher, mit einer Band eingespielter Alternative-Pop statt eigenbrötlerischer, von verschrobenen Synthieklängen getragener und immer wieder im Lo-Fi abrutschenden Hip-Hop. Grob umrissen, stellt dieser Satz die Philosophie hinter dem heute erscheinenden Album Shedding Skin dar.



Der in London wohnende Obaro Ejimiwe erregte erstmals 2011 Aufsehen, als sein Debütwerk Peanut Butter Blues & Melancholy Jam für den Mercury Preis nominiert wurde. Düstere Klänge, die aufgrund der beinahe schon gegen den Takt laufenden, sphärischen Noise-Beats nicht unbedingt das waren, was man in der von Popularmusik geprägten Hörerlandschaft als leicht zugänglich bezeichnen würde. Nichtsdestotrotz hatte Ghostpoet bereits mit diesem Album zu Recht eine treue Fangemeinschaft hinter sich versammelt.
Shedding Skin wirkt von vornherein deutlich aufgeräumter, klarer und hat eine Struktur, die auch Hörer, denen die ersten beiden Alben noch zu abstrakt wirkten, sofort mit einbezieht und an den Geschichten und kleinen Dramen, die in den einzelnen Songs erzählt werden, teilhaben lässt.
Obaro versteht es wie kein Zweiter, sich mit seinem aktuellen Werk am eigenen Schopf auf dem trippigen, von Click-Sounds durchzogenen und selbstkonstruierten Untergrundmorast zu ziehen und ohne Identitätsverlust daraus hervorzugehen. Weiterhin betont düster, tragisch der Melancholie verfallen, klingen sowohl seine Texte, als auch die neuerschaffene Klangkulisse. Es ist die schöne Art der Melancholie, die einem immer wieder daran erinnert, dass egal wie schön und grausam es ist sich im Weltschmerz zu wälzen, am Ende immer noch der eigene Wille weiterzumachen steht. Ein wirklich hörenswertes Album und eine schöne Entwicklung, die Ghostpoet in seinen bisher drei LPs vollzogen hat.
 

Donnerstag, 19. Februar 2015

José Gonzaléz - Vestiges & Claws (Album Review)


José Gonzaléz hat es mir diesmal nicht leicht gemacht. Eigentlich bin ich nämlich ein riesen Fan seiner Kunst. Nicht nur mit seiner Band Junip die er jetzt, leider Gottes, schon seit einiger Zeit auf Eis gelegt hat, sondern auch als Solokünstler zeigt José Gonzaléz wie richtiger Gitarren-Folk zu klingen hat. Ja und morgen erscheint nun sein neues Album Vestiges & Claws und ich stehe vor einer wirklich harten Entscheidung.

Nun erst mal zu den Hardfacts: Vestiges & Claws ist das dritte Solo-Album des schwedischen Künstlers. Sein letztes Album liegt schon ganze 6 Jahre zurück und spätestens seit dem Film The Secret Live Of Walter Mitty von und mit Ben Stiller, zu dem er den Soundtrack beisteuerte, ist seine Musik weltbekannt.


Ja und auch auf seinem neuen Album gibt er wieder wundervoll verträumten Folk von sich. Doch warum gefällt mir das Album dann nicht? Viele von euch werden dieses Argument zwar nicht verstehen können aber das, was mich an Vestiges & Claws so nervt ist, dass es genauso klingt wie seine vorherigen Alben. Und damit meine ich nicht, dass der Klang ähnlich ist, nein es klingt einfach haargenau gleich. Und nicht nur die Alben ähneln sich. Auch die Songs auf dem Album klingen verdammt ähnlich. Wenn man die Lieder alleine hören würde, würde einem dieses Problem gar nicht auffallen, doch hört man sie am Stück an, könnte man ohne Übergangspause nicht erkennen, wo das eine Lied aufhört und das andere anfängt. Und wer möchte schon das immer Gleiche rauf und runter spielen. Schon Phil Connors aus Und täglich grüßt das Murmeltier ist das irgendwann zu viel geworden.  In den 8 Jahren die José Gonzaléz jetzt Musik macht, muss er sich doch irgendwie gewandelt haben. Ein Musiker vollführt doch eine Entwicklung, oder sehe ich das falsch? Man nehme mal als Beispiel Bob Dylan. Der hat von Folk, Blues, Psychedelic und christlichem Geschnulze schon alles gespielt.
José Gonzaléz geht hier keinerlei Risiken ein und stützt sich auf Altbewährtes, damit verkauft er vielleicht viele Platten, doch musikalisch kann mich dies nicht überzeugen. Zwar könnte man auch dagegen argumentieren, dass alle wild aufgeschrien hätten, wenn José Gonzaléz auf einmal Electro-Pop machen würde, doch währen hier und da eine ein paar Spielereien sicher nicht verkehrt gewesen.




Am Ende lässt mich Vestiges & Claws mit einem faulen Geschmack im Mund zurück. Eigentlich ist es ein wundervolles Album mit wundervoller Musik. Doch hätte ich mir von einem Mastermind wie José Gonzaléz doch um einiges mehr erwartet. Wer aber genau den alten José Gonzaléz haben will, den wir nun schon seit 3 Alben hören, der darf getrost zugreifen und diese Rezension in die Tonne schmeißen.


Mittwoch, 21. Januar 2015

Diagrams - Chromatics (Album Review)



Als 2012 das Debütalbum von Diagrams, Black Light, erschien, waren Vergleiche zu Metronomy und Hot Chip nicht fern. Funky Synthi-Beats und ein insgesamt nach Vorne gerichteter Sound begeistern auch noch fast 3 Jahre nach Erscheinen. Als Sam Genders, der Kopf hinter Diagrams das neue Album Chromatics ankündigte, war die Hoffnung groß auf eine Platte im ähnlichen Stil wie das Erstlingswerk. Leider war dem nicht so. Geprägt wird Chromatics durch den Umzug Genders von London nach Sheffield, der für den Künstler nicht nur eine neue Wohnumgebung, inklusive neuem Heimstudio, sondern auch einen neuen Freundeskreis mit sich bringt. Diese Beziehungen waren für Genders besonders wichtig und so beschreibt er Chromatics mit den Worten:

" ... in my head Chromatics is life in Technicolor; with all its ups and downs"

Das morgen erscheinende Album klingt deutlich sanfter als der Vorgänger und der Zuhörer wird eingelullt in sanfte Folktronic Sounds. Hier und da finden sich auch auf dem neuen Werk Beatlines, die einen mitreißen, doch sind diese diesmal deutlich spärlicher gesät. Chromatics lädt zum relaxen auf der Couch ein und ist dafür auch genau das richtige. Wer allerdings auf ein Klangerlebnis nach Black Light hofft, für den ist das neue Album eine Enttäuschung.

Wer sich die neuen Songs einmal live zu Gemüte führen möchte kann dies in Berlin und Hamburg tun.
13.02.2015 - Comet Club (Berlin)
14.02.2015 - Molotow (Hamburg)

Donnerstag, 15. Januar 2015

Kormac - Doorstep (Album Review)

Zwischen Bergen von Platten und CDs steht er verborgen. Als großem Musikliebhaber reichte Kormac das reine Hören seiner Lieblingsplatten nicht mehr aus. Er fing an zu samplen was das Zeug hält und aus den Bruchstücken vergangener Klassiker neue Hits zu basteln. Das nicht nur er mit seinen Kreationen zufrieden war, bewiesen Support Touren für The Flaming Lips und Portishead. Soweit die Ultrakurzfassung des Werdegangs des Produzenten aus Dublin.


Nachdem die Samplematerialien aufgebraucht waren, begann Kormac damit sich Sounds selbst aufzunehmen. Unterstützt wird er dabei von Bigband, Schlagzeuger, Bassisten und Sängern.
Diese Vielfalt zeigt sich deutlich auf dem morgen erscheinenden Album Doorstep.
Songs die wie Another Screen mit einem sich wiederholenden Gitarrenriff im Hintergrund und einem gesprochenen Vocals an Folk/Blues angrenzen werden aufgebrochen durch Melodien, die eher dem Mittelmeerraum zuzuorden sind.
Andere Lieder, wie zum Beispiel White Noise mit Speech Debelle, sind ganz klar dem Hip-Hop zuzuordnen. Die Instrumental Hip-Hop Elemente die sich im Beat des Liedes niederschlagen, werden auch an anderen Stellen im Album wieder aufgegriffen.
Und dann sind da wieder Songs wie Drown Me, dem die Sängerin Vyvienne Long, ebenfalls Irin, ihre Stimme leiht, die als Dreampop Stück anfangen und sich zum Hauptteil zu beinahe hymnischen Synthesizer-Kreationen auftürmen.


Insgesamt muss gesagt werden, nicht jedes Lied auf dem Album eignet sich für den Shufflemodus auf dem heimischen MP3-Player, aber gerade Songs wie White Noise sollte man sich nicht entgehen lassen.
Das Album zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus und man merkt deutlich die Liebe zum Basteln mit Sounds und der damit verbundenen Vergangenheit von Kormac.

Mittwoch, 26. November 2014

This Void im Molotow


Spätestens seit ihre Lieder bei 917xFM im Radio zu hören sind und sie Finalisten des diesjährigen New Music Award waren, sind This Void eine Band, die ihren Platz in der Hamburger-Indie-Newcomer Szene gefunden haben. Dabei stammen die fünf Jungs noch nicht mal aus der Hansestadt, sondern aus Jever. Funfact hierzu: Jever wird nicht wie die meisten denken mit einem W ausgesprochen also Jewer, sondern mit einem scharfen V!
Wir haben die, im optischen Sinne jetzt schon, musikalischen Größen (Der Kleinste der Runde ist 1,90Meter groß) im Molotow gesehen und ein bisschen mit der Band geplaudert. Unsere Impressionen folgen jetzt auf schnellem Fuße.
This Void befinden sich, obwohl sie schon seit 2010 Musik machen und mit Crystals schon ihr zweites Album abgelegt haben, gerade mitten im Beginn ihrer musikalischen Karriere. Mit  der Unterzeichnung bei dem Hamburger Label DevilDuck Records wurde der erste Schritt Richtung Professionalität getan und mit dem Auftritt beim Daughterville 2014 konnte der erste Auftritt als Headliner verbucht werden.
Auch beim diesjährigen New Music Award haben sie wie oben schon gesagt, teilgenommen und es bis ins Finale geschafft. Gerade dort ist aufgefallen, wie sich die Musiklandschaft doch in den letzten Monaten/ Jahren geändert hat. This Void waren mit ihrem englischsprachigen Indiepop ein wahrer Paradiesvogel auf dem NMA 2014. Außer ihnen gab es mit PewPew nur eine weitere Band die auf Englisch gesungen hat. Daniel, Frontmann und Sänger von This Void sagt dazu:

„Das ist schon abgefahren. Allerdings beobachtet man diese Entwicklung schon länger, dass deutschsprachige Musik immer populärer wird. Außerdem wird der NMA ja auch von Radiosendern gefördert, welche natürlich auch die deutschsprachige Musik fördern“


Doch kommen wir nun zum eigentlich Wichtigen, zu This Voids Konzert und ihrer Musik. This Void machen gut verdaulichen Indiepop, der butterweich die Kehle runtergeht.  Dies ist Kompliment und Kritik zu gleich, zwar sind ihre Songs wirklich wunderbar melodisch und schön zu hören aber auf der anderen Seite auch gleichzeitig, ganz einfach gesagt, langweilig. Höhepunkte finden sich auf ihrem Album Crystals eher selten und außer Them Guns (Weit weg von uns) hat kein Song ein wirkliches Hitpotenzial. Die Songs sind zwar eingängig und des Öfteren erwischt man sich wie der Fuß mitgeht, doch fehlt die Überraschung, der Wow-Effekt.
Doch ein paar Wow-Effekte gab es auf ihrem Konzert dann trotzdem. Diese hier schnell einmal aufgelistet.

Wow-Effekt Nr. 1: Der Sänger der Vorband Bergfilm sieht haargenau so aus wie Joko und spricht auch so
Wow-Effekt Nr.2: Die Stimme vom This Void-Sänger Daniel klingt wirklich genau wie auf der CD.
Wow-Effekt Nr.3: Der Bassist hat es ganz schön drauf.
Wow-Effekt Nr.4: Trotz unserer jungen Jahre sind wir mit die ältesten auf diesem Konzert.


Letztendlich lässt sich feststellen, dass This Void zwar nicht zur Avantgarde der Indie-Musiker gehört, das aber auch gar nicht sein wollen. Sie wollen keine musikalischen Grenzen überwinden oder neue musikalische Felder entdecken. This Void ist wie eine dieser Hollywood-Liebeskomödien. Sie greifen auf simple weise unsere Rezeptoren an und lassen einem am Ende doch dabei erwischen, wie man mit einem Lächeln und gläsernen Augen vor dem Fernseher sitzt und sich freut, dass sie sich doch nicht für das Arschloch, sondern für den süßen Außenseiter entschieden hat.

Am Ende zeigt sich nämlich mal wieder, dass wir Menschen doch ziemlich leicht zu beeinflussen sind

Dienstag, 11. November 2014

Buttering Trio - Jam

Es ist Samstag Nachmittag und der letzte Tag des Reeperbahn Festivals. Auf einer der künstlerisch angehauchten Metallbänke vor dem Onyx Hotel sitzen die drei von Buttering Trio umringt von ihren Instrumenten. Wir werden mit einem freundlichen Lächeln und einem Stück getrockneten Ingwer begrüßt.
Während wir Zeuge einer Show werden, die für einen Auftritt in einer Hotellobby ungewöhnlich viel tanzbare Energie versprüht, wird uns klar, dass wir wahrscheinlich ordentlich was Verpasst haben, als wir es nicht zum Auftritt am Vorabend geschafft haben. Die Songs der Show entstammen der 2014 in Deutschland erschienenen Platte Toast des Trios.


Obwohl in Tel Aviv aufgewachsen, fand die Band in der aktuellen Form in Berlin zusammen und verbrachte dort so manche schlaflose  Nacht im Proberaum. Das sei auch wichtig, sagt die Band. Ideen finden sie durchs drauf los spielen, Probieren und Jammen. Hierbei sei es erstmal egal ob alleine oder im Team. Beides gibt den Multi-Band-Musikern Inspiration auf ein ganz eigene Art. Die Musikszene in Tel Aviv ist klein und so spielen alle drei neben dem Buttering Trio noch in anderen Bands und haben ihre jeweiligen Soloprojekte. Echte Vollblutmusiker eben. Und genau daher hat die Gruppe solch einen kontinuierlichen Drang nach vorne, der sich aktuell in ihr neustes Album Jam entlädt, das hierzulande am Freitag über das Label Raw Tapes erscheint.


Während der Experimentalismus auf dem Debüt noch an jeder Ecke, in jeder Note spürbar war und sich das Werk somit selbst etwas in einen Randbereich der Hörerschaft gedrängt hat, scheint es den Talenten aus Tel Aviv dieses Mal gelungen zu sein, eine Mischung zu finden, die sich auch abseits der etwas skurielen Nische des ersten Albums etablieren kann. Stringent und entspannten, mit hörbar viel Liebe zum Detail gebastelten Trip-Hop- Beats folgend, hangeln sich auch dieses Mal Klänge aus der Heimat des Trios zwischen westlich geprägte Drumpatterns entlang. Unüberhörbar bleiben jedoch und zum Glück, die Einflüsse des Nu-Jazz und des instrumentalen Hip-Hops. Neben den sanft einsetzenden Saxofonläufen gewinnen die Sonsgs nicht nur durch den träumerischen Gesang von Karen Dun, sondern vor Allem durch die vielschichtigen Synthesizerstrukturen, die auf Jam deutlicher ins Gewicht fallen, als noch auf Toast.
Das Album wirkt als Gesamtkonzept schlüssig und hinterlässt einen mit dem Gefühl aus einem unwirklichen Traum zu erwachen.

Die drei Vollzeitkreativen haben verraten, dass schon an neuen Klangkreationen gearbeitet wird, damit die Medienmaschinerie bloß nicht ins stocken gerät. Ab Freitag könnt ihr aber erst einmal mit Jam vorlieb nehmen und auf den nächsten Brotaufstrich warten.

Donnerstag, 21. August 2014

Basement Jaxx - Junto (Album Review)

Die Basement Jaxx sind wieder da. Morgen erscheint über das Label [PIAS] das nun siebte Studioalbum der beiden Jungs aus England und wir haben schon mal reingehört.



Die Single Never say Never vor wenigen Tagen hat schon einen kleinen Vorgschmack geliefert auf das neueste Werk namens Junto. Dieser Song, zusammen mit dem großartig skurrilem Video haben nicht zu viel versprochen.  Gewohnt tanzbar auf Dancefloor orientiert zeigt sich auch dieses Album. Doch es wird auch mal wieder klar, dass die Konstanz des Duos eher die konzeptionelle Veränderung ist. So ist das aktuelle Werk im Durschnitt deutlich progressiver als der Vorgänger und erinnert eher an das erste Album, das schon im Jahr 1999 erschien.
Die Tracks werden dominiert von Pop-House Beats, doch zeigen sich sofort als filigran und mit Liebe fürs Detail aufgebaute Tanzmusik, die sowohl den Ansprüchen des stumpf Feierwütigen, sowie denen des selbst ernannten Musikkritikers gerecht wird.
Neben Songs wie Never say Never, die sich klar den Elementen des europäischen und amerikanischen House bedienen, finden sich auch Einschläge aus der Karibik und des Latins in den Tracks auf dem Album.
Dieses Album wird mit jedem Mal hören besser und es tuen sich immer neue Schichten in den Songs auf die aufs neue begeistern und mitreißen. Die Platte bleibt wohl noch auf ein paar Runden auf meinem Spieler liegen.


Freitag, 11. Juli 2014

Jungle - Jungle (Album Review)

Heute ist es endlich so weit. Nach langem warten und vier großartigen Singles, erscheint heute das Debüt Album des britischen Soul Kollektivs Jungle. Das Album trägt den selben Namen wie die Gruppe, die sich um die beiden Musiker und FreundeJ und T gebildet hat und beinhaltet 12 Tracks.
Soviel erstmal zu den Fakten, aber wie hört es sich an? Die Musik von Jungle ist eine lebendige Mischung aus UK-Soul und den elektronischen Klangelementen, die einem zum Beispiel beim aktuellen Tricky Album, False Idols, auffallen. Anders als bei Tricky ist die Musik allerdings sehr viel tanzbarer und Funkelemente überwiegen.



Schon die ausgekoppelten Singles haben erahnen lassen, was das Album letztlich nur bestätigt. Jungle beweisen mit ihrem Debüt Album welche Nuancen in ihrem Genre möglich sind und beweisen mit an IDM erinnernden Beatlines, wie z. B in Drops, ihr Gespür für Rhythmus und Takt. Auf der anderen Seite zaubern einem Tracks wie Crumbler ein Lächeln aufs Gesicht und ziehen Bezüge zu Motown und dem Soul der 60er Jahre.
Das Album findet ihr ab heute in den Läden und auf Spotify

Donnerstag, 3. Juli 2014

The Acid Konzert Review

Besser spät als nie und besser The Acid als das meiste andere. Das war ein Konzert der Extraklasse, das man letzten Monat im Übel und Gefährlich erleben konnte. Aber von Anfang an.

Das Turmzimmer im Bunker wirkt dunkel wie eh und je, doch irgendwas ist anders. Auf der Leinwand kann man White Noise in Bildform betrachten unterbrochen von Aufnahmen der Zellteilung die an eine Mischung aus den alten VHS Bändern der Bio-Schulfilme und einer Kunstinstallation wirken. Tatsächlich ist es wohl eher zweiteres. Die ganze Szene ist untermalt von eben so weißen Rauschen in Tonform.
Am Merchstand begrüßt uns ein freundlicher, aber zugleich unglaublich eigener Österreicher, der später von der Band als ihr Künstlerfreund Coco vorgestellt wird. Schon wieder dieses Wort "Kunst". Auch Coco erzählt, in einem Dialekt der sofort an einen Modezar denken lässt, dass hier so ziemlich alles Konzept hat. Von den T-Shirts die es nur in L und XL gibt ("weil es einfach lässig sitzen muss und garantiert euer Favorite Summer Shirt wird") über die Kunstdrucke die anstatt von Postern verkauft werden ("das ist groß, die könnte man auch locker für 100€ das Stück verkaufen") bis zu den Visiual und natürlich der Musik selbst. Anfangs fand ich das alles etwas überheblich, doch nach einem Gespräch mit dem Österreicher geht die Idee langsam auf und ich komme mit dem Konzept immer besser klar.




Das weiße Rauschen wird durch Vogelzwitschern abgelöst, doch es braucht weitere 20 Minuten des gebannten auf die Leinwand Starrens bis die vier Livemitglieder von The Acid die Bühne betreten. Die Musik war wie sich jeder der die Band kennt sicher gut vorstellen kann einfach genial. Mit Timing und Akkuranz in jedem Clap und jedem der mit Schwung und Konzentration in jedem Live vorgetragenem Gitarren Anschlag, dem über die großen Boxen einfach drückend, aber doch klar definierten Bass Sounds. Es hat einfach alles gepasst. Lieder aus der The Acid EP und aus dem morgen erscheinenden Album Liminal, gepaart mit aufwendig gestalteten Visiuals, die auf die Musik abgepasst waren und auf selbige reagierten.

Falls ihr also noch irgendwie die Gelegenheit bekommen solltet The Acid Live zu sehen, geht da hin!!! Wirklich!!!

Achso, das T-Shirt ist jetzt wirklich mein Favorite Summer Shirt und hier sind noch ein paar Bilder


 





Donnerstag, 13. Februar 2014

Rezension: So Long, See You Tomorrow von Bombay Bicycle Club

Ungefähr eine Woche ist es nun her, seitdem das neue von Album von Bombay Bicycle Club, So Long, See You Tomorrow bei uns in Deutschland erhältlich ist und wir waren von Anfang an mehr als angetan von diesem kleinen Meisterwerk. Da wir so begeistert sind, wollten wir unser Glück natürlich auch gleich mit euch teilen.  Doch was zu Beginn eine wundervolle Idee war, entwickelt sich nun zu einer Aufgabe, die ich kaum erfüllen kann.
Wie soll man nur eine Rezension schreiben, die der Qualität dieses Longplayers gerecht wird, oder eher gesagt:  wie soll ich eine Rezension schreiben, die der Qualität des Albums gerecht wird? Es gibt so vieles an diesem Album, was es wert ist vorgestellt zu werden, doch gleichzeitig ist es das Album an sich, welches mich so sprachlos macht.
Das besondere an diesem Album  ist, dass es Gefühle weckt und Gefühle, da werden mir die Literaten unter euch zustimmen, sind einfach unglaublich schwer zu beschreiben.  Diese zehn Lieder machen einfach glücklich und das liegt nicht etwa an den Gitarrenriffs, dem Gesang oder den Drums, nein es liegt einfach an der perfekten Symbiose aus all diesen Bauteilen aus der Musik besteht.
Fazit:
Wer aus meiner Schwärmerei noch nicht ganz schlau geworden ist, für den fasse ich meine Meinung nochmal in zwei knappen Sätzen zusammen:
Nachdem Bombay Bicycle Club mit ihren letzten beiden Alben Flaws und A Different Kind Of Fix meiner Meinung nach nicht an die Qualität ihres Erstlingswerks I Had The Blues, But I Shock Them Loose (welches dem jetzigen Album in der Qualität in nichts nachsteht) heranreichen konnten, haben sie jetzt mal wieder bewiesen, dass sie anderen Indie-Bands um Längen voraus sind und heutzutage zu einer der besten Indie-Bands der Welt gehören.
So Long, See You Tomorrow ist jetzt schon eines der besten Alben des Jahres und bekommt meine ungehinderte Kaufempfehlung!
Meine Lieblingstracks:
Carry Me, Luna, Feel und eigentlich auch alle anderen.

Donnerstag, 29. November 2012

I like "Kettcar"

 

Eine halbwegs volle Rote Flora, sozialkritische Parolen an den Wänden und dann der erste Satz, “Wir sind Kettcar. Deiche brechen richtig oder Eben nicht”. Ein Auftritt beginnt, der von Anfang an begeistern sollte.
Wir hatten es voller erwartet und den Tag eigentlich schon abgeschrieben, doch als wir am Eingang ankamen, war die Flora wirklich nur angenehm gefüllt. Kein gepresst in der Masse stehen und sich wünschen, gerade ganz wo anders zu sein.
5€ Eintritt. Das ist ja nichts für Kettcar und dann auch noch für den guten Zweck. Ein Teil der Einnahmen geht an soziale und antirassistische Projekte in Griechenland, der Rest geht der Initiative “Flora bleibt unverträglich”.
Rein und erstmal ein Bier holen. Im Hintergrund spielt der letzte Song der zweiten, heute auftretenden Band Jukebox the Ghost“ und neben uns steht der Sänger von Kettcar.
Das Konzert beginnt, der Sound überzeugt und das Publikum hat Bock. Kein Ausrasten, aber man sieht in beinahe jedem Gesicht den Ausdruck von Glück, den man hat, wenn man eine richtig gute Band sieht.
In gewohnter Kettcar Manier kündigt Marcus Wiebusch die Songs mit Anekdoten an, die bei Zeiten zu Parodien seiner Mutter oder zum Appell an alle unter dreizig Jährigen werden.
Das Zeitgefühl ist leicht verwischt. Ich habe keine Ahnung wie lang das Konzert wirklich war, aber nach etwas mehr als einer gefühlten Stunde verlassen Kettcar zum ersten Mal die Bühne. Das Publikum fordert eine Zugabe und wird nicht enttäuscht. Es werden zwei weitere Songs werden zum Besten gegeben und die Band geht erneut von der Bühne.
Einige verlassen bereits den Saal und es wird deutlich leerer, doch nach wiederholten Zugabe-Rufen, treten Marcus und Lars (Keyboard) wieder vor die Menge.
Das nächste Lied heißt Balu und es ist nicht das beschissene Liebeslied für das es manche halten“