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Donnerstag, 20. August 2015

Nod One's Head - Grime meets R&B meets Berlin

Nur noch ein Mal duschen, dann ist Glitzer und Musik und MS Dockville. Wir machen die Vorstellrunde komplett und bleiben in Nordeuropa, sogar in Deutschland. Für das, was Duo Nod One's Head musikalisch veranstalten, wirkt allerdings selbst ihre aktuelle Heimat Berlin zu deutsch. Ihr Sound ist eine Mischung aus Grime, R&B und House Elementen und lässt sich ganz klar in Richtung UK verorten.



Nachdem 2012 ihre Single Up ordentlich für Aufsehen sorgte, mussten sich Fans lange mit EPs, Remixen und weiteren Singles begnügen. Das Album Release wurde nach hinten verschoben, doch vor zwei Wochen hatte das Warten endlich ein Ende und es hat sich gelohnt. Auf Lava zeigen Nod One's Head ihr ganzes Können und haben so einige Perlen mit dabei. Immer wieder lassen sich nicht nur in den sehr britischen Beats Bezüge zum Grime erkennen. Gastrapper wie Ironik und Scorcher unterstützen Sängerin Lotte stimmgewaltig und wortgewandt. Es bleibt nicht bei einer Anspielung auf die Insel, auch die Einflüsse eines innovativen, neuen R&Bs, der von England ausgeht und von Musikern wie FKA twigs getragen international großen Anklang findet, sind in den Songs von Nod One's Head zu erkennen.



Tiefe, wabernde Basslines, flächige Synthieinsätze und die mal rauchige, mal klare Stimme von Lotte sorgen in Verbindung mit den taktgebenden Mitten der Beats für ein unfassbar voll klingendes Soundscape. Nod One's Head spielen ebenfalls am Sonntag um 16.20 im Maschinenraum.

Montag, 8. Dezember 2014

Kate Tempest im Molotow

Vor zwei Wochen stand die gebürtige Londonerin Kate Esther Calvert (Kate Tampest) vor einem ausverkauftem Molotow auf der Bühne. Wir waren dabei und haben ordentlich im Takt mitgewippt. Kate Tempest ist eine der Rapperinnen mit einem literarischem Hintergrund, der sich sowohl in der lyrischen Vielfalt ihrer Songs, als auch in den Spoken Word Texten niederschlägt, in die ihre Lieder immer wieder abrutschen.


Ein volles, haupsächlich mit Endzwanzigern gefülltes Molotow wartet gemeinsam auf den Beginn einer Show, die für mich das beste Konzert seit dem Auftritt von The Acid im Übel & Gefährlich werden sollte. Immer wieder klingen die warteschleifengleichen Hip-Hop Tracks in spannungserzeugende Fades ab und nach einer gefühlt viel zu langen Zeit betritt endlich die Band hinter dem Projekt Kate Tempest die Bühne vor dem wartenden Publikum. Zwei Schlagzeuger, eine Keyboarderin und eine Backgroundsängerin mit pinker Parücke. Die ersten Takte von Marshall Law verlassen die Verstärker der Instrumente und umgeben die Angereisten in einer Wolke aus Bass- und Synthieklängen. Kate zieht nach und steht auf der Bühne, doch anstatt auf den Beat zu rappen, bricht dieser ab und ihre Stimme ist auf einmal ganz allein. Gesprochen leiten die ersten Zeilen eine Show ein, die wie auf dem Album Everybody Down die Geschichte von Becky erzählt, die neben Harry und Pete zu lebendig beschriebenen und vielschichtig aufgebauten Charakteren werden.
Die Show nimmt ihren Lauf und die 5 auf der Bühne haben mindestens so viel Spaß wie alle davor - ein Dauergrinsen hat sich trotz der eigentlich sehr düsteren Texte auf die Gesichter der meisten gebrannt. Mehrmals versichert Kate wie viel es ihr bedeutet, dass sie ihre Texte vor einem Publikum vortragen kann und sie sich immer wieder sagen muss wie verrückt das alles ist.



Noch während alle im Rausch des Beats mit den Geräuschen aus den Boxen wanken bricht das Ende der Show an und Kate beginnt eine Ansprache über die Menschlichkeit. Obwohl die Worte nur so von Pathos triefen hören alle gebannt zu, als sie verkündet, dass wenn doch nur jeder die Anderen als ebenbürtige Menschen betrachten würde, vielleicht doch noch nicht alles verloren ist. Bezüge zu ihren Texten sind zu erkennen, denn auch ihr aktuelles Album behandelt die Angründe der menschlichen Seele, doch erhellt auch durch die Vorstellung, dass es vielleicht doch noch Auswege gibt.


Das letzte Lied verklingt und die Leute hängen immer noch gebannt von der vorangegangenen Ansage etwas hinterher. Langsam erwachen alle wieder und befinden sich wieder in der wohligen Leere, die nach solchen Konzerten des öfteren auftritt. Und gerade als alle wieder komplett angekommen sind betritt Kate alleine die Bühne und fragt, ob wir lieber ein neues Gedicht oder ein altes, lange nicht mehr vorgetragenes hören möchten. Die Entscheidung fällt schnell auf den alten Text. Das Publikum verstummt, als sie mit einer Stimme, gefühlt nur zwei Silben vom Versagen etfernt anfängt The Relegates vorzutragen. Alle Augen sind auf sie gerichtet und so endet ein Konzert, das einen in eine Welt des Londoner Abschaums und Unterschicht entführt, einen zu zwielichten Koksgeschäften, Sexarbeitern und zerütteten Familien begleitet.

Freitag, 11. Juli 2014

Jungle - Jungle (Album Review)

Heute ist es endlich so weit. Nach langem warten und vier großartigen Singles, erscheint heute das Debüt Album des britischen Soul Kollektivs Jungle. Das Album trägt den selben Namen wie die Gruppe, die sich um die beiden Musiker und FreundeJ und T gebildet hat und beinhaltet 12 Tracks.
Soviel erstmal zu den Fakten, aber wie hört es sich an? Die Musik von Jungle ist eine lebendige Mischung aus UK-Soul und den elektronischen Klangelementen, die einem zum Beispiel beim aktuellen Tricky Album, False Idols, auffallen. Anders als bei Tricky ist die Musik allerdings sehr viel tanzbarer und Funkelemente überwiegen.



Schon die ausgekoppelten Singles haben erahnen lassen, was das Album letztlich nur bestätigt. Jungle beweisen mit ihrem Debüt Album welche Nuancen in ihrem Genre möglich sind und beweisen mit an IDM erinnernden Beatlines, wie z. B in Drops, ihr Gespür für Rhythmus und Takt. Auf der anderen Seite zaubern einem Tracks wie Crumbler ein Lächeln aufs Gesicht und ziehen Bezüge zu Motown und dem Soul der 60er Jahre.
Das Album findet ihr ab heute in den Läden und auf Spotify