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Donnerstag, 27. August 2015

MS Dockville 2015 - Der Nachbericht

Einen Nachbericht zu einem Festival zu schreiben ist immereine schmerzliche Angelegenheit. Der Alltag hat einen wieder eingeholt und manmöchte sich am liebsten gar nicht daran erinnern, wie schön doch die letzten Tage waren. Beim diesjährigen MS Dockville Festival fällt mir dies besonders schwer. Dieses Jahr hat wirklich vieles zusammengepasst. Line-Up, Organisation und Wetter haben perfekt zusammengespielt und so ein wirklich einzigartiges Festivalereignis geliefert. Für alle, die mit uns in Erinnerung schwelgen wollen, oder dieses Jahr leider nicht dabei sein konnten, folgt nun unser Nachbericht.

Freitag:

Das MS Dockville startete dieses Jahr für uns um 15:20 beim Vorschot mit Golf. Die junge, vierköpfige Band haben wir euch schon häufiger auf unserem Blog vorgestellt und nun konnten wir sie endlich auch einmal Live sehen. Der Auftritt bestätigte uns noch einmal, dass wir es hier mit einem der spannendsten deutschen Indie-Newcomer zu tun haben. Wir freuen uns schon auf das erste Album der Kölner. Einen Releasetermin gibt es leider noch nicht. Allzu lange sollte Golf allerdings nicht mehr warten, befindet sich deutschsprachige Musik doch momentan auf einem populären Höhepunkt. Besonders die leichte Ähnlichkeitzu Bilderbuch könnte den Musikern jetzt einen ordentlichen Schub verleihen.


Nach Golf ging es dann gleich rüber zur Hauptbühne zu Darwin Deez und seiner Band. Mit auffällig unauffälligem Look (Die berühmten Korkenzieher-Locken wurden durch eine Cap versteckt) präsentierte Deez dieses Mal hauptsächlich alte Songs. Highlights der Show waren aber auch weniger seine Songs, sondern eher die unglaublich sympathischen Tanzeinlagen, die er und seine Band zwischen den Tracks performt haben.
Den Rest des Tages haben wir dann die meiste Zeit vor dem Maschinenraum (der dritt größten Bühne) verbracht. Dort spielte dann auch das erste Highlight dieses Festivals. Sylvan Esso haben ihrem momentanen Hype alle Ehre gemacht und kräftig zum Tanzen aufgefordert. Die Band war selbst etwas von ihrer Wirkung auf das Publikum überrascht, da sie begeistert davon sprachen, dass sie hier den ersten Moshpit miterleben durften. Amelia und Nick, so die Namen der beiden Bandmitglieder, sind aber auch zwei grundsympathische Menschen. Neben Hits wie Hey Mami und H.S.K.T haben die beiden auch einigeneue Hits präsentiert. Diese haben ordentlich reingehauen und lassen auf mehr hoffen. Neben Odesza, auf die ich später noch kommen werde, auf jeden Fall der beste Act des ersten Tages und mit einer des ganzen Festivals.
Das anschließende Konzert von Son Lux konnte vor allem durch die musikalische Raffinesse der einzelnen Songs überzeugen. Man merkt, dass sich hinter Son Lux drei wahre Vollblutmusiker verstecken, die etwas von ihrem Fach verstehen. Die Songs kommen facettenreich und komplex daher und zeigen, dass man zwischen den vielen Indie-Electro-Bands, die es heutzutage gibt, immer noch herausstechen kann. Einzig und allein der Zeitpunkt des Konzerts war etwas ungünstig gewählt. Nach Sylvan Esso hatte man einfach nur noch Bock zu tanzen und da haben die sphärisch-ruhigen Klänge einen etwas hinuntergezogen.
Beendet haben wir den Freitag mit Odesza. Auch diese Band oder eher Electro-Duo hat ganz sicher noch eine rosige Zukunft vor sich und wird sich nächstes Jahr sicherlich auf größeren Bühnen wieder finden. Zurecht! Odesza finden die perfekte Mischung zwischen Club und Live-Music und überzeugen vorallem durch ihre Remixqualitäten, die sich auch bei ihrem Remix zu Hayden James Hit Something about you zeigen. Einwundervoll tanzbarer Abschluss.

Samstag:

Samstag leider verpasst, aber durch Erfahrungen anderer anwesender Blogger und Journalisten entdeckt, haben wir Parcels. Die Jungs machen coolen, funkigen Pop, der ein wenig an Jungle erinnert und sollten von euch schnellstmöglich angehört werden. Kleiner Tipp am Rande!
Neben beeindruckenden Konzerten und wieder ausreichend Sonne, hielt der Samstag allerdings auch die einzige kleine Enttäuschung parat. Little Dragon haben leider eine ziemlich langweilige und eintönige Show abgeliefert, die mich anlässlich meiner hohen Erwartungen, enttäuscht hat. Besonders ihre sonst so spannenden Hits wie Klapp Klapp oder Pretty Girls wirkten Live vorgetragen eher einfallslos. Schade.
Friska Viljor waren sympathisch wie eh und je. Auch wenn sie seit Jahren meist dieselben Lieder präsentieren, bilden die Skandinavier doch immer wieder eine Konstante der guten Laune im Festivalalltag. Die Musik macht einfach glücklich. Da singt man auch noch beim zehnten Mal lauthals bei Shotgun Sister mit.
Auch Roosevelt überzeugte wie gewohnt und beglückte das Publikum mit ein paar neuen Songs und einem Gastauftritt von Trümmer Frontmann Paul Pötsch. Langsam wird es auch mal Zeit, dass der Wahlkölner sein Debütalbum veröffentlicht, liegt das Erscheinen seiner letzten EP doch schon geschlagene zwei Jahre zurück.
Highlight des zweiten Tages war dann definitiv der Auftritt von Romano, der auch am Sonntag noch in aller Munde war. Der Köpenicker Goldjunge weiß sich einfach zu verkaufen und hat das Publikum schon nach wenigen Sekunden in seinen Bann gezogen. Der selbstbetitelte Schöne General haute einen fetten Track nach dem anderen raus. Als der Rapper dann noch seine Metalkutte rausholte, war alles verlorenund das Publikum tanzte sich in vollkommene Ektase. Doch auch der Mann hinterdem DJ-Pult (kein geringerer als Anton K. Feist von Bodi Bill und The/Das) sollte für diesen Auftritt sein Lob bekommen. Die Beats waren echt erstklassig. Geflashed von Romano haben wir uns noch einen leckeren Lakritzschnaps gegönnt und die restliche Zeit bei King Kong Kicks getanzt. Immer wieder gut!

Sonntag:

Die letzten beiden Tage noch in den Knochen haben wir am Sonntag zunächst das Konzert des verrückten Genius der Elektroszene Dan Deacon besucht. Dieser hatte malwieder ein paar besondere Aufgaben für das Publikum dabei, die seine Konzerte immer wieder einmalig machen. Highlight hier war auf jeden Fall die „Wall of Life“ bei der sich jeder im Publikum gegenseitig ein High-Five geben musste.
Nach einem sehr skurrilen Konzert von Young Fathers, die wie eine abgefahrene Variante einer New Wave-Boyband aussehen, ging es wieder einmal zum Maschinenraum. Dieses Mal bat Sekuoia vor die Bühne. Unglaublich cooler, tanzbarer Electro-Pop. Die Dänen sind ein weiteres Highlight dieses Festivalsund kommen auf jeden Fall auf unsere Liste der zurzeit spannendsten Newcomer. Vor dem großen Finale mit José González ging es erstmal noch eine Runde bei der Klüse raven. Av Av Av (ausgesprochen Au Au Au) haben dem Publikum ordentlich eingeheizt und sollten bei eurer nächsten Vortrink-Playlistauf keinen Fall fehlen!
Zu Ende ging dann alles mit José González. José brachte dann auch bei mir die romantische Seite hervor und ließ mich die eine oder andere Träne unterdrücken. Dann ist es auch egal, dass sich viele Songs ähneln. José hats drauf!
Ja und das war es nun. Nach 9 Jahren ist aus dem zu Beginn noch kleinen Festival eine riesige Veranstaltung geworden, die sich nach und nach in die oberste Riege der deutschen Festivals einreiht. Ein Trend mit dem natürlich auch einem gewissen Charmeverlust einhergeht. Allerdings erinnern noch genügend „Artefakte“ wie das Butterland oder das Nest an die Anfänge des MS Dockvilles und auch die künstlerischen Installationen die jedes Jahr aufs Neue für das MS Artville aufgebaut werden, halten den einmaligen DIY-Charakter des Festivals am Leben. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wo das MS Dockville Festival zum 10. Mal stattfinden wird. Einen Termin gibt es übrigens auch schon. Das Festival findet 2016 vom 19-21. August statt.

Mehr Bilder vom Festival gibts hier.




MS Dockville - Wilhelmsburg (21.08.-23-08.2015)

Dienstag, 4. August 2015

The Phoenix Foundation - Mountain


Nachdem unser Blog die letzten Tage vom Sprechgesang belagert wurde, besinnen wir uns heute wieder auf unsere Wurzeln und gehen zurück zur Indie-Musik. Auch das heimische Deutschland verlassen wir und reisen ins weit entferne Neuseeland. Alle die beim flüchtigen Überfliegen des Titels schon auf einen neuen Song der Franzosen Phoenix gehofft haben, muss ich leider enttäuschen. Doch bleiben lohnt sich trotzdem! Was euch bei The Phoenix Foundation erwartet, ist nämlich wunderbarer, psychedelisch angehauchter Indie-Rock. Bevor am Freitag ihr sechstes Studioalbum Give up your dreams erscheint und das 15te Bühnenjahr einleitet, präsentieren wir euch heute schon ihr neustes Musikvideo zu ihrer Single Mountain. Schon der Anfang des Liedes, diese wunderbare Gitarrenmelodie zeigt, dass man es hier mit einen Song von Qualität zu tun hat. Mit dem Video reihen sie sich in den derzeit aufkeimenden Trend ein, abgefahrene Musikvideos zu drehen, die beinahe gar keinen Sinn ergeben. Cool ist es trotzdem und lässt uns wehleidig die Frage stellen, warum wir denn Kinder der 90er und nicht Kinder der 60er sind. Lasst euch von uns hart aber herzig wieder auf den rechten Indie-Pfad führen: ohne Diss, MCs und Doubletime.



The Phoenix Foundation - Mountain from Samuel Kristofski on Vimeo.

Samstag, 6. Juni 2015

lunatic Festival 2015 // Tag 2 Indie

Nach wenig Schlaf und einer ewig vorkommenden Zugfahrt stand ich heute pünktlich um 14Uhr wieder vor der Matte des lunatic Festivalgeländes. Nachdem ich mir gestern die volle Dröhnung HipHop gegönnt habe, freute ich mich darauf heute endlich zum guten alten Indie zurückzukehren, der doch eher meine Heimat ist. Schön wars! Sogar sehr schön. Und warum das so ist, erfahrt ihr jetzt in meinem Tagesbericht.
Das Festival begonnen habe ich heute mit Helgen. Die drei Jungs aus Hamburg liefern entspannten Deutschpop, welchen wir euch schon des Öfteren vorgestellt haben. Voller Vorfreude erwartete ich die Band heute auf der Bühne und sie haben mich nicht im Stich gelassen. Die Stimme des Frontsängers Helge klingt genauso gut wie auf der EP und auch sonst nehmen Helgens Songs live noch einiges an Fahrt auf. Denn was auf der EP kaum zu erkennen ist, ist das Helge ein ziemlich guter Gitarrist ist. So wirft er ab und zu Soli in den Raum, die die Songs wunderbar aufheitern und ihnen eine rockige Note verleihen, die so auf den aufgenommenen Fassungen nicht zu hören ist. Ich habe übrigens noch ein kleines Interview mit den drei Musikern geführt, welches ich euch selbstverständlich in den nächsten Tagen nachreichen werde.
Nach Helgen stand Bergfilm auf dem Programm. Die Indietruppe haben wir schon als Vorgruppe von This Void sehen können. Bergfilm sind eine richtige Festivalband. Auf ein Konzert von ihnen würde ich nicht gehen, doch auf einem Festival schaue ich sie mir gerne an. Die Songs haben alle einen coolen Sound, bleiben allerdings nicht wirklich im Ohr. Ausnahme ist ihre Single Child, welche wirklich Hitpotenzial hat.
Kommen wir nun zu meinem Highlight des Tages: Intergalactic Lovers.
Ganz ohne Vorkenntnisse der Band ging ich heute zur Bühne und wurde Song für Song mehr von ihnen begeistert. Frontsängerin Lara Chedraoui hat wirklich eine einzigartige Stimme, die sich perfekt in das Klangensemble der restlichen Band einfindet. Die Songs laden zum Tanzen ein, ohne dabei plump zu wirken. So muss Indiepop sein! Die Performance der Band und vor allem die super sympathischen Tanzeinlagen der Sängerin haben dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Kein Wunder das die Musiker in Belgien schon wahre Stars sind. Jetzt wird es Zeit, dass sie auch in Deutschland Fuß fassen.
Intergalactic Lovers – Unbedingt anhören.



Nach einem sympathischen aber nicht ganz überzeugenden Auftritt von Carnival Youth aus Lettland, wurde es dann Zeit für die Headliner des Lunatics: Balthazar. Die fünfköpfige Band stammt ebenfalls aus Belgien und hat vor wenigen Wochen ihr neues Album Thin Walls veröffentlicht. Mit instrumentaler Raffinesse haben die Belgier den Zuschauern das gegeben, was sie sich gewünscht haben. Ein würdiger Headliner. Als alle fünf Bandmitglieder zusammen im Chor sangen, gab es sogar ab und zu richtige Gänsehautmomente. Wie schwer es sein muss eine Band zusammenzustellen, in der jedes Bandmitglied singen kann.  Gelohnt hat sich der Aufwand auf jeden Fall!

Schnell einen Satz zu Herrenmagazin, die die Leere zwischen den Headlinern gefüllt haben. Cooler Deutschrock mit viel Herz, der zum Mitsingen einlädt!

Das letzte Konzert des Festivals kam dann von Rangleklods, die mit Moglebaum die wirklich einzige Electroband des Festivals war. Sie passten super in die späte Stunde und boten mit ihren sehr minimalistischen Beats und dem metallischen Sound eher ein Club- als ein Festivalfeeling. Ein besonderes Goodie war hier die
elektrische Klarinette/Melodika von Pernille, die echt abgefahrene Töne lieferte.  Endlich konnte auch mal die Lichtanlage zeigen, was in ihr steckt und richtig auffahren, nachdem es gestern Abend noch zu hell war.

Der heutige Tag konnte den gestrigen noch um einiges toppen und bot feinste Indieküche. Das war allerdings auch ein Unfairer Kampf da ich mit Indie einfach mehr anfangen kann.  Jetzt geht es ab in die Heia! 

Dienstag, 5. Mai 2015

The Districts - Vom Burito Shop auf die großen Bühnen

Wer in den letzten Monaten die Ohren ein wenig in Richtung Lo-Fi Indie-Rock gespitzt hat, an dem ist das zweite Album von The Districts ganz sicher nicht vorbei gegangen. Mit A Flourish and a Spoil (Unsere Rezension) ist der Band, die Philladelphia inzwischen als ihre Heimat attestieren, ein überzeugendes Werk gelungen, das sich verdient in die bisherige Diskografie der jungen Band einreihen darf. Mitte April haben The Districts zusammen mit den Dänen von Yung als Vorband eine Show im hamburger Übel & Gefährlich abgeliefert, die sich gewaschen hat. Wir hatten das Glück uns vorher ein wenig mit den Jungs unterhalten zu dürfen.


Angefangen hat das ganze für Rob, Connor, Braden und Mark, wie für so viele Schüler in Amerikanischen Kleinstädte, als Schulbandformation. Lititz in Pennsylvania, mit seinen gerade mal 9000 Bewohnern, bot viel Natur und neben Kiffen, Trinken und Musikmachen wenig Abwechslung und prägte die Denkweise der Jugendlichen. Bandnamen aus der alten Zeit fallen, "Slow Loris ist durch, aber Snails sind noch dabei  -  Nicht zu vergessen Every Good Reason und Save the Zombies" und man kann sich ein bisschen besser in die Welt hineinversetzen, die da zwischen Langeweile, coming-of-age Dramen und der Hoffnung irgendwann mal raus zu kommen existiert hat. So lange ist es dann alles auch noch gar nicht her, schließlich sind alle Bandmitglieder gerade einmal Anfang 20, aber die junge Band wollten sie nie sein. Die ersten Konzerte wurden neben der Schulbühne vor Allem im Burrito Laden der Wahl gegeben. Auch gestern gab es wieder Burrito, erzählt Rob, in Hamburg waren sie noch auf der Suche.

Aus der Kleinstadt schaffte die Band den Sprung nach Philladelphia, vorerst um zu studieren. Daraus wurde allerdings nichts, die Musik rückte weiter in den Vordergrund und mit ihrem neuen Gitarristen Pat, spielte sich The Districts durch die Musikszene von Philly. "Die Leute in Philly sind entspannt, im Gegensatz zu zum Beispiel New York kommen hier weniger Musiker mit dem Gedanken ganz groß rauszukommen her. Dadurch ist es nicht ganz so wettbewerbsfixiert und man unterstützt sich gegenseitig", so Rob. Das ihnen auch dieses Klima gut getan hat, merkt man nicht nur daran, dass sie inzwischen bei Fat Possum gesignt sind, sondern auch an der filigranen und doch rauhen Ausarbeitung von A Flourish and a Spoil. Akzentuiert wird die Jugend in der Kleinstadt, neben den ganz normalen Hürden des Erwachsenwerdens aufgearbeitet.

Dass das Album aber nun so klingt, wie es eben kling, liegt neben dem Talent der Musiker vor allem an dem Gespür für unverbrauchten Klang von John Congleton, der maßgeblich an der erdrückend direkten Soundscape des Cloud Nothings Albums I'm Not Part of Me war. Auch den Mitgliedern von The Districts hat das Arbeiten mit Congleton Spaß gebracht. "Ein super Typ mit großartigen Ideen. Jeder hat ein bisschen Rücksicht auf die Vorstellungen genommen und dann hat alles gut geklappt." Mad Respect also.

Mitte April hat die Europatour der Vier angefangen, doch im Sommer geht es dann noch einmal auf ein paar der hiesigen Festivals, unter anderem das Melt! Festival. "Am liebsten sind uns eigentlich die kleinen Festivals. Loolapalooza ist auch super, aber die Vibes sind auf den etwas kleineren Festivals einfach schöner."
Ob nun großes oder kleines Festival, die Präsens, die The Districts auf der Bühne ausstrahlen gleicht auch die fehlenden Vibes sicher wieder aus. In einem wilden Hin- und Herpringen, verliert sich Sänger Rob auf der Bühne und findet sich nur Sekunden später ekstatisch in seinen Songhöhepunkten um im Nebel wieder abzutauchen. Eine von Vorne bis Hinten gelungene Performance wird hier an das Publikum getragen. Als scheinbare Antithese zur vorher im Gespräch gezeigten Gelassenheit wird hier so richtig einer von der Leine gelassen, doch nichts wirkt überstürzt und wenn auch nicht geplant, dann doch eine Unaufgeregtheit ausstrahlend, die den Zuschauer und Zuhörer voll in ihren Bann zieht.

Freitag, 20. März 2015

lunatic Festival Bandcontest

Langsam beginnt sich das Line-Up der Festivals zu füllen und auch das lunatic Festival in Lüneburg wächst von Tag zu Tag mehr. Bis jetzt sind ganze 16 Bands bestätigt, welche einen frohen Mix aus Indie und Hip-Hop präsentieren. Hier nochmal alle Bestätigungen im Überblick:
Balthazar // Genetikk // Rangleklods // Chefket // Intergalactic Lovers // Retrogott & Hulk Hodn // Berlin Syndrome // AzudemSK // Bergfilm // Tice // Helgen // Monglebaum // Slowy & 12Vince // FensterPlatz // Krahnstøver // Consolers

Am Samstag kommt dann der nächste Act zum abwechslungsreichen Line-Up hinzu. Doch diesmal handelt es sich um einen absoluten Newcomer, denn am Samstag findet wieder einmal der lunatic Bandcontest statt. Vier aufstrebende Bands geben sich die Ehre und treten für den begehrten Festivalslot ins Rennen. Mit dabei sind das Lüneburger Rock-Kollektiv Donkey Shot, der wortgewandte Hamburger Rapper AfroDev.Ill-MuZiK, die Lüneburger Indie-Band Kota Connection und  der Singer-Songwriter Torben Tietz. Wer also Samstag noch nichts vor hat und Bock auf ein bisschen Live-Mukke hat sollte sich in den Metronom setzten und ab in die Salzstadt fahren.


Bis Samstag!

Dienstag, 24. Februar 2015

Diagrams und Mother of the Unicorn im Molotow




Jetzt ist das Konzert auch schon wieder über eine Woche her und langsam wird es Zeit meine Erinnerungen zu Papier und ins Onlinemagazin zu bringen.
Samstag vor zwei Wochen und nur 3 Tage nach dem so gloreichen The/Das Konzert stellen sich zwei neue Bands dem Publikum und der Herausforderung den Konzertsaal zum Mitwippen zu bringen.
Eröffnet wird die Show von der Band Mother of the Unicorn, die verdammt coolen Shoegaze-Indie an den Mann und die Frau bringt. Der Band, deren Mitglieder zur Zeit in Berlin wohnen und gerade an ihrem Debütalbum schrauben, merkt man den Spaß am Spielen an und als die kurze Warm-Up Show dann nach circa einer halben Stunde vorbei ist, wünsche ich mir, dass die Jungs von Mother of the Unicorn uns nicht mehr allzu lange auf ihre in Plastik und Vinyl gepresstes Erstlingswerk warten lassen.

Eine Umbaupause und die obligatorischen technischen Probleme später, schallen die ersten Klänge von Sam Genders und seinen Musikern von Diagrams aus den Boxen des Venues. Wie erwartet gestaltet sich die Bühnenshow, am aktuellen Album der Engländer orientiert, eher ruhig. Genders hat sich für die Tour mal wieder sehr gute Gastmusiker auf die Bühne geholt und man kann erkennen wie jeder Einzelne seinen Teil zu einem wirklich gutem Sounderlebnis besteuert. Verglichen mit der Vorband wirken Diagrams zwar noch ein wenig geübter in Sachen Performance, aber tatsächlich haben Mother of the Unicorn noch ein bisschen mehr Spaß gemacht.

Kurz vor Ende der Show eröffnet Genders, dass er zwar am liebsten eine Bühneshow mit Lasern und Schauspielern in Comickostümen gehabt hätte, die aber leider viel zu teuer war. Er hat deshalb aus dem Pound-Shop Luftballons mitgebracht, die er an das Publikum weiterreicht und die zur vollen Pracht aufgeblasen, während der letzten Songs durch die Luft fliegen. So verwandelt sich der Abend dann schlussendlich doch noch zu der kleinen Hipster Party, die man sich erhofft hatte.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Diagrams - Chromatics (Album Review)



Als 2012 das Debütalbum von Diagrams, Black Light, erschien, waren Vergleiche zu Metronomy und Hot Chip nicht fern. Funky Synthi-Beats und ein insgesamt nach Vorne gerichteter Sound begeistern auch noch fast 3 Jahre nach Erscheinen. Als Sam Genders, der Kopf hinter Diagrams das neue Album Chromatics ankündigte, war die Hoffnung groß auf eine Platte im ähnlichen Stil wie das Erstlingswerk. Leider war dem nicht so. Geprägt wird Chromatics durch den Umzug Genders von London nach Sheffield, der für den Künstler nicht nur eine neue Wohnumgebung, inklusive neuem Heimstudio, sondern auch einen neuen Freundeskreis mit sich bringt. Diese Beziehungen waren für Genders besonders wichtig und so beschreibt er Chromatics mit den Worten:

" ... in my head Chromatics is life in Technicolor; with all its ups and downs"

Das morgen erscheinende Album klingt deutlich sanfter als der Vorgänger und der Zuhörer wird eingelullt in sanfte Folktronic Sounds. Hier und da finden sich auch auf dem neuen Werk Beatlines, die einen mitreißen, doch sind diese diesmal deutlich spärlicher gesät. Chromatics lädt zum relaxen auf der Couch ein und ist dafür auch genau das richtige. Wer allerdings auf ein Klangerlebnis nach Black Light hofft, für den ist das neue Album eine Enttäuschung.

Wer sich die neuen Songs einmal live zu Gemüte führen möchte kann dies in Berlin und Hamburg tun.
13.02.2015 - Comet Club (Berlin)
14.02.2015 - Molotow (Hamburg)

Dienstag, 9. Dezember 2014

lunatic Warm-Up Party No.1


Wir haben unseren Heimathafen Hamburg verlassen und uns in das beschauliche Lüneburg begeben, welches nun schon seit einigen Jahren das lunatic Festival beherbergt. Bevor dies 2015 allerdings wieder seine Tore öffnet, bringen uns die Veranstalter mit ihren lunatic Warm-Up Parties in die richtige Stimmung. Vor einigen Wochen hat die Partyreihe mit der lunatic Warm-Up Party No. 1 ihren einstand gefeiert und wer durfte da natürlich nicht fehlen? WHATEVERYOULIKE. Den Abend begonnen haben die zwei reizenden Damen von der Schweizer Band Delorian Cloud Fire. Die beiden Frontfrauen, die repräsentativ für die ganze Band da waren, haben das Publikum mit stylischen Indietronic Songs den Abend versüßt. Zwar ist ihre Debüt-EP Tally Ho erst vor 2 Monaten erschienen, doch schon jetzt kann die Band auf ein beeindruckendes Song-Repertoire zurückgreifen. Nach den beiden jungen Damen eroberten dann die Musiker von We invented Paris die Bühne.


Mal schnell, mal langsam. Mal laut, mal leise, spielten die Jungs ein unglaublich langes Set, welches allerdings nach der spannenden Musik von Delorian Cloud Fire etwas abfiel.

Montag, 29. September 2014

BRNS - CLAIRVOYANT

Dass die Belgier nicht nur gutes Bier brauen, sondern auch gute Musiker hervorbringen, beweist die Newcomer-Band BRNS (gesprochen Brains) mit Bravour. Die sympathischen Jungs verzaubern mit wunderbaren indiesch-düsteren Post-Rock Klängen und begeistern mit experimentellen Sounds. Wir zeigen euch heute zwar nicht den frischesten Fang (Den Song gibt es schon seit 2011) aber trotzdem eines der am meisten begeisternden Lieder der jungen Band. Besonders hervorgehoben werden sollte bei diesem Lied vor allen Dingen auch das Video!  Dieses wurde nach Absprache mit der Band von einem guten Freund von uns gedreht und produziert. Wem das stimmungsgeladene Video noch etwas wirr erscheint, der sollte entweder sein Französisch aufbessern oder die Suchmaschine seines Vertrauens befragen, um bei der nächsten Party richtig Klugscheißern zu können. So, genug genervt, hier das Video.

 

Mittwoch, 7. Mai 2014

Wochenendplan KW 17

Nach einer Woche Auszeit gibt es nun wieder die besten Tipps zum Wochenende. Das Wochenende bietet mal wieder einen feinen Mix aus Live-Musik und Tollen DJs. 
WYL wünscht euch viel Spaß!

Mittwoch, 23. April 2014

Wochenendplan KW 15

Nachdem die meisten von euch das letzte Wochenende wahrscheinlich mal eine Pause gemacht haben und den Füßen etwas Entspannung gegönnt haben, könnt ihr jetzt wieder voll durchstarten! Ein wahres Highlight sind morgen definitiv die Elektrokünstler Public Service Broadcasting. Am Freitag gibt es gepflegten Indierock von INVSN (Abkürzungen sind in! Ausgesprochen werden die Jungs aber Invasionen). Am Freitag sind dann die Indie-Pop Großmeister I HEART SHARKS zu Gast in Hamburg.
Es gibt also viel zu entdecken!

Donnerstag, 17. April 2014

Wochenendplan KW 14

Für alle die das Osterwochenende nicht mit einem wohlig runden Bauch bei der Familie verbringen, haben wir hier wieder die besten Tipps fürs Wochenende. Diesmal gibt es eine bunte Mischung aus Lesung, Kino, Party und Livemusik. Wer heute noch nichts vor hat, sollte mal bei der Lesung von Hans Platzgumers Buch Korridorwelt vorbeischauen. Rein zufällig gibt dort sogar noch der ehemalige Gitarrist der Goldenen Zitronen Rocko Schamoni sein musikalisches Talent zum Besten.

Viel Spaß!

Dienstag, 15. April 2014

Neue Remixes von ROOSEVELT


Spätestens seit seiner Elliot EP kann das Potenzial dieses außergewöhnlichen Elektro-Künstlers von keinem mehr angezweifelt werden. Nun hat der Kölner Musiker Roosevelt ein paar neue Remixes rausgebracht, welche er uns auf seinem Soundcloud Kanal präsentiert. Dabei hat er sich unter anderem an dem Song Out of yourself von Truls bedient.

Der Song wird momentan auf jeder Indie-Playlist rauf und runter gespielt und da trifft es sich perfekt, dass Roosevelt mal wieder seine Zauberhände rausgeholt hat und uns die Songs so frisch wie nie präsentiert. Jetzt lässt sich nur noch hoffen, dass Roosevelt bald mal wieder mit eigenen Songs an den Start geht und uns mit einem ersten Album beglückt. 

Freitag, 7. März 2014

Ludwig van - The Power


Die vier Jungs auf Flensburg habe ich zwar schon einige Male live sehen können, meistens klang es jedoch sehr nach einer Schulband, was sie ja zum Teil auch einfach noch waren. Ist ja auch alles ganz nett, aber um so mehr freut es mich zu hören,  dass sich die Band weiter entwickelt hat und trotzdem ihren Stil beibehalten konnte.
Insgesamt wahrscheinlich ein bisschen zu spät mit ihrer Musik, wenn man den Trend der Zeit beachtet. Zu wenig Synthie, zu sehr Kakkmaddafakka, aber für mich fast schon wieder Nostalgie. Sommerabende an den Wallanlagen und Myspacebandseiten. Vielleicht nicht mehr für jeden was, aber ich finds super, dass sich da mal wieder ein neues Album anbahnt.
Wer die Jungs auch mal live sehen will, kann das z.B. am 15. April im Haus III&70 tun. Bis dahin genießt das neue Video zu "The Power"

Donnerstag, 13. Februar 2014

Rezension: So Long, See You Tomorrow von Bombay Bicycle Club

Ungefähr eine Woche ist es nun her, seitdem das neue von Album von Bombay Bicycle Club, So Long, See You Tomorrow bei uns in Deutschland erhältlich ist und wir waren von Anfang an mehr als angetan von diesem kleinen Meisterwerk. Da wir so begeistert sind, wollten wir unser Glück natürlich auch gleich mit euch teilen.  Doch was zu Beginn eine wundervolle Idee war, entwickelt sich nun zu einer Aufgabe, die ich kaum erfüllen kann.
Wie soll man nur eine Rezension schreiben, die der Qualität dieses Longplayers gerecht wird, oder eher gesagt:  wie soll ich eine Rezension schreiben, die der Qualität des Albums gerecht wird? Es gibt so vieles an diesem Album, was es wert ist vorgestellt zu werden, doch gleichzeitig ist es das Album an sich, welches mich so sprachlos macht.
Das besondere an diesem Album  ist, dass es Gefühle weckt und Gefühle, da werden mir die Literaten unter euch zustimmen, sind einfach unglaublich schwer zu beschreiben.  Diese zehn Lieder machen einfach glücklich und das liegt nicht etwa an den Gitarrenriffs, dem Gesang oder den Drums, nein es liegt einfach an der perfekten Symbiose aus all diesen Bauteilen aus der Musik besteht.
Fazit:
Wer aus meiner Schwärmerei noch nicht ganz schlau geworden ist, für den fasse ich meine Meinung nochmal in zwei knappen Sätzen zusammen:
Nachdem Bombay Bicycle Club mit ihren letzten beiden Alben Flaws und A Different Kind Of Fix meiner Meinung nach nicht an die Qualität ihres Erstlingswerks I Had The Blues, But I Shock Them Loose (welches dem jetzigen Album in der Qualität in nichts nachsteht) heranreichen konnten, haben sie jetzt mal wieder bewiesen, dass sie anderen Indie-Bands um Längen voraus sind und heutzutage zu einer der besten Indie-Bands der Welt gehören.
So Long, See You Tomorrow ist jetzt schon eines der besten Alben des Jahres und bekommt meine ungehinderte Kaufempfehlung!
Meine Lieblingstracks:
Carry Me, Luna, Feel und eigentlich auch alle anderen.

Mittwoch, 29. Januar 2014

Neuer Song »To Be Young« von I Heart Sharks

Mensch! Da haben die 3 Jungs von I Heart Sharks gestern ja mal ne richtige Bombe fallen lassen. Nicht nur das sie die erste Singleauskopplung  To Be Young zu ihrem am 28.03 erscheinenden zweiten Album Anthems veröffentlichen, nein gleichzeitig bestätigen sie auch noch ihre neue Tour.
In Hamburg werden die Indie-Popper zwar nicht halt machen aber Berlin ist ja nicht allzu weit entfernt. Die Termine sowie Tickets findet ihr hier.

Nun zum eigentlichen Grund dieses Blogeintrags. I Heart Sharks neue Single To Be Young ist Indie-Pop in seiner reinsten Form. Die Jungs wagen keine wahren Experimente und bleiben bei dem was sie am besten können. Das finden wir einerseits super, doch hätten ein paar interessante Musikspielchen der Qualität der Lieder wohl keinen Abbruch getan. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Hier nun das Video zum neuen  Indie-Hit.




Freitag, 24. Januar 2014

Wochenendplan


Auch dieses Wochenende gibt es wieder einiges zu erleben. Geht raus und macht was!

Dienstag, 21. Januar 2014

Neuer Song von Blood Red Shoes!


Am 14. März ist es so weit! Die Blood Red Shoes veröffentlichen ihr viertes Album Blood Red Shoes. Als ersten Vorgeschmack haben sie nun ihren Song An Animal veröffentlicht und ich muss sagen dieser Song hat richtig power!! Wenn nun die anderen Songs des neuen Albums genau so geil werden, dann wird Blood Red Shoes wohl eines der Alben des Jahres.

Donnerstag, 16. Januar 2014

»Hot Tonight« - TOKYO POLICE CLUB

Ein neues Jahr bedeutet auch neue tolle Alben, auf die man sich freuen darf!
Eines unser meist erwarteten Alben ist das neue Werk der Indie-Rocker »Tokyo Police Club«
Ihr neuer Longplayer kommt am 25 März raus und trägt den Namen „Forcefield“.
„Forcefield“ tritt ein schweres Erbe an, denn ihr letztes Album „Champ“ war schon ein echtes Meisterwerk.

Wir präsentieren euch heute ihre neuste Singleauskopplung „Hot Tonight“ aus dem neuen Album!