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Sonntag, 6. Dezember 2015

Sonntagsgruß im Videoformat

Die Woche ist schon wieder vorbei und das heißt es ist wieder Zeit für die guten Videos zu später Stunde.Von Hamburger Schule über Deutschtrap bis zum Weihnachtssampler. Man höre und blicke.


Flowerpornoes ist einer der Bandnamen, der zwar nicht die gleiche Resonanz wie zum Beispiel Blumfeld, Die Sterne oder später Kettcar und Tomte hervorruft, doch dank des Frontmanns Tom Liwa noch immer untrennbar mit der Hamburger Schule verankert ist. Allerdings geht Liwa den Distelmeyer-Jüngern eigentlich vorraus und wird später immer wieder zum Bezugspunkt für Metaeinflüsse in den Texten der Hamburger Schule. Im Oktober ist das neue Album von Tom Liwa mit Flowerpornoes bei GHvC erschienen. Seit kurzem gibt es das passende Video zum Song Federkleid.



Marketing durch Geheimhaltung und Mysterien. Der Trick ist nicht neu. Als am Freitag das erste Video der Gloomy Boyz erschien, zeriss sich die halbe deutschsprachige Musiknachrichten-Welt den Mund darüber, ob sich hinter der Maske denn nun wirklich Casper versteckte. Die Antwort war schon am Freitag klar und lautet: Ja, tut er. Was man nun davon halten will ist eine andere Frage: Billige Ami-Trap Ästhetik und die Bedienung sämtlicher Genre-Klischees spitzen sich in der Covergestaltung der Auz der Grvft EP zu einer selten so gesehenen Geschmacksverirrung zu. Trotz alle dem, ein Video von Relevanz.



Die Liebe zu konzeptuell gestalteten Alben scheint bei Jeremy Warmsley und Elizabeth Sankey, den Mitgliedern der englischen Band Summer Camp allgegenwärtig. Für ihre aktuelle Christmas EP wühlen die beiden in den hintersten Kisten auf dem Dachboden und zum Vorschein kommt eine in Gemütlichkeit getränkte, mit Strickpullis garnierte Weihnachtsplatte. In dem Video zu I Don't Wanna Wait Til Christmas offenbart die Band gleich noch eine ihrer großen Vorlieben. Der Clip, ein Zusammenschnitt alter Familienvideos aus dem Amerika der 60er und 70er Jahre. Familienidylle pur.


Donnerstag, 21. Mai 2015

Summer Camp - Bad Love



Und schon wieder neue Musik aus London. Nach fast zwei Jahren Pause meldet sich das Duo Summer Camp mit ihrem inzwischen dritten Album zurück. Schönste Lo-Fi Pop Klänge, die genauso an Synthie Pop der 80er Jahre wie an die Lo-Fi Gitarren der Küste Kaliforniens erinnern. Viel Zeit ist vergangen seit sich die Blogwelt das erste Mal auf die beiden stürzte, ihrem Stil sind sie treu geblieben.

Angefangen hat die Bandgeschichte von Summer Camp mit einigen Tracks auf einer Myspace Seite, auf der zu lesen war, dass es sich um eine schwedische Band handelt. Als der Schwindel trotz Babelfish-Übersetzung langsam aufflog und auch die musikversierte Internetgemeinde auf Summer Camp aufmerksam wurde, musste die Maskerade wohl oder übel angelegt werden. 2010 erschienen im Zuge eines Signings bei Moshi Moshi eine Single und eine EP. Das Debütalbum Welcome to Condale, in dem eine fiktive Stadt samt ihrer Bewohner und deren Beziehungen untereinander besungen werden, wurde von allen Seiten gespannt erwartent und wurde seinen Anforderungen mehr als gerecht. Es folgten intensives Touren und 2013 das Nachfolgewerk Summer Camp.



Ein wenig fühlt sich die Musik von Summer Camp tatsächlich an, als wären es die letzten Ausläufe des vergangenen Sommerlagers. Die ständige Auseinandersetzung mit der verflossenen und aktuellen Liebe, mit dem Verlassen der Kleinstadt, in der man groß geworden ist. Melachonie schwingt in  jeder Note die Elizabeth Sankey über die verrauschten Gitarrenanschläge ihres (Band-)Partners Jeremy Warmsley vorträgt. Gerade diese Gitarre verleiht der Musik von Summer Camp immer wieder das Gewand der gestrigen Tage und schafft es mühelos eine allgemeine Empathie hervorzurufen, egal ob man nun in den 80ern oder den Nullerjahren seine Jugend voll ausgekostet hat. Ein ständiger Begleiter sind die, sich sanft zurückhalten, Drumläufe, sowie Synthesizer- und Samplemelodien, die den schmachtenden, aber nie überladenen Eindruck der neuen Platte verstärken.

Insgesamt ist Summer Camp mit Bad Love ein überzeugenes Album gelungen, das einen in amerikanische Vorstädte versetzt, in denen man fahrradfahrend auf den leeren Straßen eines heißen Sommers, die letzten Stunden mit seiner Sommercampliebe verbringt. 

Bad Love erscheint am 22.05.2015