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Donnerstag, 6. August 2015

Luk&Fil im Interview


Lange hat mein Versprechen nicht gehalten. Schon heute widmen wir uns wieder dem deutschen Sprechgesang. Doch da wir euch immer noch mit Neuem begeistern wollen, haben wir mal wieder ein Künstler-Duo für euch, welches ihr die nächsten Tage rauf und runter hören werdet. Wir durften uns auf dem letzten Samstag stattgefundenen Spektrum Festival mit den beiden jungen Rappern Luk&Fil unterhalten. Die beiden Mainzer bringen zusammen mit ihrem Label Sichtexot schon seit einigen Monaten frischen Wind in das Rapbusiness.
Am frühen Abend treffe ich die Beiden vor dem alten Laborgebäude, welches dem MS Dockville-Team als Artist-Bereich dient. Wie es bei Rap-Musikern so üblich ist, sind alle sichtlich entspannt und lassen sich auf gar keinen Fall von dem bevorstehenden Auftritt aus der Ruhe bringen. Auch Knowsum und Loki aka Nepomuk und Negroman stehen mir entspannt gegenüber und setzen sich mit mir auf eine kleine Holzbank. Wie bei den meisten Rappern heutzutage bewegen sich auch Luk&Fil nicht alleine nur in den HipHop-Gefilden, sondern strecken ihre Fühler auch in andere Bereiche der weiten Musiklandschaft aus. Besonders die Klassiker von Soft Mashine und der Mitbegründer von The Mars Volta, Omar Rodriguez Lopez sind bei den beiden momentan ganz oben auf der Liste. Indie-Rock und Elektro kommt bei dem Duo allerdings nicht in die heimische Musikanlage. Doch genug über den Musikgeschmack gequatscht. Kommen wir zu den essentiellen, wichtigen Fragen, die auch nur einem Kulturwissenschaftsstudenten in den Sinn kommen könnten. Wie sehen die beiden die momentane Entwicklung im Hip-Hop? Wie erleben sie den momentanen Wiederaufstieg des Raps, denen sie mit anderen Künstlern zur Zeit mitprägen?

Loki: „Es war schon nervig, dass Indie-Rock und Elektro so groß waren, als ich jung war. Jetzt ist Indie-Rock sau tot und Hip-Hop hat den Platz eingenommen. Das ist auf der einen Seite schön, auf der anderen Seite ist es auch lächerlich, da es momentan wieder so Pop-Ausmaße annimmt.“
Knowsum: „Es gibt jetzt einfach mehr Spasten, die HipHop machen.“
Loki: „Genau! Und halt auch alte Affen, die es einfach lassen sollten, aber meinen, sie können jetzt noch einmal ein Stück vom Kuchen abbekommen.“
Dass man sich auch außerhalb des Labels mit seinen Genrekollegen versteht, merkt man an den etlichen Features, die Luk&Fil in vielen ihrer Songs haben. So befindet sich auf ihrem neuen Album, neben zwei Songs mit Soulmusiker Flo Mega, auch ein Feature mit MC Bomber. 




„Wir wussten, dass MC Bomber (so wie wir ihn auch) uns auch feiert. Also haben wir durch einen gemeinsamen Bekannten ein Treffen in Berlin ausgemacht. Nach unserem Konzert, sind wir dann noch zusammen Trinken gegangen und so ist die Idee für den Song entstanden.“
Das entspannte Miteinanderauskommen ist also nicht nur ein Festivalphänomen, sondern auch sonst eine der schönen Eigenschaften der deutschen Rap-Szene. Was Luk&Fil allerdings von anderen Hip-Hoppern unterscheidet, sind die einzigartigen Beats, die Knowsum auf dem heimischen Rechner zusammenstellt, die die fast schon erzählerisch anmutenden Texte perfekt untermalen. Mit einer wundervollen Mischung aus Samples und hausgemachten Beats ist jeder Song ein wahres Unikat.

Knowsum: „Die Kunst ist es, einen Beat zu machen, der nach einem Sample klingt, allerdings ohne jegliche Loops gebastelt wurde.“
Hausgemacht ist auch eine perfekte Überleitung zum Ende des Gesprächs. Auf die Frage, was die Jungs denn mit ihrer Musik ausdrücken möchten, antworten sie:

Loki: „Wir machen Musik für zuhause! Doch eigentlich wollen wir gar nicht so viel mit unserer Musik ausdrücken, dass passiert am Ende beim Rezipienten von alleine. Es geht lediglich ums Machen.“
Knowsum: „Es macht halt einfach Bock.“
Loki: „Wir haben einfach Glück, dass die Leute finden, dass wir es gut können und wir deswegen weiter machen können.“

Da geben wir den beiden Recht! Also, wenn ihr auch mal wieder eine geile Zeit zuhause haben möchtet, dann legt euch das im März erschienene neue Album der beiden Nepuman ein, schließt die Augen und entspannt mal richtig schön. Knowsums Aussage vom späteren Konzert, nachdem sie dem Publikum Jägermeister spendiert haben, können wir also nicht ganz unterschreiben: Luk&Fil sind nicht bessere Menschen als Rapper, sondern bessere Menschen und Rapper.

Sonntag, 2. August 2015

Spektum 2015 - Zwischen Hipster und Hip-Hop

Sonniges Wetter und ein Samstag randvoll mit einer Mischung aus Hip-Hop und Elektro, das war das Spektrum 2015. Parallel zum Vogelball, zwischen Easy Kisi Dorffest und Butterland fand gestern auf der hamburger Elbinsel Wilhelmsburg zum vierten Mal das Beatfestival der Veranstalter des MS Dockvilles statt. Wir waren da und haben ordentlich dope Flows gefeiert und mit den Händen den Takt angezählt.


Gestopfte Shuttlebusse und eine Menschenmenge, die sich irgendwo zwischen Hipster und Hip-Hop bewegt weisen die Richtung, es geht auf das MS Dockville Gelände. Während die Kollegen vom Vogelball noch die schicke Deko in Form bringen und die Glitzervorräte auffüllen, stehen auf der Hauptbühne des Spektrums schon "der Möchtegernkanacke und die Glatze mit der Zahl" auf der Bühne. Der erste Slot des Festivals erweist sich erwartungsgemäß als eher schwierig, der Sound kann leider auch nicht wirklich überzeugen. Es ist einfach zu früh für das Publikum. Als kleiner Trost sind Audio88 & Yassin wenigstens später noch bei K.I.Z. auf der Bühne und können live miterleben wie die Crowd abgehen kann. Schade.


Dank eines vorteilhaften Timetables, musste ich mich für die nächsten zwei Auftritte nicht einmal von der Bühne wegbewegen und konnte meine Energie sparen. Als nächstes fordert Kate Tempest zusammen mit ihrem Schlagzeuger Kwake und ihrer Keyboarderin ebendiese von allen, die sich bei ihrer Show eingefunden haben. Mit gewohnt eloquenten und sozialkritischen Texten schafft es die Britin alle in ihren Bann zu ziehen. Eine progressivere Instrumentalisierung, als noch im Molotow im letzen Winter, scheint auf ein Festivalpublikum angepasst und erfüllt seinen Dienst. Die letzten 5 Minuten lässt sich Kate auch auf dem Spektrum nicht nehmen um sich mit einem Text ohne Musik, aber mit um so mehr Tiefgang, an die Festivalbesucher zu wenden und zu erklären, dass nur unsere Taten und Erlebnisse uns wirklich glücklich machen können und nicht das was wir kaufen. Der Pathos trieft, der Punkt steht.


Weiter gehts gleich mit der nächsten weiblichen Rapperin. Coely lebt in Antwerpen, Belgien und begeistert mit einer soulig, rauen Stimme die man diesem Mädel so auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte. Eine Show überwiegend gespickt mit überzeugendem Ammi-Rap, garniert mit Coverversionen von alten Soul und Reggeaklassikern. Als beim vorletzten Song (Could you be loved) von angetrunkenen K.I.Z. Fans (Vermutung des Verfassers) ein Moshpit eröffnet wird, ist der Höhepunkt der Ironie erreicht und der Song ad absurdum geführt, wie auch Coely bemerkt. Für eine freundliche Zugabe lässt sie sich dennoch auf die Bühne bitten. Super Auftritt.


Von Belgien nach Berlin. Oldschool Battlerap von MC Bomber und Schacke One zeigen, warum es durchaus gerechtfertigt ist, dass die Tracks der P-Berg Battletapes bald auf Vinyl erscheinen werden. Ein Publikum, das die Schnittmenge aus Süddeutsche und Juice Lesern darstellt geht ordentlich mit im Takt und erweist sich trotz eines Sprachtempos, jenseits von Großviehversteigerungen, als weitestgehend textsicher. Unser Urteil, der Hype ist gerechtfertigt, klingt real.



Hauptact auf der Hauptbühne, alle haben drauf gewartet, als ob es das erste Weihnachten in 10 Jahren ist und nicht jeder hat den Pegel bis zum Beginn der K.I.Z. Abrissshow auf einem angemessen Level halten können. Alle die es geschafft haben drücken sich aneinander um einen Blick auf die drei von der Tankstelle erhaschen zu können und skandieren in Gruppenharmonie "Hurensohn". Ein solides Festivalset gespickt mit den Singleauskopplungen des neuen Albums, befriedigt die Alteingesessen und die Neulinge. Insgesamt vielleicht etwas kurz oder einfach nur zu gut, aber wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, können K.I.Z. auch nicht zu viel falsch machen. Wie erwartet, ein gelungenes Konzert inklusive Konfetti aus ökologischem Reispapier.


Während an der Hauptbühne noch die Taka-Tuka Ultras eskalieren, machen wir uns schon mal kurz auf die Reise ins Zelt zu dem Familientreffen von Sichtexot. Die angekündigten Luk&Fil werden am Mikrofon unterstütz von ihren (Label-)Kollegen Tufu und Johnny Moto, während noch zwei weitere Kollegen (Uwe und Kavoe West) an den Turntables stehen. Ordentlich gute Laune und Tracks, die live ein klein bisschen weniger vertrackt wirken, als am heimischen Rechner, übertragen sich auf das Publikum, das im Laufe der Show noch auf ein, zwei Jägermeister eingeladen wird. Man merkt, die Jungs haben Spaß und auch das Zelt ist voller als zu erwarten gewesen ist, bei einem Slot, der sich mit dem von K.I.Z. überschneidet. Die sympathische Gäng der Sichtexoten läutet das Ende des Hip-Hop am heutigen Abend ein.
Also schnell wieder rüber an die Hauptbühne, wo sich das Feld seit Ende des K.I.Z. Gigs deutlich gelichtet hat. Dort begibt sich Siriusmo, zusammen mit den kongenialen und ebenfalls berliner Modeselektor auf die Bühne. Siriusmodeselektor, das neuste Projekt der drei, lässt noch einmal das Tanzbein schwingen und fährt neben einem mehr als überzeugenden Sound eine trashige, aus der Zeit gefallene Visualshow auf. Wären die Leute doch mal lieber geblieben, die Nummer hat wirklich mitgezogen und das gesamte Publikum in einer Ladung aus Bass und Tanzgewalt begraben.


Das war also das Spektrum 2015, es war so schön mit allen. Gelernt haben wir, K.I.Z. kann es halt, Hip-Hop hat sich ein klein wenig Prolligkeit auch trotz schwarzer Juteturnbeutel bewahrt und ein Besuch ist das Gelände des MS Dockvilles auch schon vor dem eigentlichen Festival immer wert, zumindest, wenn das nächste Mal zu Spektrum aufgerufen wird.

Dienstag, 28. Juli 2015

SPEKTRUM FESTIVAL 2015


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Während das MS Dockville inzwischen wohl auch über Hamburgs Grenzen hinaus kein wirklicher Geheimtipp mehr ist - was es allerdings nicht weniger großartig macht - ist für viele das Eintagesfestival Spektrum wahrscheinlich noch kein Begriff.
Unter dem Motto "Spektrum - Momentaufnahme Beatkultur" präsentieren die Veranstalter dieses Jahr zum vierten Mal ein prall gefülltes und Genregrenzen überschreitendes Line-Up, gespickt mit Perlen vom deutschsprachigen Rap-Duo bis hin zum IDM Künstler mit einem Hang zu versch(r)obenen Beatmustern.
Trotz der Vielfalt was die Künstler angeht, scheinen die Headliner wohl festzustehen. K.I.Z. werden ordentlich vom neuen Album präsentieren, hoffentlich aber auch noch ihre alten Hits zum besten geben. Neben dem Trio infernale, geben sich auch noch alte bekannte die Ehre. Chefket war nicht nur letztes Jahr Gast auf dem Spektrum sondern, genau wie Gold Roger, auch gerade erst vor knapp zwei Monaten auf dem lunatic in Lüneburg.
Wo noch im letzten Jahr SSIO mit seinem Proll-Drogen-Rap das Publikum über Methoden des Cannabis Vertriebs belehrte, wird am Samstag Schwester Ewa Einblick ins älteste Gewerbe der Welt geben.
Auf insgesamt drei Bühnen kann am Samstag ausgiebig auf dem MS Dockville Gelände mitgenickt und geraved werden, während nebenan die Freunde der seichteren elektronischeren Musik auf dem Vogelball den Luxus der Anonymität hinter Vogelmasken genießen können. Neben dem Zelt in dem die bereits aufgezählten Rapper die "Flows kicken" werden, werden im Maschinenraum neben der UK Rapperin und bald Autorin Kate Tempest vor allem Audio88 & Yassin den ganz normalen Samt auslegen.
Wer sich eher auf dem Melt! als auf dem Splash Zuhause fühlt, kann seine Tanzwut auf der Red Bull Music Acedemy Stage raus lassen. IDM mit Samplecharakter und souligen Vocals wird hier am frühen Abend von Lapalux geboten. Mein persönlicher Höhepunkt beginnt allerdings erst um kurz nach 12. Mumdance, der dieses Jahr zusammen mit Logos das Album Proto veröffentlicht hat, schafft es trotz seines jungen Alters authentischen 90er Industrial-Techno zu basteln, der einen gedanklich in die ranzigsten und fertigsten Undergroundclubs Englands zieht.
Um euch die persönliche Line-Up-Abstimmung zu erleichtern, haben wir euch eine kleine Spektrum-Youtube-Playlist zusammengestellt, die alle Künstler beinhaltet. Viel Spaß beim schauen und staunen!

Das Spektrum findet am 01.08 ab ca. 14Uhr auf dem MS Dockville Gelände in Hamburg Willhelmsburg statt.




Hier nochmal das komplette Line-Up auf einen Blick:

Line-Up 2015 (Main Stage & Zelt):
K.I.Z. | SIRIUSMODESELEKTOR | SCHWESTA EWA | DOPE D.O.D. [NL] | KATE TEMPEST (UK) | COELY (BE) | AUDIO88&YASSIN | CHEFKET | MC BOMBER | 3PLUSSS & SORGENKIND | DÖLL & MÄDNESS | LUK&FIL + TUFU | REMI [AUS] | SLOWY & 12VINCE | GOLD ROGER & JOHNNY RAKETE | VEEDEL KAZTRO | ECKE PRENZ

Red Bull Music Academy Stage:
LAPALUX (UK) | ANDY STOTT [UK] | ROBOT KOCH | MUMDANCE [UK] | THROWING SNOW [UK] | ADDA KALEH [RO] | SWEDE:ART | RJ

Freitag, 5. Juni 2015

lunatic Festival 2015 // Tag 1 HipHop


Wie gestern angekündigt ist heute pünktlich um 15Uhr das lunatic Festival gestartet. Der Freitag stand ganz im Zeichen des HipHops und so gab sich heute ein Deutschrapper nach dem anderen die Klinke in die Hand. Obwohl der HipHop ja momentan in seiner Renaissance steckt und sich immer mehr Subgenres bilden, hat hier auf dem lunatic der gute alte Deutschrap regiert. Ohne viel Geschnörkel und Klimbim haben die Künstler heute Lines und Beats abgeliefert, die einen an die schönen 1990/2000er zurückdenken lassen. Ein bisschen Popeinfluss gab es aber auch. Einmal von unserem Freitagsfavoriten Chefket und auch die neuen Lieblinge des Raps Genetikk waren die notwendige Ausnahme dieser Theorie. Und gar nicht fassen lassen sich Moglebaum, welche einen schönen Break zwischen all dem Sprechgesang brachten.
Nun zu unseren Freitaghighlights:
Der Erste, der mich heute positiv überraschen konnte war AzudemSK der mit unaufgeregtem Skater-Rap den perfekten Soundtrack zu diesem unglaublich heißen Tag lieferte. Der Münsteraner fühlte sich so wohl auf der Bühne, dass er gar nicht mehr gehen wollte und trotz aufdringlicher Gesten von hinten zwei Zugaben spielte. Sehr cool! Mit geschlossenen Augen fühlte man sich wirklich ein wenig in die oben beschriebene glorreiche Zeit zurückversetzt. Wer mehr von AzudemSK hören will kann  das auf seiner Bandcamp Seite tun. Dort gibt es seine beiden EPs Vorwort und Classic zum reinhören.



Nach AzudemSK und dem ersten Sonnenbrand  gab es eine kurze HipHop-Auszeit präsentiert von Moglebaum. Das Quintett war mein persönliches Highlight heute. Die vier Herren + weibliche Begleitung (alle Barfuß) sahen auf den ersten Blick eher wie ein Folk-Kollektiv aus, als wie eine Electrogruppe. Doch beim ersten Beat waren alle Sorgen verflogen und auch Saxophon und Geige haben sich perfekt in die elektronische Klangwelt eingefunden. Das gefiel nicht nur mir, sondern auch den Zuschauern. Spannend und Zeitgemäß war jeder Track von Moglebaum eine Perle für sich. Ihr Remix zu S O H Ns Hitsingle Lessons bildete den krönenden Abschluss dieses wundervollen Konzertes.



Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann zum ersten Mal an diesem Tag zur Hauptbühne. Chefket stand auf dem Programm. Der Rapper ist zwar schon seit 2003 unterwegs, doch erst in den letzten Jahren hat seine Karriere so richtig Fahrt aufgenommen. Die meisten Songs des Wahlberliners sind zwar eher poporientierte Songs, doch bewies er in einigen Liedern richtige Doubletime Qualitäten. Besonders bei Live MCs ist der Mann zur Höchstform aufgelaufen und hat die hungrigen Besucher in Grund und Boden gerappt.  Kurios war die Verletzungsrate bei diesem Konzert. Erst brach bei dem Gesellen neben mir stoßartig Nasenbluten aus, nachdem er seine Freundin in die Arme genommen hat (Zufall oder Zeichen?). Dann stürzte ein anderer junger Mann noch hintenüber, als er versuchte sich in die Menge zu schmeißen. Der Junge war zwar noch bei Bewusstsein, sah aber schon ziemlich verpeilt aus. Der Unfall ereignete sich übrigens bei Chefkets Song Fliegen und Fallen (Zufall oder Zeichen?)


Der Freitag endete dann mit Genetikk. Die maskierten Rapper sind im Moment ja in aller Munde und werden von Pressevertretern aller Arten bejubelt.  Auf Youtube haben sie schon mitunter schon über 3Mio. Klicks und sind schon längst aus der Undergroundszene geflüchtet. Auch heute lieferten sie eine gute Show ab und wussten die Massen zu begeistern. Highlight hier war ihre neue Single .
Wünsch dir was

Müde aber glücklich schlendre ich nun langsam zu Bett und lassen den Tag Revue passieren. Gleichzeitig bin ich aber voller Vorfreude auf morgen, wo endlich Indie und Electro ansteht. Ganz besonders freue ich mich auf die Deutschpopper Helgen welche uns mit klugen Texten zu begeistern wissen. Doch auch sonst gibt es genügend Gründe morgen auch beim lunatic vorbeizuschauen.


Freitag, 15. Mai 2015

Mo Rayon - Fuckboi Exclusive


Wir haben mal wieder ein paar Hip-Hop Tracks für euch aus den Weiten der Bandcampwelt gekramt und präsentieren euch heute die neue EP von Mo Rayon, die am 10. Mai bei Raw Tapes erschienen ist.
Mo Rayon ist kein unbeschriebenes Blatt mehr, auch wenn der Name nicht wirklich die ganz großen Glocken läuten lässt. Neben der Mitarbeit am Projekt L.B.T., deren Album The Singles wir euch letzten Monat bereits vorgestellt haben, kann Rayon bereits mehrere Releases beim israelischen Label Raw Tapes vorweisen. Wie die Musik von L.B.T., erschließen sich die teils sehr sphärischen Klänge von Rayons Songs nicht beim ersten Hören. Durch extreme Entschleunigung baut sich eine beinahe bedrückend ruhige Klanglandschaft vor dem Zuhörer auf, die durch Vocal Samples immer wieder Risse im Soundgefüge zugefügt bekommt.
Während sich Astral Walks Forever (2013) noch zur Gänze diesen Klangdogmen unterwirft, befreit sich der Sound immer weiter aus der erzwungenen, doch bestimmt nicht unerwünschten, Einordung in Experimental/Instrumental Hip-Hop. Über Umwege, doch immer den Samples und der temporalen Modifikationen verschrieben, werden auf dem Album The Feels (2013) neben den bekannten Mitteln, auch R&B Motive utilisiert.
Beinahe schon an die allgemeinen, westlichen Hörgewohnheiten angepasst wirkt die neue Fuckboi Exclusive EP. Entspannte Beats laden zum Auflegen der Platte beim Grillen im Park ein und bieten trotz der oberflächlichen Eingängigkeit eine Koplexität und Vielschichtigkeit, die sich dem Hörer die EP lange interessant hält. Neben den gewohnt, mit viel Liebe zum Detail gebastelteten,  Experimentalbeats, offenbart Rayon auf Fuckboi Exclusive auch einen Flow der einfach on point ist.

Mittwoch, 22. April 2015

L.B.T (Live Beat Tapes) - The Singles


Heute verlassen wir mal die europäisch, beziehungsweise nordamerikanischen Zonen, die wir sonst so oft besuchen und wenden uns einer weiteren Musikmetropole zu, welche bis heute noch viel zu sehr unterschätzt wird. Die Rede ist von Tel Aviv. Die schon längst zum Szeneort avancierte Großstadt lässt immer mal wieder Künstler zu uns rüber schwappen, die unsere hiesige Musiklandschaft unglaublich bereichern. In Tel Aviv gefunden hat sich auch das 12köfpige Kollektiv L.B.T (Live Beat Tapes), die nun mit ihrem nächsten Album The Singles aufwarten.


Dass bei L.B.T die unterschiedlichsten Charaktere zusammenarbeiten, (HipHop-Produzenten, Jazz-Musiker, Rapper und Sänger) merkt man auf Anhieb. Die HipHop, beziehungsweise Jazz-Einflüsse sind sofort zu erkennen und geben der Musik ihren Geschmack. Damit abgetan ist es allerdings nicht! Das sage und schreibe, das 23-Titel umfassende Werk The Singles ist ein buntes und total abgedrehtes Kompendium an ausgetüftelten Beats und interessanten Instrumental- und Rap-Parts. The Singles wird aufgrund dieser Mischung zu einem Album, auf welches man sich Einlassen muss und das wahrscheinlich nur für Liebhaber von experimentellen und spielerischen Klangwelten interessant ist. Dabei lohnt sich der Ausflug allemal! Hat man sich erst einmal auf die 12 Jungs und Mädels eingelassen, wird man schnell von den neuen und frischen Ideen gefesselt. Am besten ist es, man genießt The Singles mit viel Zeit und Ruhe und einem Paar guter Kopfhörer. Denn erst dann entfaltet The Singles sein komplettes Potenzial. L.B.Ts Longplayer ist und bleibt eine Titelsammlung, die höchstwahrscheinlich wirklich nur für diejenigen interessant bleiben wird, die offen für neue und nicht ganz einfach zugängliche Künstler sind. Alle anderen wird L.B.T wahrscheinlich abschrecken. Ob ihr dem Kollektiv eine Chance geben wollt könnt am Ende also nur ihr selbst entscheiden.
Anhören könnt ihr die Tracks hier: http://rawtapes.bandcamp.com/album/the-singles

Freitag, 20. März 2015

lunatic Festival Bandcontest

Langsam beginnt sich das Line-Up der Festivals zu füllen und auch das lunatic Festival in Lüneburg wächst von Tag zu Tag mehr. Bis jetzt sind ganze 16 Bands bestätigt, welche einen frohen Mix aus Indie und Hip-Hop präsentieren. Hier nochmal alle Bestätigungen im Überblick:
Balthazar // Genetikk // Rangleklods // Chefket // Intergalactic Lovers // Retrogott & Hulk Hodn // Berlin Syndrome // AzudemSK // Bergfilm // Tice // Helgen // Monglebaum // Slowy & 12Vince // FensterPlatz // Krahnstøver // Consolers

Am Samstag kommt dann der nächste Act zum abwechslungsreichen Line-Up hinzu. Doch diesmal handelt es sich um einen absoluten Newcomer, denn am Samstag findet wieder einmal der lunatic Bandcontest statt. Vier aufstrebende Bands geben sich die Ehre und treten für den begehrten Festivalslot ins Rennen. Mit dabei sind das Lüneburger Rock-Kollektiv Donkey Shot, der wortgewandte Hamburger Rapper AfroDev.Ill-MuZiK, die Lüneburger Indie-Band Kota Connection und  der Singer-Songwriter Torben Tietz. Wer also Samstag noch nichts vor hat und Bock auf ein bisschen Live-Mukke hat sollte sich in den Metronom setzten und ab in die Salzstadt fahren.


Bis Samstag!

Samstag, 24. Januar 2015

lunatic Warm-Up No. 2


Heute noch nichts vor? Dann solltet ihr unbedingt einen Abstecher nach Lüneburg in den Salon Hansen wagen, denn da findet heute der zweite Teil der lunatic Warm-Up Parties statt. Stand letztes mal noch alles im Zeichen des Indies, werden heute die Hip-Hop-Liebhaber unter euch bedient. Live auftreten wird heute Abend die siebenköpfige Formation Pecco Billo. Diese Jungs pfeifen auf Turntables und Mixes und bringen alle ihre Beats live auf die Bühne.


Habt ihr danach immer noch Bock, dann könnt ihr euch auf das 4-Turntable-Set von DJ Direction und CRISH! freuen. DJ Direction hat uns schon auf dem Gig von Drunken Masters ordentlich eingeheizt und den beiden Großen ein wenig die Show gestohlen. Ihr könnt euch also auf einen fetten Abend freuen. Da bleibt nur noch zu sagen: Hin da!

Donnerstag, 15. Januar 2015

Kormac - Doorstep (Album Review)

Zwischen Bergen von Platten und CDs steht er verborgen. Als großem Musikliebhaber reichte Kormac das reine Hören seiner Lieblingsplatten nicht mehr aus. Er fing an zu samplen was das Zeug hält und aus den Bruchstücken vergangener Klassiker neue Hits zu basteln. Das nicht nur er mit seinen Kreationen zufrieden war, bewiesen Support Touren für The Flaming Lips und Portishead. Soweit die Ultrakurzfassung des Werdegangs des Produzenten aus Dublin.


Nachdem die Samplematerialien aufgebraucht waren, begann Kormac damit sich Sounds selbst aufzunehmen. Unterstützt wird er dabei von Bigband, Schlagzeuger, Bassisten und Sängern.
Diese Vielfalt zeigt sich deutlich auf dem morgen erscheinenden Album Doorstep.
Songs die wie Another Screen mit einem sich wiederholenden Gitarrenriff im Hintergrund und einem gesprochenen Vocals an Folk/Blues angrenzen werden aufgebrochen durch Melodien, die eher dem Mittelmeerraum zuzuorden sind.
Andere Lieder, wie zum Beispiel White Noise mit Speech Debelle, sind ganz klar dem Hip-Hop zuzuordnen. Die Instrumental Hip-Hop Elemente die sich im Beat des Liedes niederschlagen, werden auch an anderen Stellen im Album wieder aufgegriffen.
Und dann sind da wieder Songs wie Drown Me, dem die Sängerin Vyvienne Long, ebenfalls Irin, ihre Stimme leiht, die als Dreampop Stück anfangen und sich zum Hauptteil zu beinahe hymnischen Synthesizer-Kreationen auftürmen.


Insgesamt muss gesagt werden, nicht jedes Lied auf dem Album eignet sich für den Shufflemodus auf dem heimischen MP3-Player, aber gerade Songs wie White Noise sollte man sich nicht entgehen lassen.
Das Album zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus und man merkt deutlich die Liebe zum Basteln mit Sounds und der damit verbundenen Vergangenheit von Kormac.

Mittwoch, 15. Oktober 2014

Ancient Mith - Ciroc Shot Kool Herc

WHATEVERYOULIKE war mal wieder in den weiten Welten des Internets unterwegs um für euch fette Newcomer zu suchen.
Und wer hätte es gedacht, dass Internet hat uns natürlich nicht enttäuscht. Mit Ancient Mith haben wir zwar keinen Newcomer gefunden(Er ist schon seit mehr als 10 Jahren im Geschäft), aber trotzdem einen interessanten Hip-Hopper aus Amerika entdeckt. Ancient Mith zaubert uns nicht nur durch seine geilen Rhymes ein Lächeln ins Gesicht, sondern bringt uns außerdem mit seinen düsteren und deepen Beats in den 7ten Beathimmel. Wer, wie wir, auch total begeistert ist, der kann sich den Rapper aus Denver schon morgen im Molotow anschauen.  Dort wird er sein aktuelles Album And the dead shall lie there vorstellen. Für schlappe 8€ seid ihr dabei.

Als Entscheidungshilfe zeigen wir euch hier sein brandneues, heute erschienenes Musikvideo zu seinem Song Ciroc Shot Kool Herc


Sonntag, 3. August 2014

NehruvianDOOM - Albumtermin steht



Schon seit längerem ist klar es wird kommen, seit letzter Woche steht nun auch endlich der Termin und das Cover fest.  NehruvianDOOM wird das Album, das den selben Namen wie die Kollaboration trägt am 26.09. über das Label Lex Records veröffentlichen.

Nach einer gemeinsamen Show im April 2013 blieben der damals noch 16 jährige Bishop Nehru und das Urgestein MF Doom in Kontakt. Später wurde klar, dass es zu einer Zusammenarbeit kommen wird und Anfang dieses Jahres ging es für die beiden ins Studio.  Bekannt für seine namensändernden Kollaborationen, lässt sich sowohl von Doom, als auch von Bishop Nehru großes erwarten.
Diese Hoffnung bestätigte sich, beim ersten hören des Tracks Darkness. Auch der letzte Woche erschienene Song Om begeistert.


Mittwoch, 9. Juli 2014

Hamburger Dienstplan KW28


Der Sommer wird heiß und so langsam aber sicher verlagert sich die Feierei immer mehr aus den Clubs nach draußen in die Freiheit. Für diese Woche haben wir noch einmal aus allen Reserven geschöpft, doch ab nächster Woche ist der Dienstplan in den Sommerferien.

Jetzt aber ab zu den Highlight dieses Wochenendes. Mit Blank Realm gibt es am Donnerstag psychodelisch angehauchten, gitarren-lastigen Rock aus Brisbane auf die Ohren. Wer elektronische Musik bevorzugt, den schicken wir in den Pudel zu Felix Kubin (Sci-Fi Pop) und Helena Hauff (Acid Techno). Beides recht abgedreht, aber ziemlich cool.

Wem es am Donnerstag im Pudel gefallen hat, kann eigentlich gleich für RatKat und Superdefekt, zwei Hamburger DJ da bleiben. Wer Abwechslung und etwas gute Laune Zecken-Rap braucht, sollte sich um 20 Uhr im Grünen Jäger einfinden. Jay Luxe klingt nach Sommer, Lässigkeit und Neonschwarz.

Am Samstag gibt es eine wunderschöne Zusammenkunft auf dem Wasser zu feiern. Das Übel & Gefährlich schickt Djs auf die Ms Stubnitz und für eine dicke Party ist gesorgt. Ebenfalls sehr tanzbar und auch für alle Seekranken unter euch geeignet, Niko Schwind in den Docks.

Macht das beste draus und viel Spaß beim abgehen.

Freitag, 24. Januar 2014

Wochenendplan


Auch dieses Wochenende gibt es wieder einiges zu erleben. Geht raus und macht was!

Donnerstag, 23. Januar 2014

Bishop Nehru - You Stressin' (Prod. Disclosure)

Das zur Zeit absolut zu Recht gehypte Brüderpaar Lawrence besser bekannt unter dem Namen Disclosure meldet sich zurück und wagt sich mit ihrem neuen Song in neues Terrain. Doch was soll man sagen, die beiden haben es einfach drauf.
Der sowieso schon lässige Flow von Rapper Bishop Nehru passt perfekt zu den langsamen Beats, die Disclosure da gebastelt hat. Und nicht nur die Lautsprecher sind am wackeln, wenn man den Song aufdreht. Den Kopf dabei still zu halte - unmöglich-.
Was kann man noch sagen... ach egal. Hört es euch an und genießt.