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Freitag, 15. Mai 2015

Mo Rayon - Fuckboi Exclusive


Wir haben mal wieder ein paar Hip-Hop Tracks für euch aus den Weiten der Bandcampwelt gekramt und präsentieren euch heute die neue EP von Mo Rayon, die am 10. Mai bei Raw Tapes erschienen ist.
Mo Rayon ist kein unbeschriebenes Blatt mehr, auch wenn der Name nicht wirklich die ganz großen Glocken läuten lässt. Neben der Mitarbeit am Projekt L.B.T., deren Album The Singles wir euch letzten Monat bereits vorgestellt haben, kann Rayon bereits mehrere Releases beim israelischen Label Raw Tapes vorweisen. Wie die Musik von L.B.T., erschließen sich die teils sehr sphärischen Klänge von Rayons Songs nicht beim ersten Hören. Durch extreme Entschleunigung baut sich eine beinahe bedrückend ruhige Klanglandschaft vor dem Zuhörer auf, die durch Vocal Samples immer wieder Risse im Soundgefüge zugefügt bekommt.
Während sich Astral Walks Forever (2013) noch zur Gänze diesen Klangdogmen unterwirft, befreit sich der Sound immer weiter aus der erzwungenen, doch bestimmt nicht unerwünschten, Einordung in Experimental/Instrumental Hip-Hop. Über Umwege, doch immer den Samples und der temporalen Modifikationen verschrieben, werden auf dem Album The Feels (2013) neben den bekannten Mitteln, auch R&B Motive utilisiert.
Beinahe schon an die allgemeinen, westlichen Hörgewohnheiten angepasst wirkt die neue Fuckboi Exclusive EP. Entspannte Beats laden zum Auflegen der Platte beim Grillen im Park ein und bieten trotz der oberflächlichen Eingängigkeit eine Koplexität und Vielschichtigkeit, die sich dem Hörer die EP lange interessant hält. Neben den gewohnt, mit viel Liebe zum Detail gebastelteten,  Experimentalbeats, offenbart Rayon auf Fuckboi Exclusive auch einen Flow der einfach on point ist.

Mittwoch, 22. April 2015

L.B.T (Live Beat Tapes) - The Singles


Heute verlassen wir mal die europäisch, beziehungsweise nordamerikanischen Zonen, die wir sonst so oft besuchen und wenden uns einer weiteren Musikmetropole zu, welche bis heute noch viel zu sehr unterschätzt wird. Die Rede ist von Tel Aviv. Die schon längst zum Szeneort avancierte Großstadt lässt immer mal wieder Künstler zu uns rüber schwappen, die unsere hiesige Musiklandschaft unglaublich bereichern. In Tel Aviv gefunden hat sich auch das 12köfpige Kollektiv L.B.T (Live Beat Tapes), die nun mit ihrem nächsten Album The Singles aufwarten.


Dass bei L.B.T die unterschiedlichsten Charaktere zusammenarbeiten, (HipHop-Produzenten, Jazz-Musiker, Rapper und Sänger) merkt man auf Anhieb. Die HipHop, beziehungsweise Jazz-Einflüsse sind sofort zu erkennen und geben der Musik ihren Geschmack. Damit abgetan ist es allerdings nicht! Das sage und schreibe, das 23-Titel umfassende Werk The Singles ist ein buntes und total abgedrehtes Kompendium an ausgetüftelten Beats und interessanten Instrumental- und Rap-Parts. The Singles wird aufgrund dieser Mischung zu einem Album, auf welches man sich Einlassen muss und das wahrscheinlich nur für Liebhaber von experimentellen und spielerischen Klangwelten interessant ist. Dabei lohnt sich der Ausflug allemal! Hat man sich erst einmal auf die 12 Jungs und Mädels eingelassen, wird man schnell von den neuen und frischen Ideen gefesselt. Am besten ist es, man genießt The Singles mit viel Zeit und Ruhe und einem Paar guter Kopfhörer. Denn erst dann entfaltet The Singles sein komplettes Potenzial. L.B.Ts Longplayer ist und bleibt eine Titelsammlung, die höchstwahrscheinlich wirklich nur für diejenigen interessant bleiben wird, die offen für neue und nicht ganz einfach zugängliche Künstler sind. Alle anderen wird L.B.T wahrscheinlich abschrecken. Ob ihr dem Kollektiv eine Chance geben wollt könnt am Ende also nur ihr selbst entscheiden.
Anhören könnt ihr die Tracks hier: http://rawtapes.bandcamp.com/album/the-singles

Dienstag, 11. November 2014

Buttering Trio - Jam

Es ist Samstag Nachmittag und der letzte Tag des Reeperbahn Festivals. Auf einer der künstlerisch angehauchten Metallbänke vor dem Onyx Hotel sitzen die drei von Buttering Trio umringt von ihren Instrumenten. Wir werden mit einem freundlichen Lächeln und einem Stück getrockneten Ingwer begrüßt.
Während wir Zeuge einer Show werden, die für einen Auftritt in einer Hotellobby ungewöhnlich viel tanzbare Energie versprüht, wird uns klar, dass wir wahrscheinlich ordentlich was Verpasst haben, als wir es nicht zum Auftritt am Vorabend geschafft haben. Die Songs der Show entstammen der 2014 in Deutschland erschienenen Platte Toast des Trios.


Obwohl in Tel Aviv aufgewachsen, fand die Band in der aktuellen Form in Berlin zusammen und verbrachte dort so manche schlaflose  Nacht im Proberaum. Das sei auch wichtig, sagt die Band. Ideen finden sie durchs drauf los spielen, Probieren und Jammen. Hierbei sei es erstmal egal ob alleine oder im Team. Beides gibt den Multi-Band-Musikern Inspiration auf ein ganz eigene Art. Die Musikszene in Tel Aviv ist klein und so spielen alle drei neben dem Buttering Trio noch in anderen Bands und haben ihre jeweiligen Soloprojekte. Echte Vollblutmusiker eben. Und genau daher hat die Gruppe solch einen kontinuierlichen Drang nach vorne, der sich aktuell in ihr neustes Album Jam entlädt, das hierzulande am Freitag über das Label Raw Tapes erscheint.


Während der Experimentalismus auf dem Debüt noch an jeder Ecke, in jeder Note spürbar war und sich das Werk somit selbst etwas in einen Randbereich der Hörerschaft gedrängt hat, scheint es den Talenten aus Tel Aviv dieses Mal gelungen zu sein, eine Mischung zu finden, die sich auch abseits der etwas skurielen Nische des ersten Albums etablieren kann. Stringent und entspannten, mit hörbar viel Liebe zum Detail gebastelten Trip-Hop- Beats folgend, hangeln sich auch dieses Mal Klänge aus der Heimat des Trios zwischen westlich geprägte Drumpatterns entlang. Unüberhörbar bleiben jedoch und zum Glück, die Einflüsse des Nu-Jazz und des instrumentalen Hip-Hops. Neben den sanft einsetzenden Saxofonläufen gewinnen die Sonsgs nicht nur durch den träumerischen Gesang von Karen Dun, sondern vor Allem durch die vielschichtigen Synthesizerstrukturen, die auf Jam deutlicher ins Gewicht fallen, als noch auf Toast.
Das Album wirkt als Gesamtkonzept schlüssig und hinterlässt einen mit dem Gefühl aus einem unwirklichen Traum zu erwachen.

Die drei Vollzeitkreativen haben verraten, dass schon an neuen Klangkreationen gearbeitet wird, damit die Medienmaschinerie bloß nicht ins stocken gerät. Ab Freitag könnt ihr aber erst einmal mit Jam vorlieb nehmen und auf den nächsten Brotaufstrich warten.