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Montag, 17. August 2015

MS Dockville 2015

Foto von Hinrich Carstensen

Die letzten Umbauarbeiten auf dem Gelände werden gerade abgeschlossen und Freitag startet endlich wieder ein Wochenende voller Kunst, Musik und netter Menschen. Das MS Dockville öffnet zum neunten Mal seine Pforten.
Wenn die Rede von Festivals in und um Hamburg ist, ist ein Name inzwischen schon nicht mehr wegzudenken. Das früher dem Indie und Indierock verschriebene Festival, hat sich in den letzten Jahren verändert. Es ist gewachsen und hat neue Freunde gewonnen. Inzwischen strotzt das Line-Up vor IDM und Techno Künstlern. Die Indiegrößen sind nur noch vereinzelt zu finden und genau das ist es, was das MS Dockville ausmacht. Das Team schafft es mit der Zeit zu gehen, sie in Sachen Geschmack meistens zu überholen und dennoch den eigenen Stil zu bewahren. Was dieses Jahr noch ein weißer Fleck auf der persönlichen Musikerlandkarte ist, entpuppt sich häufig im folgenden Jahr als das nächste "große Ding". Hier lohnt sich das genaue Durchhören der aufgefahrenen Musikeransammlung also doppelt, denn das MS Dockville ist seit jeher einer der lokalen Hypegeneratoren.

Auch dieses Jahr hinterlässt der Blick auf den Timetable zunächst eine Menge Fragezeichen in den Augen und Gehörgängen, doch auch ein paar große Namen und alte Bekannte sind zu entdecken.
Da die Majorität die oberen Acts bestimmt kennt, befassen wir uns in den nächsten Tagen eher mit den noch unbekannteren, aber nicht weniger aufregenden Bands und Künstlern.

Das MS Dockville beginnt ganz offiziell am Freitag um 15 Uhr, aber wer mag kann schon am Donnerstag anreisen und das Zelt in Position bringen und sich im Nest oder im Butterland ein wenig eingrooven und die müden Beine aufwärmen.
Wer noch keine Eintrittskarte sein Eigen nennen kann sollte sich schnell in den nächstgelegen Ticketshop bemühen und investieren. Es wird sich lohnen.

An dieser Stelle ein Dank an Hinrich Carstensen, dass wir sein Foto verwenden durften. Auf seiner Seite gibt es noch mehr großartige Bilder vom MS Dockville 2014


Hier noch einmal das komplette Line-Up im Überblick:

INTERPOL (USA) | CARIBOU (CAN) | TOM ODELL (UK) | JOSE GONZALEZ (SWE) | BOYS NOIZE | DJANGO DJANGO (UK) | FOUR TET (UK) | PRINZ PI | ANNENMAYKANTEREIT | DIE ORSONS | FM BELFAST (ISL) | FRISKA VILJOR (SWE) | LITTLE DRAGON (SWE) | ALLE FARBEN (DJ SET) | SIZARR | ROOSEVELT | ODESZA (USA) | DARWIN DEEZ (USA) | ASGEIR (ISL) | BEAR'S DEN (UK) | HVOB (live) | LEXER | SYLVAN ESSO (USA) | ANTILOPEN GANG | ZUGEZOGEN MASKULIN | ERRDEKA | SON LUX (USA) | TALISCO (FR) | YOUNG FATHERS (GB) | THE AVENER (FR) | RØDHÅD | RECONDITE | NICONÉ & SASCHA BRAEMER | STWO (FR) | BLOMQVIST (live) | CHRISTIAN LÖFFLER (LIVE) | RANGLEKLODS (DK) | ROMANO | DAN DEACON (USA) | HAUSCHKA | SHURA | (UK) DIE VÖGEL | BENJAMIN BOOKER (USA) | VAULTS (UK) | ALL WE ARE (UK) | HÆLOS (UK) | SUFF DADDY | FATONI SYLABIL | SPILL FINDUS | DANIEL BORTZ | FELIX JAEHN | JONAS MANTEY | FJAAK (live) | EGOKIND & OZEAN (live) | HAYDEN JAMES (AUS) | KLANGTHERAPEUTEN | NIKLAS IBACH | ANDREAS MOE (SWE) | OUGHT (CAN) | JONAH | POOL | WARM GRAVES | TROPICS (UK) | FORT ROMEAU (UK) | SEKUOIA (DK) | KLAUS JOHANN GROBE (CH) | PARCELS (AUS) | WOMAN | HUBBABUBBAKLUBB (NOR) | DRAUF UND DRAN | THE GLITZ | DAVE DK | DOUGLAS GREED | FEAST. | RSS DISCO | DINNERDATE | NOD ONES HEAD | SAINT WKND | INTO LALA | GOLF | POWEL | YUKO YUKO (NL) | SVÄVA (NL) | JACK THE HUSTLER (FIN) | TRASHLAGOON (live) | WEISSER RABE | LIEBEMACHEN | OCCUPANTHER | AV AV AV (DK) | LUKA | HADE | ENNIO | DAVIDÉ | MIS-SHAPES | KING KONG KICKS | SARAH & JULIAN | PECCO BILLO | STEFFEN BENNEMANN | KONRAD WEHRMEISTER | TISCHDISCO | MARC „DIRTY“ DEAL | BANDULERA | BENET RIX | SPECKMANN (BEYKIN) | CHEZ MIEKE | JOHANNES RAUM | SAMPLEMIND | DIMO KYRMANIDIS | MISANTHROP | CARSTEN STÄCKER | GERALD STEYR | DER MO | OSKAR | SPOCHT | SLIM CHARLES | HABITAT | USUS | KUNO | GIACOMO (IT) | GRAPES | DJ.O | FJÖRN & BRANZ | THE LAST THINGS | DER BÜRGERMEISTER DER NACHT | SHERLOCK DOPE

Dienstag, 28. Juli 2015

SPEKTRUM FESTIVAL 2015


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Während das MS Dockville inzwischen wohl auch über Hamburgs Grenzen hinaus kein wirklicher Geheimtipp mehr ist - was es allerdings nicht weniger großartig macht - ist für viele das Eintagesfestival Spektrum wahrscheinlich noch kein Begriff.
Unter dem Motto "Spektrum - Momentaufnahme Beatkultur" präsentieren die Veranstalter dieses Jahr zum vierten Mal ein prall gefülltes und Genregrenzen überschreitendes Line-Up, gespickt mit Perlen vom deutschsprachigen Rap-Duo bis hin zum IDM Künstler mit einem Hang zu versch(r)obenen Beatmustern.
Trotz der Vielfalt was die Künstler angeht, scheinen die Headliner wohl festzustehen. K.I.Z. werden ordentlich vom neuen Album präsentieren, hoffentlich aber auch noch ihre alten Hits zum besten geben. Neben dem Trio infernale, geben sich auch noch alte bekannte die Ehre. Chefket war nicht nur letztes Jahr Gast auf dem Spektrum sondern, genau wie Gold Roger, auch gerade erst vor knapp zwei Monaten auf dem lunatic in Lüneburg.
Wo noch im letzten Jahr SSIO mit seinem Proll-Drogen-Rap das Publikum über Methoden des Cannabis Vertriebs belehrte, wird am Samstag Schwester Ewa Einblick ins älteste Gewerbe der Welt geben.
Auf insgesamt drei Bühnen kann am Samstag ausgiebig auf dem MS Dockville Gelände mitgenickt und geraved werden, während nebenan die Freunde der seichteren elektronischeren Musik auf dem Vogelball den Luxus der Anonymität hinter Vogelmasken genießen können. Neben dem Zelt in dem die bereits aufgezählten Rapper die "Flows kicken" werden, werden im Maschinenraum neben der UK Rapperin und bald Autorin Kate Tempest vor allem Audio88 & Yassin den ganz normalen Samt auslegen.
Wer sich eher auf dem Melt! als auf dem Splash Zuhause fühlt, kann seine Tanzwut auf der Red Bull Music Acedemy Stage raus lassen. IDM mit Samplecharakter und souligen Vocals wird hier am frühen Abend von Lapalux geboten. Mein persönlicher Höhepunkt beginnt allerdings erst um kurz nach 12. Mumdance, der dieses Jahr zusammen mit Logos das Album Proto veröffentlicht hat, schafft es trotz seines jungen Alters authentischen 90er Industrial-Techno zu basteln, der einen gedanklich in die ranzigsten und fertigsten Undergroundclubs Englands zieht.
Um euch die persönliche Line-Up-Abstimmung zu erleichtern, haben wir euch eine kleine Spektrum-Youtube-Playlist zusammengestellt, die alle Künstler beinhaltet. Viel Spaß beim schauen und staunen!

Das Spektrum findet am 01.08 ab ca. 14Uhr auf dem MS Dockville Gelände in Hamburg Willhelmsburg statt.




Hier nochmal das komplette Line-Up auf einen Blick:

Line-Up 2015 (Main Stage & Zelt):
K.I.Z. | SIRIUSMODESELEKTOR | SCHWESTA EWA | DOPE D.O.D. [NL] | KATE TEMPEST (UK) | COELY (BE) | AUDIO88&YASSIN | CHEFKET | MC BOMBER | 3PLUSSS & SORGENKIND | DÖLL & MÄDNESS | LUK&FIL + TUFU | REMI [AUS] | SLOWY & 12VINCE | GOLD ROGER & JOHNNY RAKETE | VEEDEL KAZTRO | ECKE PRENZ

Red Bull Music Academy Stage:
LAPALUX (UK) | ANDY STOTT [UK] | ROBOT KOCH | MUMDANCE [UK] | THROWING SNOW [UK] | ADDA KALEH [RO] | SWEDE:ART | RJ

Freitag, 13. Februar 2015

Diagrams im Molotow

Ende Januar ist das aktuelle Album von Sam Genders Künstlerkollektiv, aka Diagrams erschienen. Wie schon damals angekündigt, wird sich die Band morgen Abend im hamburger Molotow die Ehre geben. Gerade erst haben wir dort ein großartiges Konzert von The/Das hinter uns gebracht und schon gehts wieder in die trauten Hallen, bestrahlt in Rot, Lusthauses aller Musikfans.
Entspannte Folk Klänge, abgeschmeckt mit einer Priese Synthiesounds erwarten euch. Perfekt also für das Absacker-Bier mit seinem "Valentine".

Los gehts um 20Uhr und ein paar Tickets gibt es auch noch käuflich zu erwerben.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Tristesse und Schwäbische Kleinbürgerlichkeit - Im Interview mit Karies

Tristesse irgendwo zwischen Stuttgart und Ulm, genauer Kreis Göppingen und jetzt hier. Ich sitze neben Käsebrötchen und Chips mit den vier Jungs von Karies im Golem, Hamburg. Der Raum ist eng und von draußen drängen sich psychedelische Gitarrenklänge durch die Tür. Die Band sitzt mir und einer auf sie gerichteten Schreibtischlampe verhörähnlich gegenüber.
Mit kaltem Bier in der wärmenden Hand taut alles recht schnell auf, was aber auch daran liegt, dass es sich bei der Gruppe um Grundsympathen handelt.


Karies ist eine der aktuell aufstrebenden Bands aus der Stuttgarter Szene, die sich dem Post-Punk und Noise verschrieben hat. Überschneidungen mit anderen Bands aus der Gegend gibt es nicht nur was den Sound angeht, sondern auch personell. So gibt Kevin nicht nur bei Karies am Schlagzeug das Tempo an, sondern drängt auch bei Die Nerven erbamungslos nach vorne. Auch Bassist Benni ist noch in weiteren Bands vertreten. Unter Anderem sorgt er in der Live Band von Peter Muffin, dem Solo-Projekt von Nerven Basser Julian, für die nötigen Tiefen.
Angefangen hat das Ganze schon vor etwa sieben Jahren in einem Proberaum im schon erwähnten Göppingen. Musikalisch hatte das ca. 50km entfernte Stuttgart schon damals eine starke Anziehungskraft. Besonders wichtig waren und sind das KOMMA in Esslingen und das FFUS. Viele Konzerte, nicht mal nur Gitarrenmucke, hauptsache "gegen Hörgewohnheiten verstoßen". Inzwischen ist die Verbindung zum KOMMA wahrscheinlich sogar noch gewachsen. Benni, mittlerweile nach Stuttgart gezogen, packt ehrenamtlich mit an und ist mit dem Betreiber befreundet.


Wütend, freibrechend, von den 80ern geprägter Post-Punk: so lässt sich Karies Sound am besten beschreiben. Aber warum besingt noch eine junge deutsche Band, mit maßgeschneiderten Texten den Ausgang aus der Adoleszenz und den Eintritt in ein viel zu träges und selbstgefälliges Leben? Und warum verzehrt sich die deutsche Musiklandschaft zur Zeit nach genau dieser Art von Musik? So ganz genau kann uns das auch niemand aus der Band erklären.
2012 fand Benni Zugang zu New-Wave Bands wie Abwärts und Fehlfarben. Nicht nur klang die Musik für ihn aufregend, frisch und passend, es wurde auch klar, dass es Leute in der Umgebung gab, die in die selbe Richtung strebten.
Die schon angesprochene Stuttgarter Szene und speziell die Post-Punk-Szene war nie so dominant, als dass man sich hätte "uniformieren können". Stattdessen inspiriere man sich immer wieder gegenseitig und jeder sucht sich seine eigene Richtung.


2013 erschien dann endlich das erste Tape von Karies. Fun ist ein Stahlbad wird an einem Abend aufgenommen. An den Reglern steht Max Rieger, Gitarrist von die Nerven. 7 Songs, Drang nach vorne und ein hochgreifendes Zitat aus der Didaktik Dialektik der Aufklärung als Tapename.
Im Laufe des nächsten Jahres reifen die Tracks auf den Konzerten wie ein guter Wein und im Oktober diesen Jahres erschien das nicht minder zitatlastig betitelte Debütalbum Seid umschlungen Millionen.
"Ich hatte ein Buch gelesen, in dem es um das Jahr der Brüdelichkeit ging [...] die Forderung nach Solidarität und Verbrüderung klingt heutzutage lächerlich und pathetisch" sagt Sänger/Bassist Max Nosek.
Auch das Cover hat starken Bezug zum Inhalt des Albums. Jans Elternhaus als Symbol für Tristesse und schwäbische Kleinbürgerlichkeit.
Das Album klingt erwartungsgemäß sehr viel gereifter als das Demotape, mit mehr Tiefgang, einer klareren Struktur und einem Druck, der sich in die Magengegend eingräbt. Die Weiterentwicklung wird auch klar, wenn man einen Blick auf die Titelliste wirft. Nur zwei Songs von Fun ist ein Stahlbad, Misere und Wahrheit träumt nicht schafften es auf die Platte.
"Misere hat eine neue Richtung eingeschlagen. Als wir anfingen hatten wir noch ein Casio Keyboard dabei und man wusste noch nicht wo es hingehen sollte [...] Es waren auch die bis dato gereiftesten Songs". Mit den Aufnahmen auf Seid umschlungen Millionen haben sie nun endlich die von der Band gewünschte Form erreicht.

Freitag, 12. September 2014

Das war das Ackerfestival 2014


20 Kilometer nördlich von Hamburg findet man auf der Landkarte die kleine Gemeinde Kummerfeld. Seit nunmehr 9 Jahren findet dort das Ackerfestival statt, dass inzwischen nicht mehr nur die ansässige Dorfjugend, sondern auch die hippen Kids aus der Hansestadt anzieht. Dazu kommt eine handverlesene Auswahl von 15 Bands, die die Genregrenzen sprengt und für fast jeden etwas bietet.




Es ist schon seltsam wie sehr man durch Festivals wie das Melt! oder das Dockville geprägt wird. Man erwartet Tonnen von Glitzer und eine Gemeinschaft die aussieht, als wären 90% hier um entweder auf die Startseite sämtlicher angesagten Modeblogs oder in die aktuelle Kolumne über fancy Festivalbesucher der Vice zu kommen. Verglichen mit diesen Festivals wirkt das Ackerfestival auf den ersten Blick wie eine verdammt liebevoll und ziemlich gut organisierte Dorffete. Doch die anfänglichen Zweifel lösten sich, angeregt durch super offene Festivalbesucher, einer entspannten Stimmung und einer familiären Atmosphäre, in Luft auf. Schnell wird klar, hier wird eine 2000 mann/fraustarke Party gefeiert, auf der noch jeder seinen Verkleidungsfetisch auslebt ohne dem "Show and Shine Mechanismus" der großen Indie-Elektro-Festivals verfallen zu sein. Mindestens 3 Typen in Kleidern und mehr als ein Mensch im Tierkostüm.


Während am Freitag noch eher unbekannte Bands spielten fuhr das Festival am Samstag tatsächlich neben den Wahlberlinern Zugezogen Maskulin auch Bands wie I Heart Sharks und Kadavar auf.
Besonders im Gedächnis sind mir Freitag wohl die Jungs aus Gütersloh geblieben, die unter dem Namen Freiburg bei This Charming Man Records unter Vertrag stehen und ihren wütenden Deutsch-Post-Punk in einen sonnigen Nachmittag hinausbrüllten. Das hat charakter und Energie. Mit dem Moped in den Sonnenuntergang richtung Hamburg fahrend, wächst die Lust auf den nächsten Festival Tag.


Leider beginnt der Samstagabend eher wolkenverhangen und von Nieselregen durchzogen, doch der Stimmung tut das keinen Abbruch. Die Besucher scheinen langsam wach zu werden und das Publikum hat sich sichtlich verändert. Die vormals fast ausschließlich dem Rock und Punk Milieu zuzuordnenden Gäste wurden ergänzt durch Röhrenjeans und Jutebeutel tragende Musikjünger. Diversität tut gut und auch hier fühlt sich inzwischen jeder wie zu Hause und an seine Dorfjugend zurückerinnert, ganz egal ob man die jemals erlebt hat oder nicht.
Mexikaner trinkend und das Publikum mit Ratschlägen über das Leben und die Liebe ausstattend beweist Love A einmal mehr, dass Musik Leben verändern kann. Aber lassen wir dieses hoch gestochene Deuten von Kunst und ihrer Wirkung mal außen vor, die Band macht einfach gute Mucke. Im Interview haben wir aus den Jungs dann noch rausquetschen können, dass es für sie ab Oktober wieder ins Studio geht und sich alle Fans auf eine neue Platte freuen können.


Mindestens genauso ambitioniert zeigte sich auch das Duo Zugezogen Maskulin, dierekt vom First We Take Berlin Festival angereist. Verzerrter Mund und Wahrheits entzerrende Texte zeichnen grim104 aus und auch vor Publikum, von denen sich wahrscheinlich die wenigsten als Hip-Hop Fans bezeichnen würden geben er und Testo ordentlich Gas. Eigentlich war wirklich alles dabei. Von Klassikern wie Chrystal Meth in Brandenburg bis Pyro in den Reihen der Besucher. Da hat sich Buback wirklich zwei Gute geschnappt.


Zeitsprung. Inzwischen ist es dunkel und I Heart Sharks haben eine Performance abgeliefert die Spaß gemacht hat, doch auch genau die Erwartungen getroffen hat, die man an eine solche Band stellt. Nicht schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich. Viel Gerede, denn anscheinend hat Sänger Pierre Bee inzwischen Deutsch gelernt und kennt mehr Wörter als noch im Song Neuzeit ihres ersten Albums. Das Konzert ist gelaufen und wir lassen uns treiben. Angelockt von einem lautem Geschrei und einer Menschentraube bewegen wir uns in den hinteren Teil des Festivalgeländes wo wir auf eine Gruppe Besucher, man möchte sie fast als Chor bezeichnen, treffen, die mit engelsgleichen Stimmen die Worte "Weg mit den Klamotten" skandieren und oberkörperfrei nach neuen Jüngern suchen. Da haben wir es dann doch noch, unser Vice-Like Party Foto und eine Erinnerung an ein verdammt nettes Dorffest, pa exelance. Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder.


Alle Fotos gibt es hier.
An dieser Stelle auch noch mal ein dickes Danke an die Organisatoren.

Mittwoch, 30. Juli 2014

Über Politik, das Übel & Gefährlich und den Stadtpark - Interview mit Lüam von Findus

Letztes Wochenende fand im Nauwieser Viertel Saarbrückens das Nauwieser Fest statt. Ein Straßenfest mit Fressbuden, Ständen von Geschäften aus dem Viertel und ab und zu durchdringenden Charme des linken Hintergrunds. Abendes spielten auf den zahlreichen Bühnen verschiedenste Bands, unter anderem auch die Nordlichter von Findus. Ich habe mich vor dem Konzert mit Sänger Lüam auf ein Getränk in einem Waschsalon getroffen und mit ihm ein wenig über Festivals, Politik in der Musik und Hamburg geschnackt.




WYL: Ihr spielt dieses Jahr eure Festival Tour, welches Festival war
bisher euer Highlight, Hurricane oder doch lieber eines der kleinen
Festivals?

Lüam: Es war beides recht unterschiedlich. Hurricane war schon echt
cool, weil es auch einfach ein nettes Festival ist und für die Künstler 
echt angenehm. Was auch richtig gut war, war das SL-Rocks in Schleswig. 
Ein ganz kleines Festival, das schon im Mai stattfindet. Das war total super, 
das war sehr persönlich gemacht.

WYL: Und welche Festivals und Locations fehlen euch noch auf eurer Liste?

Lüam: (puhh) Ganz konkrete Ziele haben wir da nicht. Ich find’ der
Stadtpark in Hamburg wäre so ein Ziel, aber das hat noch Zeit. Ich
finde wir sind noch nicht die Band die unbedingt im Stadtpark spielen
muss. Aber in ein paar Jahren, das wär schon was. 
Und dann gibt’s natürlich noch Sachen, wie zum Beispiel das Roskilde 
Festival oder Wuhlheide in Berlin. Das sind Sachen die wir ganz schön 
und beeindruckend finden... vielleicht spielt man da mal, vielleicht nicht. 
Aber cool wär’s auf jeden Fall.




WYL: Das Nauwieser Viertel ist ja doch recht stark politisch beeinflusst, 
wie wichtig ist für euch Politik in der Musik?

Lüam: Man lebt ja in einer Gemeinschaft und einem Kontext der sehr
stark von Politik geprägt ist, oder auch bestimmt wird durch Politik
und allein dadurch ist schon jeder Mensch ein Stück weit politisch,
muss es irgendwie sein. Ich glaube politisches Bewusstsein ist das
Einzige, was da erst mal noch fehlt. Im Grunde genommen ist ja jeder
Mensch, der in einer Gesellschaft lebt wie wir, schon politisch durch
sein Handeln. Wo kauf' ich ein, was ess' ich, das ist ja schon Politik
ob man will oder nicht und ich finde es schwierig daher als einzelner
Mensch zu sagen "ich bin unpolitisch", weil das halt gar nicht geht.
Das politische Bewusstsein wiederum zu schulen und sich damit konkret
auseinander zu setzen, glaube ich, ist anstrengend und das verstehe
ich auch, wenn da nicht jeder Bock drauf hat. Dazu gehören Fragen wie,
"was bedeuten bestimmte Entscheidungen für mich und wie kann ich 
mich da auch einmischen".
Ich beschäftige mich viel mit Politik, mal mehr und mal weniger
praktisch, und auch wenn sich Sachen in der Stadt dann ändern oder
veranlasst werden, das lässt mich dann halt auch nicht los und
spiegelt sich dann auch in den Texten wieder. Allerdings finde ich,
dass wir keine politische Band sind und dass das auch nicht das Ziel
sein sollte. Politik ist klar und sollte selbstverständlich sein und
eine Band ist in erster Linie eine Kunst- und Kulturform. Ich hab also
erst mal die Aufgabe gute Musik und gute Kunst zu machen. Mal
beschäftigen einen die persönlichen Empfindungen und mal mehr die
Politik. Es gibt schon viele politische Bands und auch viele gute,
aber in erster Linie solltest du als Mensch politisch sein und dich
dafür nicht hinter so einem Kultur- oder  Kunstding verstecken.

WYL: Welche Locations würdest du für einen geilen Abend in 
Hamburg empfehlen?

Lüam:  Empfehlungen finde ich eigentlich immer schwierig. Im Endeffekt
sollte ja jeder selber wissen worauf er Bock hat. Wenn du mich jetzt
konkret fragst "Ich hab Bock auf gute Burritos, wo muss ich da hin?",
dann sag ich ihm Jim Burrito’s. 
Nett ist auch sich im Sommer im Sternschanzen-Park die Fußballspiele 
anzugucken und ein Bier trinken.
Was Clubs angeht würde ich wohl das Übel & Gefährlich empfehlen. Ich
find es einfach geil, dass die ganz unterschiedliche Sachen machen,
aber immer mit einem gewissen Anspruch an die Veranstaltung an sich.
An sich hasse ich Bunker, aber ich finde sie machen es gut indem sie
die Veranstaltungen liebevoll gestalten und das merkt man dann ja auch.
Ansonsten ist der Pudel als Ort noch sehr spannend. Schon einfach weil
es am Hafen ist. Es wird da zwar auch viel Hamburg-Klischee bedient,
aber diese Mischung aus Dreck und Anspruch finde ich ganz angenehm.
Ich mach es mir jetzt einfach mal leicht und würde noch das Molotow
empfehlen, weil es einfach als Laden echt nett ist. Ah ne, Hafenklang.
Der muss auch noch auf die Liste.




Im Anschluss an das Interview spielten Findus ein  wirklich gelungenes Konzert auf der Hauptbühne. Wer die Jungs auch mal live sehen würde kann das zum Beispiel am 10.10. im Knust in Hamburg.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Hamburger Dienstplan KW28


Der Sommer wird heiß und so langsam aber sicher verlagert sich die Feierei immer mehr aus den Clubs nach draußen in die Freiheit. Für diese Woche haben wir noch einmal aus allen Reserven geschöpft, doch ab nächster Woche ist der Dienstplan in den Sommerferien.

Jetzt aber ab zu den Highlight dieses Wochenendes. Mit Blank Realm gibt es am Donnerstag psychodelisch angehauchten, gitarren-lastigen Rock aus Brisbane auf die Ohren. Wer elektronische Musik bevorzugt, den schicken wir in den Pudel zu Felix Kubin (Sci-Fi Pop) und Helena Hauff (Acid Techno). Beides recht abgedreht, aber ziemlich cool.

Wem es am Donnerstag im Pudel gefallen hat, kann eigentlich gleich für RatKat und Superdefekt, zwei Hamburger DJ da bleiben. Wer Abwechslung und etwas gute Laune Zecken-Rap braucht, sollte sich um 20 Uhr im Grünen Jäger einfinden. Jay Luxe klingt nach Sommer, Lässigkeit und Neonschwarz.

Am Samstag gibt es eine wunderschöne Zusammenkunft auf dem Wasser zu feiern. Das Übel & Gefährlich schickt Djs auf die Ms Stubnitz und für eine dicke Party ist gesorgt. Ebenfalls sehr tanzbar und auch für alle Seekranken unter euch geeignet, Niko Schwind in den Docks.

Macht das beste draus und viel Spaß beim abgehen.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Hamburger Dienstplan KW 24

do_o fr_o sa_o do_u fr_u

Durch technische Probleme kommt der Dienstplan dieser Woche leider etwas zu Spät.
Auch sonst sieht es eher dürftig aus in Hamburg. Wir haben trotzdem unser bestes gegeben und euch ein paar Geheimtipps für die Woche zusammen gestellt. Archie Bronson Outfit zum Beispiel sind ein Muss für jeden Post-Rock Fan und werden euch sicher nicht enttäuschen.
Wir wünschen euch ein wundervolles WM-Auftakt Wochenende!

Donnerstag, 29. Mai 2014

Hamburger Dienstplan - KW 23

do_o fr_o sa_o do_u fr_u

Herzlichen Glückwunsch! Das Jahr feiert seine 23 Woche! Was das bedeutet? Rein gar nichts.

Allerdings feiern wir dies mit einer neuen Ausgabe unseres Wochenplans.
Nachdem am Donnerstag Freilufttraining angesagt ist, gibt es am Freitag und Samstag die volle Konzert-Ladung. Headliner sind diesmal Rangleklods und Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen.

Donnerstag, 22. Mai 2014

Wochenplan KW21



Neue Woche neues Glück. Auch wenn es ja eigentlich viel zu warm ist um nicht im Park zu grillen oder irgendwo schwimmen zu gehen haben wir uns im Programm des Hamburger Nachtlebens umgeguckt und euch die besten und klimatisiertesten Leckerbissen rausgesucht.

Unsere besonderen Lieblinge sind auf jeden Fall die Hippie-Kommune Thisell, die am Freitag in der Hasenschaukel spielen und nicht nur optisch an Edward Sharpe & the Magnetic Zeros erinnern.

Wer es lieber etwas elektronischer mag, dem legen wir einen Besuch im Pudel am Samstag ans Herzen. RVDS und Bradley Zeo werden dort auftauchen und sorgen mit ihren, teils sehr abstrakten, elektronischen Beats für gute Laune. Vergleiche können zum Beispiel zu Four Tet gezogen werden.


Mittwoch, 7. Mai 2014

Wochenendplan KW 17

Nach einer Woche Auszeit gibt es nun wieder die besten Tipps zum Wochenende. Das Wochenende bietet mal wieder einen feinen Mix aus Live-Musik und Tollen DJs. 
WYL wünscht euch viel Spaß!

Mittwoch, 9. April 2014

Wochenendplan KW13


Nachdem es die letzten beiden Wochenenden so mau in Hamburg aussah, dass ein Wochenendplan unmöglich zu erstellen war. Gibt es den neuen Wochenendplan jetzt schon am Mittwoch. Weiterhin fällt der Sonntag weg und macht Platz für den Donnerstag. Auf WYL bekommt ihr jetzt also immer die besten Tipps für Donnerstag, Freitag und Samstag.
Dieses Wochenende lautet die Devise. Wenig Party, viel Konzert! Nicht nur die derzeitigen Überflieger der Indiescene Timber Timbre und S O H N geben sich dieses Wochenende in Hamburg die Ehre, sondern auch Blood Red Shoes machen mit ihrem neuen Album halt in der Hansestadt.
Wir wünschen euch ein vergnügtes Wochenende!

Donnerstag, 27. Februar 2014

Wochenendplan KW9

Wo sollen wir nur anfangen? Dieses Wochenende spricht für sich!
Gleich drei Top-Acts geben sich dieses Wochenende die Ehre! Mit Egotronic, Ferris Hilton und Boy & Bear ist wirklich für jeden was dabei.
Und wer kein Bock auf so große Nummern hat, der geht einfach zur Burlesque Party im Uebel und Gefährlich, schaut sich bei feinstem Hip-Hop Graffitikunst im Kleinen Donner an oder lässt sich bei Cäthe mit wundervoller, selbstgemachter Musik berauschen.
Wie ihr seht, kommen wir aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.
Wir wünschen euch ein erinnerungsreiches Wochenende!

Mittwoch, 19. Februar 2014

Kurz und knapp: Die Nerven (nicht)



Heute begeben wir uns mal in für uns unbekannte Gefilde.
Aus gegebenem Anlass wollen wir euch heute mal kurz und knapp die neue deutsche Band die Nerven vorstellen.
Die Nerven lassen sich am besten so beschreiben: Ein bisschen Post-Punk, ein bisschen Joy Division und ein Hauch der Goldenen Zitronen.
Ein paar Songs von ihnen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber manche sind auch echt totale Kracher. Einer ihrer Top-Songs ihres erst kürzlich erschienenen Debütalbums FUN, ist auf jeden Fall Eine Minute schweben.
Also wer morgen Abend noch nichts vorhat und zufällig 14€ auf der hohen Kante, der sollte mal einen Abstecher ins Uebel und Gefährlich wagen.
Beginn ist um 21 Uhr.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Wochenendplan KW7

Ab dieser Woche kommt unser Wochenendplan schon immer donnerstags! Diesmal sieht es leider eher Mau aus, aber mit Future Islands und den Goldenen Zitronen kann es trotzdem ein gelungenes Wochenende werden!

Viel Spaß!

Montag, 20. Januar 2014

Andreas Dorau wird Fünfzig


Dieser Mann ist schon länger dabei, als die meisten Künstler, die wir hier sonst so präsentieren. Mit dem Song Fred vom Jupier kam er in der Zeit der NDW ganz groß raus.
Gestern ist er 50 geworden und in Hamburg gab es die ganz große Sause. Mit vielen befreundeten Künstlern feierte das Urgestein der deutschen Pop Musik in seinen Geburtstag rein. Unter anderem  waren Der Plan, Egotronic und Stereo Total dabei.
Wer es verpasst hat, kann es am Samstag im Berliner Bi Nuu nachholen und sonst einfach mal die neue Platte Aus der Bibliothèque anhören, die sich seit letzter Woche in den Plattenläden der Nation tummelt.
Ein kleines, aber feines Geburtstagsgeschenk präsentiert auch das Label Pingipung Records. Auf ihrer EP Zwei Remixe zum Fünfzigsten präsentiert das kleine Plattenlabel aus Frankfurt und Hamburg, wie der Name schon sagt zwei Remixe von Andreas Dorau Songs. Geschenkt gibt es die Stücke für die Hörer zwar nicht, aber auf Soundcloud kann man sie dann doch anhören. Viel Spaß dabei und einen schönen Abend noch.