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Dienstag, 5. Mai 2015

The Districts - Vom Burito Shop auf die großen Bühnen

Wer in den letzten Monaten die Ohren ein wenig in Richtung Lo-Fi Indie-Rock gespitzt hat, an dem ist das zweite Album von The Districts ganz sicher nicht vorbei gegangen. Mit A Flourish and a Spoil (Unsere Rezension) ist der Band, die Philladelphia inzwischen als ihre Heimat attestieren, ein überzeugendes Werk gelungen, das sich verdient in die bisherige Diskografie der jungen Band einreihen darf. Mitte April haben The Districts zusammen mit den Dänen von Yung als Vorband eine Show im hamburger Übel & Gefährlich abgeliefert, die sich gewaschen hat. Wir hatten das Glück uns vorher ein wenig mit den Jungs unterhalten zu dürfen.


Angefangen hat das ganze für Rob, Connor, Braden und Mark, wie für so viele Schüler in Amerikanischen Kleinstädte, als Schulbandformation. Lititz in Pennsylvania, mit seinen gerade mal 9000 Bewohnern, bot viel Natur und neben Kiffen, Trinken und Musikmachen wenig Abwechslung und prägte die Denkweise der Jugendlichen. Bandnamen aus der alten Zeit fallen, "Slow Loris ist durch, aber Snails sind noch dabei  -  Nicht zu vergessen Every Good Reason und Save the Zombies" und man kann sich ein bisschen besser in die Welt hineinversetzen, die da zwischen Langeweile, coming-of-age Dramen und der Hoffnung irgendwann mal raus zu kommen existiert hat. So lange ist es dann alles auch noch gar nicht her, schließlich sind alle Bandmitglieder gerade einmal Anfang 20, aber die junge Band wollten sie nie sein. Die ersten Konzerte wurden neben der Schulbühne vor Allem im Burrito Laden der Wahl gegeben. Auch gestern gab es wieder Burrito, erzählt Rob, in Hamburg waren sie noch auf der Suche.

Aus der Kleinstadt schaffte die Band den Sprung nach Philladelphia, vorerst um zu studieren. Daraus wurde allerdings nichts, die Musik rückte weiter in den Vordergrund und mit ihrem neuen Gitarristen Pat, spielte sich The Districts durch die Musikszene von Philly. "Die Leute in Philly sind entspannt, im Gegensatz zu zum Beispiel New York kommen hier weniger Musiker mit dem Gedanken ganz groß rauszukommen her. Dadurch ist es nicht ganz so wettbewerbsfixiert und man unterstützt sich gegenseitig", so Rob. Das ihnen auch dieses Klima gut getan hat, merkt man nicht nur daran, dass sie inzwischen bei Fat Possum gesignt sind, sondern auch an der filigranen und doch rauhen Ausarbeitung von A Flourish and a Spoil. Akzentuiert wird die Jugend in der Kleinstadt, neben den ganz normalen Hürden des Erwachsenwerdens aufgearbeitet.

Dass das Album aber nun so klingt, wie es eben kling, liegt neben dem Talent der Musiker vor allem an dem Gespür für unverbrauchten Klang von John Congleton, der maßgeblich an der erdrückend direkten Soundscape des Cloud Nothings Albums I'm Not Part of Me war. Auch den Mitgliedern von The Districts hat das Arbeiten mit Congleton Spaß gebracht. "Ein super Typ mit großartigen Ideen. Jeder hat ein bisschen Rücksicht auf die Vorstellungen genommen und dann hat alles gut geklappt." Mad Respect also.

Mitte April hat die Europatour der Vier angefangen, doch im Sommer geht es dann noch einmal auf ein paar der hiesigen Festivals, unter anderem das Melt! Festival. "Am liebsten sind uns eigentlich die kleinen Festivals. Loolapalooza ist auch super, aber die Vibes sind auf den etwas kleineren Festivals einfach schöner."
Ob nun großes oder kleines Festival, die Präsens, die The Districts auf der Bühne ausstrahlen gleicht auch die fehlenden Vibes sicher wieder aus. In einem wilden Hin- und Herpringen, verliert sich Sänger Rob auf der Bühne und findet sich nur Sekunden später ekstatisch in seinen Songhöhepunkten um im Nebel wieder abzutauchen. Eine von Vorne bis Hinten gelungene Performance wird hier an das Publikum getragen. Als scheinbare Antithese zur vorher im Gespräch gezeigten Gelassenheit wird hier so richtig einer von der Leine gelassen, doch nichts wirkt überstürzt und wenn auch nicht geplant, dann doch eine Unaufgeregtheit ausstrahlend, die den Zuschauer und Zuhörer voll in ihren Bann zieht.

Mittwoch, 4. Februar 2015

The Districts - A Flourish And A Spoil (Album Review)


The Districts wird den meisten unter euch wahrscheinlich noch kein Begriff sein. Aber keine Sorge! Ihr braucht euch in eurer musikalischen Ehre nicht gekränkt fühlen, denn auch  WHATEVERYOULIKE, der Meinungsmacher der Indie-Musik-Szene, das Mekka aller Musikjournalisten, Booker und Vinylstorebesitzer hatte die Musiker bis jetzt nicht auf dem Schirm. Da wir aber der Meinung sind, dass sich dies unbedingt ändern sollte, wollen wir euch die Band und ihr Freitag erscheinendes Album A Flourish and A Spoil mal ein wenig genauer vorstellen.
Die vier Musiker stammen nicht etwa aus London, New York oder einer anderen Metropole, auch wenn ihr Sound das vermuten lässt, sondern aus dem beschaulichen Städtchen Lititz in Pennsylvania. Auch wenn sie dadurch nicht die perfekten Rahmenbedingungen erhielten, um als Musiker groß rauszukommen, haben sie es dennoch geschafft 2013 ihr Debütalbum Telephone zu veröffentlichen und damit kleine Erfolge zu erzielen und mit Funeral Beds sogar einen kleinen Hit zu kreieren.


Doch der große Durchbruch blieb bis jetzt aus. Die Betonung liegt dabei allerdings auf „bis jetzt“, denn dies wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach dieses Jahr ändern!  Mit A Flourish And A Spoil erscheint diese Woche nun ihr zweites Album und diesem liegt jetzt schon eine große Bürde auf. Denn niemand geringeres als das Time Magazine hat die Jungs in ihre Liste der 15 vielversprechenden Künstler 2015 mitaufgenommen.  Um die Lobeshymne abzurunden, hat auch The Guardian darauf hingewiesen, dass The Districts eure new favourite Band sein werden.
Doch stimmt das denn auch? Sind die Indie-Rocker wirklich so gut. Dazu kann ich nur sagen: Ja, Ja und nochmal Ja!
Seit Tagen läuft das Album bei mir rauf und runter und lässt mich in seinen Höhepunkten an die Strokes in ihren besten Jahren denken.  Zu diesen Höhepunkten gehören definitiv die Songs 4th And Roebling, Suburban Smell und Young Blood. Wenn die Gitarre zur Hochform aufläuft, ist auch Frontsänger Rob Grote nicht mehr zu halten und rundet den harschen und industriellen Sound perfekt ab.


The Districts werden ihren hohen Erwartungen gerecht und haben ein ordentliches Brett abgeliefert. Außerdem erinnern sie mich daran, wie sehr ich dieses Genre doch in der letzten Zeit unterschätzt habe und bringen mich dazu, mein Handy von dem ganzen Elektrozeug zu befreien und endlich mal wieder richtigen Indie-Rock Sound rauf zuhauen.
Hallelujah!