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Samstag, 6. Juni 2015

lunatic Festival 2015 // Tag 2 Indie

Nach wenig Schlaf und einer ewig vorkommenden Zugfahrt stand ich heute pünktlich um 14Uhr wieder vor der Matte des lunatic Festivalgeländes. Nachdem ich mir gestern die volle Dröhnung HipHop gegönnt habe, freute ich mich darauf heute endlich zum guten alten Indie zurückzukehren, der doch eher meine Heimat ist. Schön wars! Sogar sehr schön. Und warum das so ist, erfahrt ihr jetzt in meinem Tagesbericht.
Das Festival begonnen habe ich heute mit Helgen. Die drei Jungs aus Hamburg liefern entspannten Deutschpop, welchen wir euch schon des Öfteren vorgestellt haben. Voller Vorfreude erwartete ich die Band heute auf der Bühne und sie haben mich nicht im Stich gelassen. Die Stimme des Frontsängers Helge klingt genauso gut wie auf der EP und auch sonst nehmen Helgens Songs live noch einiges an Fahrt auf. Denn was auf der EP kaum zu erkennen ist, ist das Helge ein ziemlich guter Gitarrist ist. So wirft er ab und zu Soli in den Raum, die die Songs wunderbar aufheitern und ihnen eine rockige Note verleihen, die so auf den aufgenommenen Fassungen nicht zu hören ist. Ich habe übrigens noch ein kleines Interview mit den drei Musikern geführt, welches ich euch selbstverständlich in den nächsten Tagen nachreichen werde.
Nach Helgen stand Bergfilm auf dem Programm. Die Indietruppe haben wir schon als Vorgruppe von This Void sehen können. Bergfilm sind eine richtige Festivalband. Auf ein Konzert von ihnen würde ich nicht gehen, doch auf einem Festival schaue ich sie mir gerne an. Die Songs haben alle einen coolen Sound, bleiben allerdings nicht wirklich im Ohr. Ausnahme ist ihre Single Child, welche wirklich Hitpotenzial hat.
Kommen wir nun zu meinem Highlight des Tages: Intergalactic Lovers.
Ganz ohne Vorkenntnisse der Band ging ich heute zur Bühne und wurde Song für Song mehr von ihnen begeistert. Frontsängerin Lara Chedraoui hat wirklich eine einzigartige Stimme, die sich perfekt in das Klangensemble der restlichen Band einfindet. Die Songs laden zum Tanzen ein, ohne dabei plump zu wirken. So muss Indiepop sein! Die Performance der Band und vor allem die super sympathischen Tanzeinlagen der Sängerin haben dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Kein Wunder das die Musiker in Belgien schon wahre Stars sind. Jetzt wird es Zeit, dass sie auch in Deutschland Fuß fassen.
Intergalactic Lovers – Unbedingt anhören.



Nach einem sympathischen aber nicht ganz überzeugenden Auftritt von Carnival Youth aus Lettland, wurde es dann Zeit für die Headliner des Lunatics: Balthazar. Die fünfköpfige Band stammt ebenfalls aus Belgien und hat vor wenigen Wochen ihr neues Album Thin Walls veröffentlicht. Mit instrumentaler Raffinesse haben die Belgier den Zuschauern das gegeben, was sie sich gewünscht haben. Ein würdiger Headliner. Als alle fünf Bandmitglieder zusammen im Chor sangen, gab es sogar ab und zu richtige Gänsehautmomente. Wie schwer es sein muss eine Band zusammenzustellen, in der jedes Bandmitglied singen kann.  Gelohnt hat sich der Aufwand auf jeden Fall!

Schnell einen Satz zu Herrenmagazin, die die Leere zwischen den Headlinern gefüllt haben. Cooler Deutschrock mit viel Herz, der zum Mitsingen einlädt!

Das letzte Konzert des Festivals kam dann von Rangleklods, die mit Moglebaum die wirklich einzige Electroband des Festivals war. Sie passten super in die späte Stunde und boten mit ihren sehr minimalistischen Beats und dem metallischen Sound eher ein Club- als ein Festivalfeeling. Ein besonderes Goodie war hier die
elektrische Klarinette/Melodika von Pernille, die echt abgefahrene Töne lieferte.  Endlich konnte auch mal die Lichtanlage zeigen, was in ihr steckt und richtig auffahren, nachdem es gestern Abend noch zu hell war.

Der heutige Tag konnte den gestrigen noch um einiges toppen und bot feinste Indieküche. Das war allerdings auch ein Unfairer Kampf da ich mit Indie einfach mehr anfangen kann.  Jetzt geht es ab in die Heia! 

Freitag, 5. Juni 2015

lunatic Festival 2015 // Tag 1 HipHop


Wie gestern angekündigt ist heute pünktlich um 15Uhr das lunatic Festival gestartet. Der Freitag stand ganz im Zeichen des HipHops und so gab sich heute ein Deutschrapper nach dem anderen die Klinke in die Hand. Obwohl der HipHop ja momentan in seiner Renaissance steckt und sich immer mehr Subgenres bilden, hat hier auf dem lunatic der gute alte Deutschrap regiert. Ohne viel Geschnörkel und Klimbim haben die Künstler heute Lines und Beats abgeliefert, die einen an die schönen 1990/2000er zurückdenken lassen. Ein bisschen Popeinfluss gab es aber auch. Einmal von unserem Freitagsfavoriten Chefket und auch die neuen Lieblinge des Raps Genetikk waren die notwendige Ausnahme dieser Theorie. Und gar nicht fassen lassen sich Moglebaum, welche einen schönen Break zwischen all dem Sprechgesang brachten.
Nun zu unseren Freitaghighlights:
Der Erste, der mich heute positiv überraschen konnte war AzudemSK der mit unaufgeregtem Skater-Rap den perfekten Soundtrack zu diesem unglaublich heißen Tag lieferte. Der Münsteraner fühlte sich so wohl auf der Bühne, dass er gar nicht mehr gehen wollte und trotz aufdringlicher Gesten von hinten zwei Zugaben spielte. Sehr cool! Mit geschlossenen Augen fühlte man sich wirklich ein wenig in die oben beschriebene glorreiche Zeit zurückversetzt. Wer mehr von AzudemSK hören will kann  das auf seiner Bandcamp Seite tun. Dort gibt es seine beiden EPs Vorwort und Classic zum reinhören.



Nach AzudemSK und dem ersten Sonnenbrand  gab es eine kurze HipHop-Auszeit präsentiert von Moglebaum. Das Quintett war mein persönliches Highlight heute. Die vier Herren + weibliche Begleitung (alle Barfuß) sahen auf den ersten Blick eher wie ein Folk-Kollektiv aus, als wie eine Electrogruppe. Doch beim ersten Beat waren alle Sorgen verflogen und auch Saxophon und Geige haben sich perfekt in die elektronische Klangwelt eingefunden. Das gefiel nicht nur mir, sondern auch den Zuschauern. Spannend und Zeitgemäß war jeder Track von Moglebaum eine Perle für sich. Ihr Remix zu S O H Ns Hitsingle Lessons bildete den krönenden Abschluss dieses wundervollen Konzertes.



Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann zum ersten Mal an diesem Tag zur Hauptbühne. Chefket stand auf dem Programm. Der Rapper ist zwar schon seit 2003 unterwegs, doch erst in den letzten Jahren hat seine Karriere so richtig Fahrt aufgenommen. Die meisten Songs des Wahlberliners sind zwar eher poporientierte Songs, doch bewies er in einigen Liedern richtige Doubletime Qualitäten. Besonders bei Live MCs ist der Mann zur Höchstform aufgelaufen und hat die hungrigen Besucher in Grund und Boden gerappt.  Kurios war die Verletzungsrate bei diesem Konzert. Erst brach bei dem Gesellen neben mir stoßartig Nasenbluten aus, nachdem er seine Freundin in die Arme genommen hat (Zufall oder Zeichen?). Dann stürzte ein anderer junger Mann noch hintenüber, als er versuchte sich in die Menge zu schmeißen. Der Junge war zwar noch bei Bewusstsein, sah aber schon ziemlich verpeilt aus. Der Unfall ereignete sich übrigens bei Chefkets Song Fliegen und Fallen (Zufall oder Zeichen?)


Der Freitag endete dann mit Genetikk. Die maskierten Rapper sind im Moment ja in aller Munde und werden von Pressevertretern aller Arten bejubelt.  Auf Youtube haben sie schon mitunter schon über 3Mio. Klicks und sind schon längst aus der Undergroundszene geflüchtet. Auch heute lieferten sie eine gute Show ab und wussten die Massen zu begeistern. Highlight hier war ihre neue Single .
Wünsch dir was

Müde aber glücklich schlendre ich nun langsam zu Bett und lassen den Tag Revue passieren. Gleichzeitig bin ich aber voller Vorfreude auf morgen, wo endlich Indie und Electro ansteht. Ganz besonders freue ich mich auf die Deutschpopper Helgen welche uns mit klugen Texten zu begeistern wissen. Doch auch sonst gibt es genügend Gründe morgen auch beim lunatic vorbeizuschauen.


Donnerstag, 2. April 2015

lunatic Bandcontest 2015

Norddeutschland gilt seit jeher als einer der Kreativhochburgen Deutschlands, zwar ist man sich dessen in den weitesten Teilen des Landes noch nicht bewusst, Veranstaltungen wie der lunatic Bandcontest helfen allerdings dabei, dies endlich zu ändern.  Wir haben den Contest besucht und uns ein Bild von der Nachwuchsszene in Lüneburg gemacht. Das Erlebte folgt in schnellen Schritten.

Angetreten sind vier Bands, die sich alle in Stil und Präsentation unterschieden haben. Zunächst hatten die vier Jungs von Kota Connection die Chance ihr Talent zu beweisen. Trotz ihres jungen Alters haben Kota Connection ein unglaubliches Können an den Tag gelegt. Vor allem der Gitarrist hat immer wieder Soli gezaubert, die mich als ehemaligen Gitarrenschüler beschämt zu Boden schauen ließen. Da es am instrumentalen Können nicht mangelt, müssen die Jungs nur noch an ihrem Widererkennungswert werkeln und ihren eigenen Stil finden, dann steht einer rosigen Zukunft nichts mehr im Wege.  

Nachdem Kota Connection von der Bühne gingen und das Geschrei ihres weiblichen Fanclubs etwas abklang, wagte sich die nächste Band auf die Bühne. Donkey Shot lieferten soliden Rock ab und hatten mit ihrer weiblichen Sängerin eine interessante Note dabei. Das ich von der Band nicht allzu begeistert war, lag keineswegs an der Band selbst, sondern weil mich Rock schlicht und einfach nicht interessiert. Deswegen lasse ich in diesem Text die Wertung voll und ganz aus.
Nach Indie und Rock war als nächstes Singer-/Songwriter dran. Repräsentiert wurde das dritte Genre durch den Hamburger Torben Thietz. Als One-Man Show verzauberte er die Masse mit intelligenten und verspielten Songs. Als letztes kam dann AfroDev auf die Bühne. Der Rapper verwandelte das Publikum schnell in eine bouncende Masse. AfroDevs englischer Rap kam auf den trippig-deepen Beats perfekt zur Geltung und befrachtete einem vom kleinen Lüneburg in die New Yorker Bronx.
Verdient gewonnen haben am Ende die Jungs von Kota Connection, die aber auch den lautesten und größten Fanclub dabei hatten.

Am 17.04 ist das lunatic Team dann im Hamburger Molotow zu Gast. Weitere Infos folgen.

Donnerstag, 20. November 2014

Lunatic Warm-Up

Die kalte Jahreszeit ist nicht mehr aufzuhalten. Die Finger frieren wieder beim Fahradfahren ein und um 17 Uhr ist es dunkel genug, dass man eigentlich ins Bett gehen könnte. Das einzige, das einem bei klarem Verstand hält ist gute Musik und die Vorfreude auf den nächsten Sommer und Festivalsaison. Weil es aber bis dahin noch so verdammt lange hin ist, haben die Veranstalter des Lunatic Festivals in Lüneburg (5.-6. Juni 2015) was nettes für uns alle auf die Beine gestellt.
Diesen Samstag (22. November) findet im Salon Hansen das erste offizielle Lunatic Warm-Up des Jahres statt.
Aufgefahren wird ein schickes Bühnenprogramm, das den Zuschauer an die Hand nimmt und ihn oder sie von entspanntem Indie mit Electronica Einflüssen bis zu tanzbaren Sounds von den Plattentellern durch den Abend begleitet.


Der Raum hinter den Instrumenten gehört diesen Samstag ganz unseren Nachbarn aus der Schweiz. Ist ja auch ökologisch, Fahrgemeinschaften schützen die Umwelt und machen Spaß...
Zum einen wären da Delorian Cloud Fire, die sich dem Female-Vocalist Indie Pop verschrieben haben. Zur Zeit touren Sie im Rahmen der Veröffentlichung ihrer EP Tally Ho!, die Anfang Oktober erschienen ist, mit der zweiten Band des Abends durch Deutschland. Das aktuelle Werk von We Invented Paris ist zwar schon im Februar erschienen, aber wir freuen uns trotzdem die Jungs bei uns im Norden begrüßen zu dürfen. Lüneburg wird für sie gleichzeitig das Ende ihrer Tour darstellen, also alle Mühe geben und Songtexte auswendig lernen.

Für alle die eher so die Füße bewegen wollen gibt es im Anschluss eine Erweiterung des Genrespektrums bis hin zu Tech-House. Am drehenenden Vinyl, bzw. an den digitalen Reglern werden La La Lazer und AndIamI für die Beats sorgen.

Zusammengefasst heißt das Freitag mal einen Ruhigen machen, damit ihr alle am Samstag frisch und ausgeschlafen seid und bis zu den DJs durchhaltet. Los geht das Spektakel um 21 Uhr und für 6€ seid ihr dabei.