Posts mit dem Label MS Dockville werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label MS Dockville werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 11. September 2015

Romano im Interview: Ein Gespräch über Köpenick, Metal und Haarpflege


Heute erscheint das Debütalbum des zurzeit wohl spannendsten deutschen Newcomers. Die Rede ist vom Köpenicker-Homeboy Romano. Mit seinem Song Metallkutte hat er über Nacht einen Hit veröffentlicht und rockt seitdem ein Festival nach dem anderen. Schon längst ist der zopftragende Rapper in aller Munde. Wir hatten das Vergnügen Romano auf dem MS Dockville 2015 etwas auf den Zahn zu fühlen und durften ihn sogar vor seinem geliebten BMW fotografieren, der schon in Brenn die Bank ab zu sehen war. Da Romanos Antworten schon Bände sprechen, haben wir uns dieses Mal entschieden, dass Interview in seiner Gänze abzutippen. Allerdings mussten wir hier und da trotzdem etwas kürzen, da es sonst den Rahmen gesprengt hätte. Das komplette Interview könnt ihr euch allerdings im O-Ton bei Soundcloud anhören. Viel Spaß!


Ich: Nur noch weniger als einen Monat bis dein Debütalbum Jenseits von Köpenick im Handel erscheint, wie fühlst du dich jetzt? Wird die Anspannung größer, je näher der Release rückt oder fühlst du dich befreiter?

Romano: Die erste große Befreiung war die Fertigstellung des Albums. Es ist eine wunderschöne Sache, wenn man die Möglichkeit hat ein Album zu machen. Das Album ist wie ein Baby und die Fertigstellung wie eine Geburt. Auf der anderen Seite aber merkt man die letzten zwei Wochen vor Fertigstellung den Druck. Das war ein Punkt, wo man die letzten zwei, drei Tage scheiße geschlafen hat. Jetzt freue ich mich nur noch total auf den Release und vor allem darauf, dass Fans meine Songs mitsingen können. Ich finde es schon wunderbar, wenn Leute auf meinen Konzerten Brenn die Bank ab und Metallkutte mitsingen und kann es kaum erwarten, wenn sie dann vielleicht auch Romano und Julia, Sextrain und Straße mitsingen können.

I: Wie schreibst du deine Musik? Kommt erst der Beat und Hintergrundmusik und dann die Texte. Oder ist zunächst die Idee für den Text da und dann alles Drumherum?

R: Es gibt verschiedene Herangehensweisen. Entweder man hat eine Idee, die kann auch im Suff oder im Schlaf passieren. Sowas gibt es natürlich, dann schreibt man die Idee auf und arbeitet dran. Vielleicht schreibt man dann auch einfach ein Gedicht.
Die andere Variante ist: Der Siriusmo oder auch der Jakob komponiert etwas und dann entsteht
gemeinschaftlich eine Idee. Dann hört man den Beat und denkt: „Ist doch klar, dass geht um Köpenick oder um Rauchen“. Das passiert dann einfach. Mit Freunden hatte ich früher auch die Diskussion: ist die eine oder andere Methode die richtige. Es gibt darauf kein Patentrezept. Alles was passiert, alles was sich ergibt, ist das Richtige. Man sollte ohne Druck arbeiten.

I: Dein Track Metallkutte ist komplett durch die Decke gegangen. Wie war das Gefühl zu wissen, dass der eigene Track so ein Hit geworden ist?

R: Ich kann dir das an einem Beispiel erklären. Wenn man einen Track schreibt, macht man das zunächst einmal ja für sich selber. Ich hatte im CD-Player gerade ein Album von Satyricon (Eine Black-Metal Band) und hatte auf‘m Rechner gerade einen Hip-Hop Beat laufen. Dann war der Gedanke geboren. Ich liebe die Bands, Ich liebe Hip-Hop, Ich liebe Metal, ich verbinde das einfach mal. Der Track ist dann in zwei Tagen entstanden. Als der Track fertig war, habe ich gehofft, dass der Song vielleicht irgendwann mal, nach einem halben Jahr oder so, im Metal Hammer vorgestellt wird.
Der Track war schon nach vier Tagen im Metal Hammer und damit ist bei mir schon ein Traum wahr geworden. Ich habe mich wie ein Kind gefreut.

I: Hast du es schon einmal erlebt, dass sich Metal-Fans von deinem Track angegriffen gefühlt haben, so wie es in deinem Interview mit Metal Hammer zur Sprache kam?

R: Ich sag es mal so: Ich hätte den Track niemals als Verarsche geschrieben. Das wäre für mich reine Zeitverschwendung. Bei mir geht es darum, Menschen zu integrieren und etwas gemeinsam zu feiern. Das ist der Gedanke, den ich mit Romano verfolge. Natürlich war mir klar, dass der Song auch zu Irritationen im Geiste und auch auf der Haut, also Hautirritationen, führen wird. Grundlegend war es aber überhaupt nicht mein Anliegen, jemanden zu verletzen. Aber solche Leute gibt es immer und da kannst du auch nichts machen. Den kannst du nicht mehr helfen.



I: Romano ist dein neustes Projekt, aber du bist ja eigentlich schon ziemlich lange dabei, wenn es um Musik geht. Gib uns doch mal einen kleinen Einblick in deinen musikalischen Schaffensweg.

R: Also es gibt da zum einen die Hightekcrew, mit der ich Drum ‚n‘ base gemacht habe. MC Ramon hat mich auch lange Zeit begleitet, mit dem habe ich ursprünglich angefangen, Hip-Hop-Sachen zu schreiben, dann aber auch im Rock- und Drum’n’base-Bereich den Namen genommen, weil er einfach so schön griffig ist. Dann gab es noch verschiedene Projekte. Ich hieß mal Dayton, dann mal Left Coast. Cornerboy entstand durch das Video, welches der wunderbare Jakob gedreht hat. Dieser Name passt einfach so gut, weil ich in Köpenick einfach an jeder Ecke bekannt bin und abhänge.

I: Und wie hat das alles angefangen? Was war der Moment, in dem du gedacht hast, Musik, das ist was ich machen will?

R: Ich fand es schon immer schön zu performen. Zum Beispiel habe ich schon Mitte der 80er in der dritten, vierten Klasse, I want your sex von George Michael vor der Klasse performt. So richtig hat das allerdings erst durch die Rockband angefangen. Vorher hatte ich auch schon Texte geschrieben, aber erst durch die Rockband wurde mir bewusst, ich möchte vor Leuten stehen und performen. Die Band hieß Maladment. Mit der habe ich 1996 angefangen zu arbeiten und bis 2001 mit denen zusammen gearbeitet. Seit Mitte der 90er mache ich also jetzt schon professionell Musik. Das sind
jetzt schon fast 20 Jahre.

I: Wenn du uns jetzt mit nach Köpenick nehmen könntest, was würdest du uns zeigen?

R: Also wir würden beim Bahnhof Köpenick anfangen, würden dann zu Magitta gehen, zum Imbiss. Dort würden wir dann einen kleinen Sekt trinken oder einen Pfeffi und dazu Currywurst-Pommes essen. Dann würden wir am Center vorbeilaufen und würden in die Altstadt von Köpenick gehen. Danach zum Schloss Köpenick und ein bisschen auf Natur machen. Dann weiter nach Friedrichshagen und eine kleine Dampferfahrt unternehmen. Dann würde ich euch ein Paar Rentner vorstellen, mit denen ich oft chille. Das ganze wäre dann eine Art „Naherholungstag“. Ihr fahrt danach wieder nach Hause und fühlt euch, als wäret ihr in St. Tropez oder in Bad Tölz gewesen.

I: Gibt es auch eine Möglichkeit, wie du dir Köpenick mit auf Tour nimmst? Was tust du, wenn du dein Köpenick vermisst?

R: Ich trage Köpenick in mir, indem ich dann vielleicht einen Freund oder meine Eltern in Köpenick anrufe und erkunde mich darüber, was in Köpenick so läuft. So stelle ich einen Bezug zur Heimat her.

I: Wie kamst du als Romano darauf, dir diesen bestimmten Look zuzulegen?

R: Der Mix aus Metal- und Hip-Hop-Klamotten kam durch die Musikprägungsphase. Man muss ich das so vorstellen: Jede Musikrichtung ist ein Schiff und all diese Schiffe haben mit Romano jetzt einen Hafen gefunden.
Das Haareflechten kommt ursprünglich daher, dass ich Anfang der 90er, Snoop Dogs Style ultra spannend und geil fand. Überhaupt den ganzen Westküsten-Style zu dieser Zeit fand ich einfach cool. Dann sind da noch Einflüsse aus der Welt der Wikinger, auch Pipi Langstrumpf hat mich geprägt und auch der Style der Indianer. Grundsätzlich geht es darum, sich von der Gesellschaft abzuspalten und sich rauszuziehen. Auch der restliche Style passt einfach zu Romano. Ich trage einfach gerne Jogginghosen und High Tops.   
Jogginghosen sind nun mal auch einfach praktisch. Die kannst du einfach super schnell überziehen. Den Bomberjackenschnitt mochte ich auch schon immer. Und vor allem die NFL-Starter-Jacken liebe ich schon seit meiner Jugend. Von meinem ersten Azubigeld habe ich mir alle Jacken gekauft, die ich geil fand und habe die auch immer noch zuhause hängen. Einen Teil dieser Sammlung haben wir auch schon bei Klaps auf den Po vorgestellt.



I: Das heißt, wenn ich dich jetzt zuhause besuchen würde, würde ich von Jacken erschlagen werden?

R: Jacken, Perücken, Mützen, Helme. Ich liebe Sammeln.

I: Pflegst du deine Haare besonders, damit die auch so schön lang und vital bleiben?

R: Ich kann nur jedem empfehlen: „Jungs, pflegt eure Haare“. Es gibt schon im günstigen Preissegment gute Shampoos, zum Beispiel Guhl. Es gibt auch noch Sebastian, das aber schon etwas teurer ist. Aber dann hast du wirklich etwas von deinen Haaren. Und ganz wichtig liebe Jungs! Alle halbe Jahre spitzen Schneiden. Dann hamm wirs.

I: Eine letzte Frage noch. Wenn man deinen Namen googled, wird als erstes die Website des Romano Pferdehofs angezeigt. Ärgert dich das?

R: Der Punkt ist: Ich habe ein Herz für Tiere und für Pferde. Die haben den verdienten ersten Platz.

I: Das wars. Vielen Dank.


R: Ich danke auch. Grüße nach Hamburg!

Donnerstag, 27. August 2015

MS Dockville 2015 - Der Nachbericht

Einen Nachbericht zu einem Festival zu schreiben ist immereine schmerzliche Angelegenheit. Der Alltag hat einen wieder eingeholt und manmöchte sich am liebsten gar nicht daran erinnern, wie schön doch die letzten Tage waren. Beim diesjährigen MS Dockville Festival fällt mir dies besonders schwer. Dieses Jahr hat wirklich vieles zusammengepasst. Line-Up, Organisation und Wetter haben perfekt zusammengespielt und so ein wirklich einzigartiges Festivalereignis geliefert. Für alle, die mit uns in Erinnerung schwelgen wollen, oder dieses Jahr leider nicht dabei sein konnten, folgt nun unser Nachbericht.

Freitag:

Das MS Dockville startete dieses Jahr für uns um 15:20 beim Vorschot mit Golf. Die junge, vierköpfige Band haben wir euch schon häufiger auf unserem Blog vorgestellt und nun konnten wir sie endlich auch einmal Live sehen. Der Auftritt bestätigte uns noch einmal, dass wir es hier mit einem der spannendsten deutschen Indie-Newcomer zu tun haben. Wir freuen uns schon auf das erste Album der Kölner. Einen Releasetermin gibt es leider noch nicht. Allzu lange sollte Golf allerdings nicht mehr warten, befindet sich deutschsprachige Musik doch momentan auf einem populären Höhepunkt. Besonders die leichte Ähnlichkeitzu Bilderbuch könnte den Musikern jetzt einen ordentlichen Schub verleihen.


Nach Golf ging es dann gleich rüber zur Hauptbühne zu Darwin Deez und seiner Band. Mit auffällig unauffälligem Look (Die berühmten Korkenzieher-Locken wurden durch eine Cap versteckt) präsentierte Deez dieses Mal hauptsächlich alte Songs. Highlights der Show waren aber auch weniger seine Songs, sondern eher die unglaublich sympathischen Tanzeinlagen, die er und seine Band zwischen den Tracks performt haben.
Den Rest des Tages haben wir dann die meiste Zeit vor dem Maschinenraum (der dritt größten Bühne) verbracht. Dort spielte dann auch das erste Highlight dieses Festivals. Sylvan Esso haben ihrem momentanen Hype alle Ehre gemacht und kräftig zum Tanzen aufgefordert. Die Band war selbst etwas von ihrer Wirkung auf das Publikum überrascht, da sie begeistert davon sprachen, dass sie hier den ersten Moshpit miterleben durften. Amelia und Nick, so die Namen der beiden Bandmitglieder, sind aber auch zwei grundsympathische Menschen. Neben Hits wie Hey Mami und H.S.K.T haben die beiden auch einigeneue Hits präsentiert. Diese haben ordentlich reingehauen und lassen auf mehr hoffen. Neben Odesza, auf die ich später noch kommen werde, auf jeden Fall der beste Act des ersten Tages und mit einer des ganzen Festivals.
Das anschließende Konzert von Son Lux konnte vor allem durch die musikalische Raffinesse der einzelnen Songs überzeugen. Man merkt, dass sich hinter Son Lux drei wahre Vollblutmusiker verstecken, die etwas von ihrem Fach verstehen. Die Songs kommen facettenreich und komplex daher und zeigen, dass man zwischen den vielen Indie-Electro-Bands, die es heutzutage gibt, immer noch herausstechen kann. Einzig und allein der Zeitpunkt des Konzerts war etwas ungünstig gewählt. Nach Sylvan Esso hatte man einfach nur noch Bock zu tanzen und da haben die sphärisch-ruhigen Klänge einen etwas hinuntergezogen.
Beendet haben wir den Freitag mit Odesza. Auch diese Band oder eher Electro-Duo hat ganz sicher noch eine rosige Zukunft vor sich und wird sich nächstes Jahr sicherlich auf größeren Bühnen wieder finden. Zurecht! Odesza finden die perfekte Mischung zwischen Club und Live-Music und überzeugen vorallem durch ihre Remixqualitäten, die sich auch bei ihrem Remix zu Hayden James Hit Something about you zeigen. Einwundervoll tanzbarer Abschluss.

Samstag:

Samstag leider verpasst, aber durch Erfahrungen anderer anwesender Blogger und Journalisten entdeckt, haben wir Parcels. Die Jungs machen coolen, funkigen Pop, der ein wenig an Jungle erinnert und sollten von euch schnellstmöglich angehört werden. Kleiner Tipp am Rande!
Neben beeindruckenden Konzerten und wieder ausreichend Sonne, hielt der Samstag allerdings auch die einzige kleine Enttäuschung parat. Little Dragon haben leider eine ziemlich langweilige und eintönige Show abgeliefert, die mich anlässlich meiner hohen Erwartungen, enttäuscht hat. Besonders ihre sonst so spannenden Hits wie Klapp Klapp oder Pretty Girls wirkten Live vorgetragen eher einfallslos. Schade.
Friska Viljor waren sympathisch wie eh und je. Auch wenn sie seit Jahren meist dieselben Lieder präsentieren, bilden die Skandinavier doch immer wieder eine Konstante der guten Laune im Festivalalltag. Die Musik macht einfach glücklich. Da singt man auch noch beim zehnten Mal lauthals bei Shotgun Sister mit.
Auch Roosevelt überzeugte wie gewohnt und beglückte das Publikum mit ein paar neuen Songs und einem Gastauftritt von Trümmer Frontmann Paul Pötsch. Langsam wird es auch mal Zeit, dass der Wahlkölner sein Debütalbum veröffentlicht, liegt das Erscheinen seiner letzten EP doch schon geschlagene zwei Jahre zurück.
Highlight des zweiten Tages war dann definitiv der Auftritt von Romano, der auch am Sonntag noch in aller Munde war. Der Köpenicker Goldjunge weiß sich einfach zu verkaufen und hat das Publikum schon nach wenigen Sekunden in seinen Bann gezogen. Der selbstbetitelte Schöne General haute einen fetten Track nach dem anderen raus. Als der Rapper dann noch seine Metalkutte rausholte, war alles verlorenund das Publikum tanzte sich in vollkommene Ektase. Doch auch der Mann hinterdem DJ-Pult (kein geringerer als Anton K. Feist von Bodi Bill und The/Das) sollte für diesen Auftritt sein Lob bekommen. Die Beats waren echt erstklassig. Geflashed von Romano haben wir uns noch einen leckeren Lakritzschnaps gegönnt und die restliche Zeit bei King Kong Kicks getanzt. Immer wieder gut!

Sonntag:

Die letzten beiden Tage noch in den Knochen haben wir am Sonntag zunächst das Konzert des verrückten Genius der Elektroszene Dan Deacon besucht. Dieser hatte malwieder ein paar besondere Aufgaben für das Publikum dabei, die seine Konzerte immer wieder einmalig machen. Highlight hier war auf jeden Fall die „Wall of Life“ bei der sich jeder im Publikum gegenseitig ein High-Five geben musste.
Nach einem sehr skurrilen Konzert von Young Fathers, die wie eine abgefahrene Variante einer New Wave-Boyband aussehen, ging es wieder einmal zum Maschinenraum. Dieses Mal bat Sekuoia vor die Bühne. Unglaublich cooler, tanzbarer Electro-Pop. Die Dänen sind ein weiteres Highlight dieses Festivalsund kommen auf jeden Fall auf unsere Liste der zurzeit spannendsten Newcomer. Vor dem großen Finale mit José González ging es erstmal noch eine Runde bei der Klüse raven. Av Av Av (ausgesprochen Au Au Au) haben dem Publikum ordentlich eingeheizt und sollten bei eurer nächsten Vortrink-Playlistauf keinen Fall fehlen!
Zu Ende ging dann alles mit José González. José brachte dann auch bei mir die romantische Seite hervor und ließ mich die eine oder andere Träne unterdrücken. Dann ist es auch egal, dass sich viele Songs ähneln. José hats drauf!
Ja und das war es nun. Nach 9 Jahren ist aus dem zu Beginn noch kleinen Festival eine riesige Veranstaltung geworden, die sich nach und nach in die oberste Riege der deutschen Festivals einreiht. Ein Trend mit dem natürlich auch einem gewissen Charmeverlust einhergeht. Allerdings erinnern noch genügend „Artefakte“ wie das Butterland oder das Nest an die Anfänge des MS Dockvilles und auch die künstlerischen Installationen die jedes Jahr aufs Neue für das MS Artville aufgebaut werden, halten den einmaligen DIY-Charakter des Festivals am Leben. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr, wo das MS Dockville Festival zum 10. Mal stattfinden wird. Einen Termin gibt es übrigens auch schon. Das Festival findet 2016 vom 19-21. August statt.

Mehr Bilder vom Festival gibts hier.




MS Dockville - Wilhelmsburg (21.08.-23-08.2015)

Donnerstag, 20. August 2015

Nod One's Head - Grime meets R&B meets Berlin

Nur noch ein Mal duschen, dann ist Glitzer und Musik und MS Dockville. Wir machen die Vorstellrunde komplett und bleiben in Nordeuropa, sogar in Deutschland. Für das, was Duo Nod One's Head musikalisch veranstalten, wirkt allerdings selbst ihre aktuelle Heimat Berlin zu deutsch. Ihr Sound ist eine Mischung aus Grime, R&B und House Elementen und lässt sich ganz klar in Richtung UK verorten.



Nachdem 2012 ihre Single Up ordentlich für Aufsehen sorgte, mussten sich Fans lange mit EPs, Remixen und weiteren Singles begnügen. Das Album Release wurde nach hinten verschoben, doch vor zwei Wochen hatte das Warten endlich ein Ende und es hat sich gelohnt. Auf Lava zeigen Nod One's Head ihr ganzes Können und haben so einige Perlen mit dabei. Immer wieder lassen sich nicht nur in den sehr britischen Beats Bezüge zum Grime erkennen. Gastrapper wie Ironik und Scorcher unterstützen Sängerin Lotte stimmgewaltig und wortgewandt. Es bleibt nicht bei einer Anspielung auf die Insel, auch die Einflüsse eines innovativen, neuen R&Bs, der von England ausgeht und von Musikern wie FKA twigs getragen international großen Anklang findet, sind in den Songs von Nod One's Head zu erkennen.



Tiefe, wabernde Basslines, flächige Synthieinsätze und die mal rauchige, mal klare Stimme von Lotte sorgen in Verbindung mit den taktgebenden Mitten der Beats für ein unfassbar voll klingendes Soundscape. Nod One's Head spielen ebenfalls am Sonntag um 16.20 im Maschinenraum.

Mittwoch, 19. August 2015

Woman - Der geheimste Geheimtipp



An Tag 3 unserer MS Dockville Vorstellrunde wollen wir euch die Band Woman näher bringen. Die Kölner haben zwar gerade mal zwei Songs auf ihrer Soundcloud-Seite hochgeladen, durften in ihrer Heimatstadt aber schon unter anderen mit Jungle, Roosevelt und Von Spar auf der Bühne stehen.  Am kommenden Wochenende stehen sie nun das erste Mal in Hamburg auf der Bühne und wollen uns mit ihrem Gemisch aus Elektro und Funk in ihrem Bann ziehen. Vor allem Psychedelic Lover zeigt die ganze Qualität der Kölner Band. Aber hört am besten selbst:



Sonst gibt die Band leider noch nicht allzu viel von sich Preis und genau deswegen solltet ihr euch die Band auf dem MS Dockville nicht entgehen lassen. Denn wann kann man schon mal mit WHATEVERYOULIKE auf einem Wissensniveau sein. Ja ihr seht also welche Ehre euch zu Teil werden könnte.
Woman spielen am Sonntag um 15:10

Dienstag, 18. August 2015

AV AV AV - Die dänische Supergroup

 
Wenn drei der renommiertesten Elektro-DJs Dänemarks gemeinsam in den Urlaub fahren um sich von der heimischen Clubszene zu erholen, dann kann nur Gutes entstehen. So geschehen bei den Mitgliedern von AV AV AV. Als Eloq, Unkwon and DJ E.D.D.E.H es sich in ihrem Häuschen an der Nordsee gemütlich gemacht hatten, wurde schon am ersten Abend das Notebook zum Kreativspielplatz und es entstanden die Grundrisse der ersten Songs unter denen auch der Hit All Good sein sollte.
Als die Tracks kurz darauf ihren Feinschliff erhielten, brach die Lawine erst richtig los. All Good wurde auf allen Kanälen in den höchsten Tönen gelobt und der weiche Bass, sowie die melodisch eingesetzten Vocalsamples begeisterten bis in die höchsten Etagen, so dass die Dänen sogar von Diplo in seinem BBC1 Mix gespielt wurden. Für den Debütauftritt wurde auch nichts geringeres als der DR Koncertsal gewählt.




Dieses Jahr haben AV AV AV sich nun auch in Deutschland blicken lassen. Neben dem schon vorangegangenen Apple Tree Garden Festival werden sie am Wochenende auf dem MS Dockville auftreten. Dem Nordschleswiger verrieten sie, dass sich das live Publikum auf einen technolastigeren Sound freuen kann, als auf ihrer EP They Live zu hören ist. AV AV AV spielen am Sonntag Abend um 19.50 Uhr.

Montag, 17. August 2015

Warm Graves


Den ersten Tag unserer MS Dockville-Woche beginnen wir mit den drei Leipzigern der Band Warm Graves. 2012 zusammengefunden, begeistern die Jungs uns seitdem mit ihrem selbstbetitelten Sci-Fi-delic Rock. Diese doch sehr unbekannte und nischenhafte, da von ihnen erfundene, Musikrichtung lässt sich am besten als Indierock bezeichnen, der aber durch seine sehr düsteren, von Hall überzogenen Klänge, seine mehrstimmigen Gesangparts, und die epische Aufmachung fast schon Filmmusikcharakter erhält. Leicht lassen sich Anleihen zu Bands wie Arcade Fire und Flaming Lips erkennen, doch auch  Einflüsse von anderen This Charming Man-Bands tauchen hier und da auf. Die Band sind also mit ihrem komplexen Sci-Fi-delic Rock perfekt im Roster des Indie-Labels aufgehoben.
Ihre Musik könnte man auch als Momentmusik bezeichnen, da durch sie bestimmte Momente ihren letzten Schliff zum Perfektionismus erhalten.

Ihr Debütalbum Ships will come ist ende letzten Jahres erschienen und beinhaltet 7 atemberaubende Songs, die aber durch ihre Länge und Komplexität nicht zum Nebenbeihören einladen. Das Album ist durch und durch ein Konzeptalbum. Am MS Dockville-Sonntag treten die drei Jungs um 15:40 auf und läuten so den letzten Tag des Festivals ein. Ein harter Slot, da sie so mit Electro-Veteran Dan Deacon zusammen fallen. Doch egal ob ihr zu Warm Graves oder Dan Deacon geht, bereuen werdet ihr es auf keinen Fall.


WARM GRAVES - RAVACHOL from WARM GRAVES on Vimeo.

Montag, 26. Januar 2015

MS Dockville Festival 2015 - Nächste Bestätigungswelle rollt an!



Seit gestern sind ganze 18 neue Acts zum bisherigen Line-Up des diesjährigen MS Dockville Festivals hinzugekommen und haben die bisherige Actanzahl auf 45 Acts hochgehoben. Mit dabei sind unter anderem José Gonzales, Little Dragon, Alle Farben und viele mehr. Diese Bestätigungswelle haben wir zum Anlass genommen, euch eine weitere Playlist zu erstellen. Diesmal mit unseren Favorites des bisherigen Dockville-Roosters.
Das MS Dockville Festival wächst von Jahr zu Jahr mehr und konnte diesmal sogar die Bandlegende Interpol für sich gewinnen. Doch was wäre das MS Dockville ohne vielversprechende Newcomer und auch davon hat das Hamburger Festival dieses Jahr wieder einige. Doch hört selbst in unserer MS Dockville 2015 Playlist.

Hier noch einmal das bisherige MS Dockville Festival 2015 Line-Up zusammengefasst.

Interpol || Caribou || Django Django || José Gonzalez || Prinz Pi || Annemaykantereit || Little Dragon || Friska Viljor || Alle Farben || Roosevelt || Lexer || Bear's Den || HVOB || Young Fathers || Hauschka || Rødhåd || Niconé & Sascha Braemer || STWO || Recondite || Son Lux ||
The Avener || Blomqvist || Shura || Jack Garratt || Felix Jaehn ||
Jonas Mantey || Egokind & Ozean || Klangtherapeuten || Sylabil Spill || Findus || Fjaak || Sekuoia || Klaus Johann Grobe || Hubbabubbaklub || Dinnerdate || Iamnobodi || Drauf Und Dran || Ought || Warm Graves ||
Nod Ones Head || Trashlagoon || Weisser Rabe || Luka || Hade ||
Fjörn & Branz ||