Posts mit dem Label psychodelic werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label psychodelic werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 22. September 2015

Copenhagen Psych Fest

Unsere Redaktion hat sich getrennt, zum Glück aber nur geografisch. Während der eine weiter von Hamburg aus der Szene lauscht, hält der andere seit nun fast zwei Wochen in Kopenhagen Augen und Ohren offen. Kaum angekommen, kann ich auch schon von einer so großartigen Veranstaltung wie dem Copenhagen Psych Fest berichten.
Das sich über drei farbskalenverschiebende Tage des Wahnsinns erstreckende Festival fand in diesem Jahr in den Räumlichkeiten des Huset KBH statt. Das Huset ist ein ehemals besetztes Haus, das inzwischen kreative Freiräume bietet und zur Zeit neben einem Spielecafé, ein Kino, mehrere Venues und Bars und ein Restaurant beherrbergt. So fanden die Konzerte in insgesamt vier verschiedenen Örtlichkeiten statt, alles aber nur durch wenige Schritte voneinander getrennt.
Das CPF bietet traditionsgemäß besonders dänischen Bands Spielraum und Publikum, doch auch Schweden, Finnen und auch drei deutsche Gruppen waren im Line-Up vertreten.


Vor dem Festival war ich dem Techno verfallen, bloß nicht zu viele Vocals, bloß den "build up" nicht zu früh auflösen und bitte die letzten 8 Takte noch bis in die Unendlichkeit der Repitition führen, ich komme mit. Völlig dem Tunnelblick der Tunnelmusik erlegen, hat mir das Festival gezeigt, dass es genau das, was ich an Techno so liebe in anderen Genres genauso gibt, nur halt mit Gitarren und ohrenbetäubend fiependen Feedbacks. Post-, Kraut- und Psychedelic Rock hat sich wieder zurück in mein Gehör gespielt.
Die Bands auf dem CPF waren für mich, bis auf wenige Ausnahmen, Neuland. Entäuscht wurde ich von wenigen. Leider kann ich auf Grund eines verschobenen Timetables und der in diesen Genres als allgemein geltenden Verschwiegenheit auf der Bühne viele der Bands nicht beim Namen nennen. Eine der Bands, die ich an dieser Stelle sehr empfehlen möchte, und nicht nur weil ich die dazugehörigen Bandnamen aufschnappen konnte, sind die Finnen von Black Lizard, die ordentlich in den Referenzkisten kramen und eine Mischung aus Krautrock, rudimentärem Punk und einer nicht zu kleinen Priese Psychedelic präsentieren. Die vier gibt es übrigens auch auf dem diesjährigen Reeperbahnfestival zu sehen, auf das sie sich schon sehr freuen, wie sie mir veraten haben.

Während Black Lizard in dieser Konstellation noch recht frisch sind, erschien das erste Album des Düsseldorfer Trios Vibravoid schon 2001. Unter anderem durch die frühen Werke von Pink Floyd beeinflusst, liefern Vibravoid feinsten Psychedelic Rock, der dem Fluch des deutschen Sounds dieser Szene erliegt und ähnlich wie die Musik von Can außerhalb der Heimat eine deutlich größere Anhängerschaft um sich versammeln kann als in Deutschland. Reinhören lohnt sich aber auch hier definitiv.

Die Ehre des Abschlusskonzertes kam in diesem Jahr Oracles zu, die ebenfalls aus Deutschland angereist sind. Wer die junge Band mit Standbeinen in Berlin, Köln und Essen noch nicht auf dem Schirm hat, der sollte schleunigst seine Musikhausaufgaben machen und sich die Stanford Torus EP, die bereits im letzten Jahr erschienen ist, anhören. Oracles sind nicht nur eine sehr sympathische Band, wie ich im Interview mit ihnen feststellen konnte, sondern schaffen es auch, eine ganz eigene Version von Psychedelic Rock zu spielen, in der immer wieder Anleihen an Postrock, aber auch hier und da an Indie Rock zu erkennen sind. Live zeigt sich die Gruppe von einer im Moment noch charmant, verspielten Seite und zieht das Publikum mit ihrer Energie in ihren Bann.
Soweit hier meine Eindrücke vom CPF. Wer neugierig geworden ist, sollte am 19. und 20. November nach Kopenhagen kommen, wenn die Veranstalter zur Winteredition des Festivals rufen.

Dienstag, 4. August 2015

The Phoenix Foundation - Mountain


Nachdem unser Blog die letzten Tage vom Sprechgesang belagert wurde, besinnen wir uns heute wieder auf unsere Wurzeln und gehen zurück zur Indie-Musik. Auch das heimische Deutschland verlassen wir und reisen ins weit entferne Neuseeland. Alle die beim flüchtigen Überfliegen des Titels schon auf einen neuen Song der Franzosen Phoenix gehofft haben, muss ich leider enttäuschen. Doch bleiben lohnt sich trotzdem! Was euch bei The Phoenix Foundation erwartet, ist nämlich wunderbarer, psychedelisch angehauchter Indie-Rock. Bevor am Freitag ihr sechstes Studioalbum Give up your dreams erscheint und das 15te Bühnenjahr einleitet, präsentieren wir euch heute schon ihr neustes Musikvideo zu ihrer Single Mountain. Schon der Anfang des Liedes, diese wunderbare Gitarrenmelodie zeigt, dass man es hier mit einen Song von Qualität zu tun hat. Mit dem Video reihen sie sich in den derzeit aufkeimenden Trend ein, abgefahrene Musikvideos zu drehen, die beinahe gar keinen Sinn ergeben. Cool ist es trotzdem und lässt uns wehleidig die Frage stellen, warum wir denn Kinder der 90er und nicht Kinder der 60er sind. Lasst euch von uns hart aber herzig wieder auf den rechten Indie-Pfad führen: ohne Diss, MCs und Doubletime.



The Phoenix Foundation - Mountain from Samuel Kristofski on Vimeo.

Freitag, 28. November 2014

We Are Shining - Kara

Psychedelische Gitarrenriffs wälzen sich durch die Soundlandschaften, die We Are Shining da für uns aufgebaut hat. Auch wenn die beiden Londoner Musiker definitiv von Stoner- und Acid Rock beeinflusst wurden, schleichen sich immer wieder Einflüsse ein, die die Genregrenzen sprengen oder zumindest verschwimmen lassen. Heute erscheint über Marathon/Rough Trade ihr Debütalbum Kara.

We are Shining
Beats, die im Song Wheel an irgendetwas zwischen Karibik und Pow Wow erinnern, aber auch flächige Sythesizer und eine Stimme, die sogar Türen zum Dancehall öffnet (Wasted Times).
Neben der Soundvielfalt, sorgen die Zahlreichen Gastmusiker für weitere Abwechslung. Nachdem We Are Shining das Grundgerüst für die Songs gebastelt hatten, haben die Musiker sich ein wenig rein gehört und schließlich wurde mit ihren Ideen der Gesang über die Instrumente arrangiert. Also ähnlich wie es auch das Bruderpaar hinter Disclosure macht. Und um die Verbindung perfekt zu machen, steuert Eliza Doolittle, auf Settle für You & Me verantwortlich, auf der Debütplatte von We are Shining ihre Stimme für den Track Killing bei. Eine der tanzbarsten Nummern auf dem Album.

 
Am Ende überwiegt allerdings der Eindruck der griffigen Gitarrenläufe, aber das ist auch gut so. Ein wirklich gelungenes, angenehm vielschichtiges Erstlingswerk kann man sich da ab heute anhören. Daumen hoch, Ohren auf.

Montag, 24. Februar 2014

Beaty Heart




Popping, psychodelisch, verspielt und dann machen die auch einfach richtig gute Laune. Die Rede ist von Beaty Heart. Vor einigen Tagen veröffentlichte das Trio ihr neues Video zu Kanute's Comin' round und das Video reiht sich nicht nur in die Reihe der bisherigen Musikclips ein sondern bestätigt auch ohne jeglichen Zweifel die ersten drei Adjektive dieses Artikels.
Neben dem Video ist aber auch der Song als solcher mehr als erwähnenswert. Schon nach dem ersten Mal Hören steigerte sich meine Laune und zusammen mit dem aktuellen Wetter könnte ich glatt in Sommerlaune kommen.
Bleibt ja eigentlich nur noch zu hoffen, dass ihr Debut Album diesen Trend fortsetzt und uns im Mai weitere wunderbar verückte Songs präsentiert.
An dieser Stelle auch noch mal ein Dank an Neolyd. Ohne die hätte ich wohl erst viel später von Beaty Heart erfahren.