Posts mit dem Label Kate Tempest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kate Tempest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 4. Dezember 2015
Kate Tempest - Europe is Lost
Die Meinung der britischen Rapperin Kate Tempest, die sich ganz nebenbei noch als Autorin und Poetin hervortut, zu der aktuellen Lage der westlichen Welt, sollte inzwischen jedem klar sein, der sie schon einmal live sehen durfte. Letzte Woche erschien pünktlich zum Black Friday, dem selbstfixierten Konsumfeiertag schlechthin, ihr neuster Song Europe is Lost. Ein deutliches Statement ist nicht nur das Releasedate, sondern auch der Songtext. Auf einem blechernen Beat wird hier die Absurdität aufgezeigt, die sich zwischen Happy Hours in der High Street und vor den Grenzen des Vereinten Königreichs abgeblockten Flüchtlingsströmen. Doch neben der politischen Botschaft, die sich wohl am besten erschließt, wenn man sich die Zeit nimmt und den Songtext liest, ist bemerkenswert, wie Tempest es schafft Europe is Lost mühelos aus den sonst üblichen Strukturen zu heben und das Gebilde "Auf Vers folgt Refrain" aufzulösen. Rap auf höchsten Niveau, lyrische Fertigkeiten, die sich im Laufe der etwas mehr als vier Minuten zu einem auditiven und onimatopoetischen Gebilde auftürmen, das der Verwirrung der Menschheit und der Verworrenheit der aktuellen weltpolitischen Lage ein Ebenbild aufzeigen.
Sonntag, 2. August 2015
Spektum 2015 - Zwischen Hipster und Hip-Hop
Sonniges Wetter und ein Samstag randvoll mit einer Mischung aus Hip-Hop und Elektro, das war das Spektrum 2015. Parallel zum Vogelball, zwischen Easy Kisi Dorffest und Butterland fand gestern auf der hamburger Elbinsel Wilhelmsburg zum vierten Mal das Beatfestival der Veranstalter des MS Dockvilles statt. Wir waren da und haben ordentlich dope Flows gefeiert und mit den Händen den Takt angezählt.
Gestopfte Shuttlebusse und eine Menschenmenge, die sich irgendwo zwischen Hipster und Hip-Hop bewegt weisen die Richtung, es geht auf das MS Dockville Gelände. Während die Kollegen vom Vogelball noch die schicke Deko in Form bringen und die Glitzervorräte auffüllen, stehen auf der Hauptbühne des Spektrums schon "der Möchtegernkanacke und die Glatze mit der Zahl" auf der Bühne. Der erste Slot des Festivals erweist sich erwartungsgemäß als eher schwierig, der Sound kann leider auch nicht wirklich überzeugen. Es ist einfach zu früh für das Publikum. Als kleiner Trost sind Audio88 & Yassin wenigstens später noch bei K.I.Z. auf der Bühne und können live miterleben wie die Crowd abgehen kann. Schade.
Dank eines vorteilhaften Timetables, musste ich mich für die nächsten zwei Auftritte nicht einmal von der Bühne wegbewegen und konnte meine Energie sparen. Als nächstes fordert Kate Tempest zusammen mit ihrem Schlagzeuger Kwake und ihrer Keyboarderin ebendiese von allen, die sich bei ihrer Show eingefunden haben. Mit gewohnt eloquenten und sozialkritischen Texten schafft es die Britin alle in ihren Bann zu ziehen. Eine progressivere Instrumentalisierung, als noch im Molotow im letzen Winter, scheint auf ein Festivalpublikum angepasst und erfüllt seinen Dienst. Die letzten 5 Minuten lässt sich Kate auch auf dem Spektrum nicht nehmen um sich mit einem Text ohne Musik, aber mit um so mehr Tiefgang, an die Festivalbesucher zu wenden und zu erklären, dass nur unsere Taten und Erlebnisse uns wirklich glücklich machen können und nicht das was wir kaufen. Der Pathos trieft, der Punkt steht.
Weiter gehts gleich mit der nächsten weiblichen Rapperin. Coely lebt in Antwerpen, Belgien und begeistert mit einer soulig, rauen Stimme die man diesem Mädel so auf den ersten Blick gar nicht zugetraut hätte. Eine Show überwiegend gespickt mit überzeugendem Ammi-Rap, garniert mit Coverversionen von alten Soul und Reggeaklassikern. Als beim vorletzten Song (Could you be loved) von angetrunkenen K.I.Z. Fans (Vermutung des Verfassers) ein Moshpit eröffnet wird, ist der Höhepunkt der Ironie erreicht und der Song ad absurdum geführt, wie auch Coely bemerkt. Für eine freundliche Zugabe lässt sie sich dennoch auf die Bühne bitten. Super Auftritt.
Von Belgien nach Berlin. Oldschool Battlerap von MC Bomber und Schacke One zeigen, warum es durchaus gerechtfertigt ist, dass die Tracks der P-Berg Battletapes bald auf Vinyl erscheinen werden. Ein Publikum, das die Schnittmenge aus Süddeutsche und Juice Lesern darstellt geht ordentlich mit im Takt und erweist sich trotz eines Sprachtempos, jenseits von Großviehversteigerungen, als weitestgehend textsicher. Unser Urteil, der Hype ist gerechtfertigt, klingt real.
Hauptact auf der Hauptbühne, alle haben drauf gewartet, als ob es das erste Weihnachten in 10 Jahren ist und nicht jeder hat den Pegel bis zum Beginn der K.I.Z. Abrissshow auf einem angemessen Level halten können. Alle die es geschafft haben drücken sich aneinander um einen Blick auf die drei von der Tankstelle erhaschen zu können und skandieren in Gruppenharmonie "Hurensohn". Ein solides Festivalset gespickt mit den Singleauskopplungen des neuen Albums, befriedigt die Alteingesessen und die Neulinge. Insgesamt vielleicht etwas kurz oder einfach nur zu gut, aber wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, können K.I.Z. auch nicht zu viel falsch machen. Wie erwartet, ein gelungenes Konzert inklusive Konfetti aus ökologischem Reispapier.
Während an der Hauptbühne noch die Taka-Tuka Ultras eskalieren, machen wir uns schon mal kurz auf die Reise ins Zelt zu dem Familientreffen von Sichtexot. Die angekündigten Luk&Fil werden am Mikrofon unterstütz von ihren (Label-)Kollegen Tufu und Johnny Moto, während noch zwei weitere Kollegen (Uwe und Kavoe West) an den Turntables stehen. Ordentlich gute Laune und Tracks, die live ein klein bisschen weniger vertrackt wirken, als am heimischen Rechner, übertragen sich auf das Publikum, das im Laufe der Show noch auf ein, zwei Jägermeister eingeladen wird. Man merkt, die Jungs haben Spaß und auch das Zelt ist voller als zu erwarten gewesen ist, bei einem Slot, der sich mit dem von K.I.Z. überschneidet. Die sympathische Gäng der Sichtexoten läutet das Ende des Hip-Hop am heutigen Abend ein.
Also schnell wieder rüber an die Hauptbühne, wo sich das Feld seit Ende des K.I.Z. Gigs deutlich gelichtet hat. Dort begibt sich Siriusmo, zusammen mit den kongenialen und ebenfalls berliner Modeselektor auf die Bühne. Siriusmodeselektor, das neuste Projekt der drei, lässt noch einmal das Tanzbein schwingen und fährt neben einem mehr als überzeugenden Sound eine trashige, aus der Zeit gefallene Visualshow auf. Wären die Leute doch mal lieber geblieben, die Nummer hat wirklich mitgezogen und das gesamte Publikum in einer Ladung aus Bass und Tanzgewalt begraben.
Das war also das Spektrum 2015, es war so schön mit allen. Gelernt haben wir, K.I.Z. kann es halt, Hip-Hop hat sich ein klein wenig Prolligkeit auch trotz schwarzer Juteturnbeutel bewahrt und ein Besuch ist das Gelände des MS Dockvilles auch schon vor dem eigentlichen Festival immer wert, zumindest, wenn das nächste Mal zu Spektrum aufgerufen wird.
Gestopfte Shuttlebusse und eine Menschenmenge, die sich irgendwo zwischen Hipster und Hip-Hop bewegt weisen die Richtung, es geht auf das MS Dockville Gelände. Während die Kollegen vom Vogelball noch die schicke Deko in Form bringen und die Glitzervorräte auffüllen, stehen auf der Hauptbühne des Spektrums schon "der Möchtegernkanacke und die Glatze mit der Zahl" auf der Bühne. Der erste Slot des Festivals erweist sich erwartungsgemäß als eher schwierig, der Sound kann leider auch nicht wirklich überzeugen. Es ist einfach zu früh für das Publikum. Als kleiner Trost sind Audio88 & Yassin wenigstens später noch bei K.I.Z. auf der Bühne und können live miterleben wie die Crowd abgehen kann. Schade.
Dank eines vorteilhaften Timetables, musste ich mich für die nächsten zwei Auftritte nicht einmal von der Bühne wegbewegen und konnte meine Energie sparen. Als nächstes fordert Kate Tempest zusammen mit ihrem Schlagzeuger Kwake und ihrer Keyboarderin ebendiese von allen, die sich bei ihrer Show eingefunden haben. Mit gewohnt eloquenten und sozialkritischen Texten schafft es die Britin alle in ihren Bann zu ziehen. Eine progressivere Instrumentalisierung, als noch im Molotow im letzen Winter, scheint auf ein Festivalpublikum angepasst und erfüllt seinen Dienst. Die letzten 5 Minuten lässt sich Kate auch auf dem Spektrum nicht nehmen um sich mit einem Text ohne Musik, aber mit um so mehr Tiefgang, an die Festivalbesucher zu wenden und zu erklären, dass nur unsere Taten und Erlebnisse uns wirklich glücklich machen können und nicht das was wir kaufen. Der Pathos trieft, der Punkt steht.
Von Belgien nach Berlin. Oldschool Battlerap von MC Bomber und Schacke One zeigen, warum es durchaus gerechtfertigt ist, dass die Tracks der P-Berg Battletapes bald auf Vinyl erscheinen werden. Ein Publikum, das die Schnittmenge aus Süddeutsche und Juice Lesern darstellt geht ordentlich mit im Takt und erweist sich trotz eines Sprachtempos, jenseits von Großviehversteigerungen, als weitestgehend textsicher. Unser Urteil, der Hype ist gerechtfertigt, klingt real.
Hauptact auf der Hauptbühne, alle haben drauf gewartet, als ob es das erste Weihnachten in 10 Jahren ist und nicht jeder hat den Pegel bis zum Beginn der K.I.Z. Abrissshow auf einem angemessen Level halten können. Alle die es geschafft haben drücken sich aneinander um einen Blick auf die drei von der Tankstelle erhaschen zu können und skandieren in Gruppenharmonie "Hurensohn". Ein solides Festivalset gespickt mit den Singleauskopplungen des neuen Albums, befriedigt die Alteingesessen und die Neulinge. Insgesamt vielleicht etwas kurz oder einfach nur zu gut, aber wenn wir ganz ehrlich mit uns sind, können K.I.Z. auch nicht zu viel falsch machen. Wie erwartet, ein gelungenes Konzert inklusive Konfetti aus ökologischem Reispapier.
Während an der Hauptbühne noch die Taka-Tuka Ultras eskalieren, machen wir uns schon mal kurz auf die Reise ins Zelt zu dem Familientreffen von Sichtexot. Die angekündigten Luk&Fil werden am Mikrofon unterstütz von ihren (Label-)Kollegen Tufu und Johnny Moto, während noch zwei weitere Kollegen (Uwe und Kavoe West) an den Turntables stehen. Ordentlich gute Laune und Tracks, die live ein klein bisschen weniger vertrackt wirken, als am heimischen Rechner, übertragen sich auf das Publikum, das im Laufe der Show noch auf ein, zwei Jägermeister eingeladen wird. Man merkt, die Jungs haben Spaß und auch das Zelt ist voller als zu erwarten gewesen ist, bei einem Slot, der sich mit dem von K.I.Z. überschneidet. Die sympathische Gäng der Sichtexoten läutet das Ende des Hip-Hop am heutigen Abend ein.
Also schnell wieder rüber an die Hauptbühne, wo sich das Feld seit Ende des K.I.Z. Gigs deutlich gelichtet hat. Dort begibt sich Siriusmo, zusammen mit den kongenialen und ebenfalls berliner Modeselektor auf die Bühne. Siriusmodeselektor, das neuste Projekt der drei, lässt noch einmal das Tanzbein schwingen und fährt neben einem mehr als überzeugenden Sound eine trashige, aus der Zeit gefallene Visualshow auf. Wären die Leute doch mal lieber geblieben, die Nummer hat wirklich mitgezogen und das gesamte Publikum in einer Ladung aus Bass und Tanzgewalt begraben.
Dienstag, 28. Juli 2015
SPEKTRUM FESTIVAL 2015
.
Während
das MS Dockville inzwischen wohl auch über
Hamburgs Grenzen hinaus kein wirklicher Geheimtipp mehr ist - was es allerdings
nicht weniger großartig
macht - ist für viele das Eintagesfestival Spektrum wahrscheinlich noch kein Begriff.
Unter dem Motto "Spektrum - Momentaufnahme Beatkultur"
präsentieren
die Veranstalter dieses Jahr zum vierten Mal ein prall gefülltes und
Genregrenzen überschreitendes
Line-Up, gespickt mit Perlen vom deutschsprachigen Rap-Duo bis hin zum IDM Künstler mit einem
Hang zu versch(r)obenen Beatmustern.
Trotz der Vielfalt was die Künstler
angeht, scheinen die Headliner wohl festzustehen. K.I.Z. werden ordentlich
vom neuen Album präsentieren,
hoffentlich aber auch noch ihre alten Hits zum besten geben. Neben dem Trio
infernale, geben sich auch noch alte bekannte die Ehre. Chefket war nicht nur
letztes Jahr Gast auf dem Spektrum sondern, genau wie Gold Roger, auch gerade
erst vor knapp zwei Monaten auf dem lunatic in Lüneburg.
Wo noch im letzten Jahr SSIO mit seinem Proll-Drogen-Rap
das Publikum über
Methoden des Cannabis Vertriebs belehrte, wird am Samstag Schwester Ewa Einblick
ins älteste
Gewerbe der Welt geben.
Auf insgesamt drei Bühnen
kann am Samstag ausgiebig auf dem MS Dockville Gelände
mitgenickt und geraved werden, während
nebenan die Freunde der seichteren elektronischeren Musik auf dem Vogelball den
Luxus der Anonymität
hinter Vogelmasken genießen können. Neben
dem Zelt in dem die bereits aufgezählten
Rapper die "Flows kicken" werden, werden im Maschinenraum neben der
UK Rapperin und bald Autorin Kate Tempest vor allem Audio88 & Yassin den ganz normalen Samt auslegen.
Wer sich eher auf dem Melt! als auf dem Splash Zuhause fühlt, kann
seine Tanzwut auf der Red Bull Music Acedemy Stage raus lassen. IDM mit
Samplecharakter und souligen Vocals wird hier am frühen Abend von Lapalux geboten.
Mein persönlicher Höhepunkt
beginnt allerdings erst um kurz nach 12. Mumdance, der dieses Jahr
zusammen mit Logos das Album Proto veröffentlicht hat, schafft es trotz seines
jungen Alters authentischen 90er Industrial-Techno zu basteln, der einen
gedanklich in die ranzigsten und fertigsten Undergroundclubs Englands zieht.
Um euch die persönliche Line-Up-Abstimmung zu erleichtern, haben wir euch eine kleine Spektrum-Youtube-Playlist zusammengestellt, die alle Künstler beinhaltet. Viel Spaß beim schauen und staunen!
Um euch die persönliche Line-Up-Abstimmung zu erleichtern, haben wir euch eine kleine Spektrum-Youtube-Playlist zusammengestellt, die alle Künstler beinhaltet. Viel Spaß beim schauen und staunen!
Das Spektrum findet am 01.08 ab ca. 14Uhr auf dem MS Dockville Gelände
in Hamburg Willhelmsburg statt.
Hier nochmal das komplette Line-Up auf einen Blick:
Line-Up 2015 (Main Stage & Zelt):
K.I.Z. | SIRIUSMODESELEKTOR | SCHWESTA EWA | DOPE D.O.D. [NL] | KATE TEMPEST (UK) | COELY (BE) | AUDIO88&YASSIN | CHEFKET | MC BOMBER | 3PLUSSS & SORGENKIND | DÖLL & MÄDNESS | LUK&FIL + TUFU | REMI [AUS] | SLOWY & 12VINCE | GOLD ROGER & JOHNNY RAKETE | VEEDEL KAZTRO | ECKE PRENZ
Red Bull Music Academy Stage:
LAPALUX (UK) | ANDY STOTT [UK] | ROBOT KOCH | MUMDANCE [UK] | THROWING SNOW [UK] | ADDA KALEH [RO] | SWEDE:ART | RJ
Labels:
12Vince,
Audio88,
Festival,
Hamburg,
Hip-Hop,
Kate Tempest,
KIZ,
Rap,
Spektrum,
Wilhelmsburg
Montag, 8. Dezember 2014
Kate Tempest im Molotow
Vor zwei Wochen stand die gebürtige Londonerin Kate Esther Calvert (Kate Tampest) vor einem ausverkauftem Molotow auf der Bühne. Wir waren dabei und haben ordentlich im Takt mitgewippt. Kate Tempest ist eine der Rapperinnen mit einem literarischem Hintergrund, der sich sowohl in der lyrischen Vielfalt ihrer Songs, als auch in den Spoken Word Texten niederschlägt, in die ihre Lieder immer wieder abrutschen.
Ein volles, haupsächlich mit Endzwanzigern gefülltes Molotow wartet gemeinsam auf den Beginn einer Show, die für mich das beste Konzert seit dem Auftritt von The Acid im Übel & Gefährlich werden sollte. Immer wieder klingen die warteschleifengleichen Hip-Hop Tracks in spannungserzeugende Fades ab und nach einer gefühlt viel zu langen Zeit betritt endlich die Band hinter dem Projekt Kate Tempest die Bühne vor dem wartenden Publikum. Zwei Schlagzeuger, eine Keyboarderin und eine Backgroundsängerin mit pinker Parücke. Die ersten Takte von Marshall Law verlassen die Verstärker der Instrumente und umgeben die Angereisten in einer Wolke aus Bass- und Synthieklängen. Kate zieht nach und steht auf der Bühne, doch anstatt auf den Beat zu rappen, bricht dieser ab und ihre Stimme ist auf einmal ganz allein. Gesprochen leiten die ersten Zeilen eine Show ein, die wie auf dem Album Everybody Down die Geschichte von Becky erzählt, die neben Harry und Pete zu lebendig beschriebenen und vielschichtig aufgebauten Charakteren werden.
Die Show nimmt ihren Lauf und die 5 auf der Bühne haben mindestens so viel Spaß wie alle davor - ein Dauergrinsen hat sich trotz der eigentlich sehr düsteren Texte auf die Gesichter der meisten gebrannt. Mehrmals versichert Kate wie viel es ihr bedeutet, dass sie ihre Texte vor einem Publikum vortragen kann und sie sich immer wieder sagen muss wie verrückt das alles ist.
Noch während alle im Rausch des Beats mit den Geräuschen aus den Boxen wanken bricht das Ende der Show an und Kate beginnt eine Ansprache über die Menschlichkeit. Obwohl die Worte nur so von Pathos triefen hören alle gebannt zu, als sie verkündet, dass wenn doch nur jeder die Anderen als ebenbürtige Menschen betrachten würde, vielleicht doch noch nicht alles verloren ist. Bezüge zu ihren Texten sind zu erkennen, denn auch ihr aktuelles Album behandelt die Angründe der menschlichen Seele, doch erhellt auch durch die Vorstellung, dass es vielleicht doch noch Auswege gibt.
Das letzte Lied verklingt und die Leute hängen immer noch gebannt von der vorangegangenen Ansage etwas hinterher. Langsam erwachen alle wieder und befinden sich wieder in der wohligen Leere, die nach solchen Konzerten des öfteren auftritt. Und gerade als alle wieder komplett angekommen sind betritt Kate alleine die Bühne und fragt, ob wir lieber ein neues Gedicht oder ein altes, lange nicht mehr vorgetragenes hören möchten. Die Entscheidung fällt schnell auf den alten Text. Das Publikum verstummt, als sie mit einer Stimme, gefühlt nur zwei Silben vom Versagen etfernt anfängt The Relegates vorzutragen. Alle Augen sind auf sie gerichtet und so endet ein Konzert, das einen in eine Welt des Londoner Abschaums und Unterschicht entführt, einen zu zwielichten Koksgeschäften, Sexarbeitern und zerütteten Familien begleitet.
Ein volles, haupsächlich mit Endzwanzigern gefülltes Molotow wartet gemeinsam auf den Beginn einer Show, die für mich das beste Konzert seit dem Auftritt von The Acid im Übel & Gefährlich werden sollte. Immer wieder klingen die warteschleifengleichen Hip-Hop Tracks in spannungserzeugende Fades ab und nach einer gefühlt viel zu langen Zeit betritt endlich die Band hinter dem Projekt Kate Tempest die Bühne vor dem wartenden Publikum. Zwei Schlagzeuger, eine Keyboarderin und eine Backgroundsängerin mit pinker Parücke. Die ersten Takte von Marshall Law verlassen die Verstärker der Instrumente und umgeben die Angereisten in einer Wolke aus Bass- und Synthieklängen. Kate zieht nach und steht auf der Bühne, doch anstatt auf den Beat zu rappen, bricht dieser ab und ihre Stimme ist auf einmal ganz allein. Gesprochen leiten die ersten Zeilen eine Show ein, die wie auf dem Album Everybody Down die Geschichte von Becky erzählt, die neben Harry und Pete zu lebendig beschriebenen und vielschichtig aufgebauten Charakteren werden.
Die Show nimmt ihren Lauf und die 5 auf der Bühne haben mindestens so viel Spaß wie alle davor - ein Dauergrinsen hat sich trotz der eigentlich sehr düsteren Texte auf die Gesichter der meisten gebrannt. Mehrmals versichert Kate wie viel es ihr bedeutet, dass sie ihre Texte vor einem Publikum vortragen kann und sie sich immer wieder sagen muss wie verrückt das alles ist.
Noch während alle im Rausch des Beats mit den Geräuschen aus den Boxen wanken bricht das Ende der Show an und Kate beginnt eine Ansprache über die Menschlichkeit. Obwohl die Worte nur so von Pathos triefen hören alle gebannt zu, als sie verkündet, dass wenn doch nur jeder die Anderen als ebenbürtige Menschen betrachten würde, vielleicht doch noch nicht alles verloren ist. Bezüge zu ihren Texten sind zu erkennen, denn auch ihr aktuelles Album behandelt die Angründe der menschlichen Seele, doch erhellt auch durch die Vorstellung, dass es vielleicht doch noch Auswege gibt.
Das letzte Lied verklingt und die Leute hängen immer noch gebannt von der vorangegangenen Ansage etwas hinterher. Langsam erwachen alle wieder und befinden sich wieder in der wohligen Leere, die nach solchen Konzerten des öfteren auftritt. Und gerade als alle wieder komplett angekommen sind betritt Kate alleine die Bühne und fragt, ob wir lieber ein neues Gedicht oder ein altes, lange nicht mehr vorgetragenes hören möchten. Die Entscheidung fällt schnell auf den alten Text. Das Publikum verstummt, als sie mit einer Stimme, gefühlt nur zwei Silben vom Versagen etfernt anfängt The Relegates vorzutragen. Alle Augen sind auf sie gerichtet und so endet ein Konzert, das einen in eine Welt des Londoner Abschaums und Unterschicht entführt, einen zu zwielichten Koksgeschäften, Sexarbeitern und zerütteten Familien begleitet.
Abonnieren
Posts (Atom)

