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Freitag, 5. Juni 2015

lunatic Festival 2015 // Tag 1 HipHop


Wie gestern angekündigt ist heute pünktlich um 15Uhr das lunatic Festival gestartet. Der Freitag stand ganz im Zeichen des HipHops und so gab sich heute ein Deutschrapper nach dem anderen die Klinke in die Hand. Obwohl der HipHop ja momentan in seiner Renaissance steckt und sich immer mehr Subgenres bilden, hat hier auf dem lunatic der gute alte Deutschrap regiert. Ohne viel Geschnörkel und Klimbim haben die Künstler heute Lines und Beats abgeliefert, die einen an die schönen 1990/2000er zurückdenken lassen. Ein bisschen Popeinfluss gab es aber auch. Einmal von unserem Freitagsfavoriten Chefket und auch die neuen Lieblinge des Raps Genetikk waren die notwendige Ausnahme dieser Theorie. Und gar nicht fassen lassen sich Moglebaum, welche einen schönen Break zwischen all dem Sprechgesang brachten.
Nun zu unseren Freitaghighlights:
Der Erste, der mich heute positiv überraschen konnte war AzudemSK der mit unaufgeregtem Skater-Rap den perfekten Soundtrack zu diesem unglaublich heißen Tag lieferte. Der Münsteraner fühlte sich so wohl auf der Bühne, dass er gar nicht mehr gehen wollte und trotz aufdringlicher Gesten von hinten zwei Zugaben spielte. Sehr cool! Mit geschlossenen Augen fühlte man sich wirklich ein wenig in die oben beschriebene glorreiche Zeit zurückversetzt. Wer mehr von AzudemSK hören will kann  das auf seiner Bandcamp Seite tun. Dort gibt es seine beiden EPs Vorwort und Classic zum reinhören.



Nach AzudemSK und dem ersten Sonnenbrand  gab es eine kurze HipHop-Auszeit präsentiert von Moglebaum. Das Quintett war mein persönliches Highlight heute. Die vier Herren + weibliche Begleitung (alle Barfuß) sahen auf den ersten Blick eher wie ein Folk-Kollektiv aus, als wie eine Electrogruppe. Doch beim ersten Beat waren alle Sorgen verflogen und auch Saxophon und Geige haben sich perfekt in die elektronische Klangwelt eingefunden. Das gefiel nicht nur mir, sondern auch den Zuschauern. Spannend und Zeitgemäß war jeder Track von Moglebaum eine Perle für sich. Ihr Remix zu S O H Ns Hitsingle Lessons bildete den krönenden Abschluss dieses wundervollen Konzertes.



Nach kurzer Verschnaufpause ging es dann zum ersten Mal an diesem Tag zur Hauptbühne. Chefket stand auf dem Programm. Der Rapper ist zwar schon seit 2003 unterwegs, doch erst in den letzten Jahren hat seine Karriere so richtig Fahrt aufgenommen. Die meisten Songs des Wahlberliners sind zwar eher poporientierte Songs, doch bewies er in einigen Liedern richtige Doubletime Qualitäten. Besonders bei Live MCs ist der Mann zur Höchstform aufgelaufen und hat die hungrigen Besucher in Grund und Boden gerappt.  Kurios war die Verletzungsrate bei diesem Konzert. Erst brach bei dem Gesellen neben mir stoßartig Nasenbluten aus, nachdem er seine Freundin in die Arme genommen hat (Zufall oder Zeichen?). Dann stürzte ein anderer junger Mann noch hintenüber, als er versuchte sich in die Menge zu schmeißen. Der Junge war zwar noch bei Bewusstsein, sah aber schon ziemlich verpeilt aus. Der Unfall ereignete sich übrigens bei Chefkets Song Fliegen und Fallen (Zufall oder Zeichen?)


Der Freitag endete dann mit Genetikk. Die maskierten Rapper sind im Moment ja in aller Munde und werden von Pressevertretern aller Arten bejubelt.  Auf Youtube haben sie schon mitunter schon über 3Mio. Klicks und sind schon längst aus der Undergroundszene geflüchtet. Auch heute lieferten sie eine gute Show ab und wussten die Massen zu begeistern. Highlight hier war ihre neue Single .
Wünsch dir was

Müde aber glücklich schlendre ich nun langsam zu Bett und lassen den Tag Revue passieren. Gleichzeitig bin ich aber voller Vorfreude auf morgen, wo endlich Indie und Electro ansteht. Ganz besonders freue ich mich auf die Deutschpopper Helgen welche uns mit klugen Texten zu begeistern wissen. Doch auch sonst gibt es genügend Gründe morgen auch beim lunatic vorbeizuschauen.


Donnerstag, 4. Juni 2015

lunatic Festival 5.6.-6.6.

 Bis Weihnachten dauert es noch ein wenig, aber dass die eigentlich beste Saison des Jahres wieder angefangen hat, ist nicht mehr zu leugnen. Nachdem sich letztes Wochenende schon ordentlich auf dem Immergut ausgetobt werden konnte, geht es am Freitag mit dem lunatic Festival in Lüneburg weiter.
Das lunatic Festival ist ein Platz zum ausprobieren, für die Besucher, die Bands und die Veranstalter. Die Organisation wird ehrenamtlich von Studenten der Leuphana Uni in Lüneburg übernommen und dass das mehr als gut funktioniert, wurde nun schon zwölf Mal erfolgsreich unter Beweis gestellt.
Traditionsgemäß ist das Zwei-Tages-Festival aufgeteilt in Hip-Hop am Freitag und Indie, Elektro und alles was es noch zu hören gibt am Samstag.


Auch wir werden uns unter das Festivalvolk mischen und haben uns rauf und runter durch das Line-Up gehört. Hier eine Aufstellung unserer Favoriten:

Was muss man über Chefket eigentlich noch sagen. Spätestens seit seinem Feature mit Marteria für den Song Was Wir Sind im Sommer 2013 sollte Chefket auch bei jedem angekommen sein, der nicht dem 16Bars Kanal auf Youtube folgt. Gute Laune und doch immer wieder Fokus auf politische Themen. So verarbeitet der Rapper auf der Indentitäter EP seine Erfahrungen als Kind von Einwanderern in Deutschland. Trotzdem muss hier niemand überstilisierten Politrap fürchten, die Musik von Chefket ist auch immer wieder gut für ein Bier vor der Bühne.



Neben dem MC-DJ-Duo Retrogott & Hulk Hodn geben sich auf dem diesjährigen lunatic Festival auch Slowy & 12Vince die Ehre. Das Duo aus Hamburg präsentiert Oldschool Scratch Beats und durchdachte deutsche Texte, die an Rap der Nullerjahre erinnert. Immer schön an die Roots halten, trotzdem stete Innovation und Entwicklung. Die Beats bringt 12Vince, die Texte Slowy.



Gerade erst kam ihre erste EP raus und bei uns laufen ihre Songs auf Dauerrotation. Helgen machen Deutsch-Pop der coolen Sorte, bei dem man nicht vor Fremdscham im Boden versinken muss. Drei Jungs und die natürliche Aufarbeitung von vergangenen und aktuellen Beziehungen, sowie der Suche nach seinem Platz unter all den Anderen. Man kann also nur hoffen, dass die Gruppe aus Hamburg noch ein paar alte und neue Songs im Gepäck hat, das Wetter mitspielt und die leuchtend gelben Friesennerze im Koffer bleiben können.



Die Indie-Rocker von Balthazar gehören dieses Jahr eindeutig zu den etwas größeren Acts auf dem lunatic Festival. Die Belgier präsentieren Mitwippsound und Ohrwurmfutter, getragen von entspannten Gitarrenläufen und choralen Refrains. 2015 war und wird ein ereignisreiches Jahr für Balthazar, im März kam das neue Album Thin Walls, es folgte eine ausgiebige Europatour und jetzt geht es weiter in die Festivalsaison.



Neben diesen vier Bands gibt es natürlich noch einiges zu entdecken. Also los, los, los und hin da. Wir melden uns dann vom Festival.

Genetikk // Balthazar // Chefket // Carnival Youth // Rangleklods // Retrogott & Hulk Hodn // Intergalactic Lovers // Slowy & 12Vince // Herrenmagazin // Bergfilm // Tice // Helgen // AzudemSK // Berlin Syndrome // FensterPlatz // Moglebaum // Krahnstøver // Gold Roger // Consolers // Kota Connection