Posts mit dem Label Die Nerven werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Die Nerven werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 7. Dezember 2015

Die Nerven - KB18 (Kopenhagen)

Dazu kann man wenig sagen. Die Nerven auf ihrer Out Tour machen einen Zwischenstop in Kopenhagen und liefern vor einer kleinen Crowd ein absolutes Brett von Konzert ab. Fotos ab...


Die Nerven - KB18 (05.12.2015)

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Tristesse und Schwäbische Kleinbürgerlichkeit - Im Interview mit Karies

Tristesse irgendwo zwischen Stuttgart und Ulm, genauer Kreis Göppingen und jetzt hier. Ich sitze neben Käsebrötchen und Chips mit den vier Jungs von Karies im Golem, Hamburg. Der Raum ist eng und von draußen drängen sich psychedelische Gitarrenklänge durch die Tür. Die Band sitzt mir und einer auf sie gerichteten Schreibtischlampe verhörähnlich gegenüber.
Mit kaltem Bier in der wärmenden Hand taut alles recht schnell auf, was aber auch daran liegt, dass es sich bei der Gruppe um Grundsympathen handelt.


Karies ist eine der aktuell aufstrebenden Bands aus der Stuttgarter Szene, die sich dem Post-Punk und Noise verschrieben hat. Überschneidungen mit anderen Bands aus der Gegend gibt es nicht nur was den Sound angeht, sondern auch personell. So gibt Kevin nicht nur bei Karies am Schlagzeug das Tempo an, sondern drängt auch bei Die Nerven erbamungslos nach vorne. Auch Bassist Benni ist noch in weiteren Bands vertreten. Unter Anderem sorgt er in der Live Band von Peter Muffin, dem Solo-Projekt von Nerven Basser Julian, für die nötigen Tiefen.
Angefangen hat das Ganze schon vor etwa sieben Jahren in einem Proberaum im schon erwähnten Göppingen. Musikalisch hatte das ca. 50km entfernte Stuttgart schon damals eine starke Anziehungskraft. Besonders wichtig waren und sind das KOMMA in Esslingen und das FFUS. Viele Konzerte, nicht mal nur Gitarrenmucke, hauptsache "gegen Hörgewohnheiten verstoßen". Inzwischen ist die Verbindung zum KOMMA wahrscheinlich sogar noch gewachsen. Benni, mittlerweile nach Stuttgart gezogen, packt ehrenamtlich mit an und ist mit dem Betreiber befreundet.


Wütend, freibrechend, von den 80ern geprägter Post-Punk: so lässt sich Karies Sound am besten beschreiben. Aber warum besingt noch eine junge deutsche Band, mit maßgeschneiderten Texten den Ausgang aus der Adoleszenz und den Eintritt in ein viel zu träges und selbstgefälliges Leben? Und warum verzehrt sich die deutsche Musiklandschaft zur Zeit nach genau dieser Art von Musik? So ganz genau kann uns das auch niemand aus der Band erklären.
2012 fand Benni Zugang zu New-Wave Bands wie Abwärts und Fehlfarben. Nicht nur klang die Musik für ihn aufregend, frisch und passend, es wurde auch klar, dass es Leute in der Umgebung gab, die in die selbe Richtung strebten.
Die schon angesprochene Stuttgarter Szene und speziell die Post-Punk-Szene war nie so dominant, als dass man sich hätte "uniformieren können". Stattdessen inspiriere man sich immer wieder gegenseitig und jeder sucht sich seine eigene Richtung.


2013 erschien dann endlich das erste Tape von Karies. Fun ist ein Stahlbad wird an einem Abend aufgenommen. An den Reglern steht Max Rieger, Gitarrist von die Nerven. 7 Songs, Drang nach vorne und ein hochgreifendes Zitat aus der Didaktik Dialektik der Aufklärung als Tapename.
Im Laufe des nächsten Jahres reifen die Tracks auf den Konzerten wie ein guter Wein und im Oktober diesen Jahres erschien das nicht minder zitatlastig betitelte Debütalbum Seid umschlungen Millionen.
"Ich hatte ein Buch gelesen, in dem es um das Jahr der Brüdelichkeit ging [...] die Forderung nach Solidarität und Verbrüderung klingt heutzutage lächerlich und pathetisch" sagt Sänger/Bassist Max Nosek.
Auch das Cover hat starken Bezug zum Inhalt des Albums. Jans Elternhaus als Symbol für Tristesse und schwäbische Kleinbürgerlichkeit.
Das Album klingt erwartungsgemäß sehr viel gereifter als das Demotape, mit mehr Tiefgang, einer klareren Struktur und einem Druck, der sich in die Magengegend eingräbt. Die Weiterentwicklung wird auch klar, wenn man einen Blick auf die Titelliste wirft. Nur zwei Songs von Fun ist ein Stahlbad, Misere und Wahrheit träumt nicht schafften es auf die Platte.
"Misere hat eine neue Richtung eingeschlagen. Als wir anfingen hatten wir noch ein Casio Keyboard dabei und man wusste noch nicht wo es hingehen sollte [...] Es waren auch die bis dato gereiftesten Songs". Mit den Aufnahmen auf Seid umschlungen Millionen haben sie nun endlich die von der Band gewünschte Form erreicht.

Mittwoch, 24. September 2014

Das war das Reeperbahn Festival DAY 2


Donnerstag startet mit strahlend blauen Himmel, Sonnenschein und einem vollem Line-Up. Halbwegs ausgeschlafen geht es also am frühen Nachmittag wieder Richtung Spielbuden Platz und direkt zum ersten Konzert.

Eine bessere Wahl für den ersten Act des Tages ist angesichts der mir entgegen schallenden, träumerisch mit Echo hinterlegten, Gitarrenklänge wohl kaum vorstellbar. Auf der Bühne steht Olivier Heim mit seinem Soloproject Anthony Chorale. Begleitet wird er auf dem Keyboard und dem Drumcomputer. Die Fläche vor der Bühne ist noch verhältnismäßig  leer,  doch allen, die sich zur frühen Stunde zum Festival gewagt haben, ist die Entspannung angesichts des Sounds von Anthony Chorale anzusehen. Der letzte Song der kurzen Warm-Up Show geht vorbei und noch immer etwas verträumt verlasse ich die Spielbude. 


Nach einem Kaffee, einem ziemlich leckerem Eis und einem Gespräch mit Olivier Heim über sein ständiges Umziehen, sein aktuelles Projekt und Warschau, geht es zum nächsten Konzert. Boreal Sons geben sich im Rahmen des Canadian Blast Showcase im Neidklub die Ehre. Der Sound von Boreal Sons ist zum Glück nicht ganz einfach zu beschreiben. Es ist eine Mischung aus Folk und der Komplexität von modernem Jazz-Pop am Keyboard. Ihre Strukturen wirken häufig chaotisch, doch immer scheint doch ein Plan dahinter zu stecken, der zu einer Auflösung führt. 


Eigentlich wäre im Anschluss an die 4 Jungs aus Canada ein kurzer Auftritt von Die Nerven auf der Astra Bühne geplant gewesen. Später wird klar, auf der Bühne macht die Anlage nur 80dB und das ist natürlich viel zu wenig.  
Trotz dieses Ausfalls bleiben wir bei den hiesigen Bands. Coma spielen in der Prinzenbar. Eine geniale Mischung aus elektronischen Klang- und Tanzwelten und dem noch analog und live eingespieltem Schlagzeug. Technobeats handgemacht, hört man nicht alle Tage, steht den elektronischen Beats in nichts nach und die Präzision des Drummers ist einfach schön mitanzuhören. Doch auch das Gesamtpaket ist stimmig, die Lieder bauen sich stetig auf und verleiten zum frühabendlichen Rave.


Zum Glück war die Astra Bühne nur als Aufwärmübung für Die Nerven gedacht, die eigentliche Show findet erst später im Molotow statt. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken haben wir uns noch Malky beim N-Joy Bus gegeben. Malky kommen aus Deutschland und sind in dem was sie machen auf keinen Fall untalentiert. Den Soul-Pop bringen sie gut rüber und auch die etwas gönnerhafte, Schwiegermutters-Liebling-Attitüde wirkt gekonnt. Für mich aber einfach doch zu glatt und zu viel Micheal Buble. 


Da trifft es sich ganz gut, dass noch ein kurzer Besuch bei Taymir ansteht. Schöner Rock kann einfach immer noch überzeugen. Ein wenig wie eine Schülerband wirken Taymir anfangs schon, doch die Bühnenshow beweist, dass sie diesem Image längst entwachsen sind. Überzeugende Soli werden an der Gitarre mit einer Lässigkeit vorgetragen, dass man sich im Anschluss an das Konzert wünscht, man hätte doch auch ganz gerne eine Band und wäre nur ein bisschen mehr Rockstar. 


Das Warten hat endlich ein Ende und das Molotow einen würdigen Spielpartner gefunden. Schon mit dem ersten Ton aus den Verstärkern von Die Nerven wird klar, warum der frühabendliche Auftritt abgesagt werden musste. Diese Musik gehört laut. Noch viel deutlicher als auf Platte kommt der Hang zum Post-Rock zum Vorschein. Die Stimmen von Bassist und Gitarrist stehen im Hintergrund während die Show eindeutig der Verzerrung und der Lautstärke gehört. Die Botschaft der Songs bleibt auch so verständlich und wirkt insgesamt noch viel gewaltiger, als es mir je vorgekommen ist wenn ich die Lieder zu Hause aufgedreht habe. Die Nerven gehören nicht nur zu dem besten was sich in der Deutschen Musiklandschaft aktuell so tummelt, sondern auch zu einer der besten Live Bands, die ich in den letzten Jahren sehen konnte.
So wird man mit tauben Ohren in die Nacht entlassen und ein fantastischer Donnerstag geht vorbei.



Montag, 28. April 2014

Human Abfall - Tanztee von unten



Die Wut der 1980er Jahre kehrt langsam aber sicher in die Musikregale der jungen Erwachsenen zurück. Bands wie Die Nerven oder Messer nähern sich schon länger der Akzeptanz der breiten Masse an und sind damit nicht die einzigen. Am 15. Mai wird das neue Album von Human Abfall als Hardcopy auf dem Markt erscheinen. Es trägt den rätselhaften Namen Tanztee von unten und enthält 10 Songs, die einen in die bedrückene Realität der anonymen Betonkolonien deutscher Großstädte und die Enge des Alltags zwängen, um diese Grenzen gleich darauf durch wütende Gitarrensounds und trotzige Texten zu sprengen.

Liest man sich die Biografietexte der jungen Stuttgarter Band durch, werden dort nicht nur Verbindungen zu den Goldenen Zitronen und Einstürzenden Neubauten, sondern auch zu Literaten wie Kafka und Dürrenmatt gezogen. Ungeachtet dessen, ob das jetzt vielleicht etwas hoch gestochen ist, lässt sich doch behaupten, dass die vier Jungs mit ihrem neusten Werk den aktuellen Trend bedienen, während es ihenen gelingt ihren Eigenen Stil halten.

Vielleicht fördern und fordern ruhige Zeiten, wie die aktuelle, umso mehr Wut in der Musik um nicht im Gute-Laune-Mainstream zu ertrinken und die Rebellion der Jugend gegen die Konformität aufrecht zu erhalten.


Mittwoch, 19. Februar 2014

Kurz und knapp: Die Nerven (nicht)



Heute begeben wir uns mal in für uns unbekannte Gefilde.
Aus gegebenem Anlass wollen wir euch heute mal kurz und knapp die neue deutsche Band die Nerven vorstellen.
Die Nerven lassen sich am besten so beschreiben: Ein bisschen Post-Punk, ein bisschen Joy Division und ein Hauch der Goldenen Zitronen.
Ein paar Songs von ihnen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig aber manche sind auch echt totale Kracher. Einer ihrer Top-Songs ihres erst kürzlich erschienenen Debütalbums FUN, ist auf jeden Fall Eine Minute schweben.
Also wer morgen Abend noch nichts vorhat und zufällig 14€ auf der hohen Kante, der sollte mal einen Abstecher ins Uebel und Gefährlich wagen.
Beginn ist um 21 Uhr.