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Donnerstag, 28. Mai 2015

Mammút - River's End


Island ist nicht nur geologisch eines der spannendsten Länder dieser Erde, sondern ist auch kulturell mit wohl keinem anderen zu vergleichen. Geprägt vom fehlenden Tag-Nacht-Rhythmus, der Einsamkeit, der einzigartigen Landschaft und der im ganzen Jahr anherrschenden Kälte, sind isländische Musiker immer etwas ganz besonderes. Sei es Björk, FM Belfast oder Sóley, alle Musiker beziehungsweise Isländer quellen nur so über vor verschrobener Kreativität. Dieser Riege gesellen sich nun auch Mammút hinzu. Die fünf Musiker aus der Hauptstapt Reykjavik veröffentlichen Morgen ihre neue EP Rivers End. In Island sind die Musiker schon wahre Stars und haben 2014 drei Islandic Music Awards abgeräumt. Mammút überzeugen mit einer wunderbaren Mischung aus düsteren und experimentellen Klängen, Post-Punk und der brüchigen Stimme von Frontsängerin Alexandra Baldursdóttir.

Beginnt Rivers End noch mit einem stark experimentell geprägten Stück, entfaltet es spätestens mit den letzten beiden Songs die volle Pracht des Post-Rock. Eigentlich singt Alexandra übrigens auf Isländisch erst durch die steigende internationale Aufmerksamkeit haben sich die fünf Musiker dazu entschlossen, auf Englisch zu singen.



Wer von Mammút mindestens genauso angetan ist wie wir beide, der sollte dieses Jahr auf keinen Fall das MSARTVILLE MANIFEST auf dem Dockville-Gelände verpassen. Dort wird Mammút nämlich auf der Bühne stehen.

Freitag, 26. September 2014

Das war das Reeperbahn Festival DAY 3



Der Freitag steht für uns im Zeichen von Interviews und Isländischen Bands. Mittags stehen noch die langsam zur Gewohnheit werdenden Warm-Up Konzerte in der Spielbude auf dem Programm, doch sowohl Berndsen als auch Samaris zeigen sich später von ihrer noch besseren Seite auf großen Bühnen. 
Richtig los geht es am frühen Abend mit Berndsen, der Isländischen 80er-Synthie Band. Typisch nordisch begrüßt der rothaarig bärtige Sänger, nach dem die Band benannt ist das Publikum und die Zeitreise geht los. Diese Musik klingt nicht wie 80er Dance-Pop, sie ist es. Gespielt wird ausschließlich auf Instrumenten, die damals auf dem Markt waren und das hört man. Der Sänger hat übrigens die Vorliebe in das Publikum zu springen und die Leute mit in die Show einzubeziehen.

Pflichttermin auf dem diesjährigen Reeperbahn Festival war auf jeden Fall die junge Band aus Wien mit dem wunderbaren Namen Bilderbuch. Auf die Tücken des Festivals vorbereitet waren wir deutlich vor Beginn des Konzerts am Grünspan, doch wie sich rausstellte konnten wir unser Bier sogar noch entspannt austrinken bevor es nach vorne ging. Dass man hier dem aktuellen Hype der deutschsprachigen Musikszene gegenüber steht, merkt man schon an der Masse von Fotografen im Bühnengraben. Die Performance und der Sound zeigt allerdings genauso, dass dieser Hype durchaus gerechtfertigt ist. Starker Einstieg mit Feinste Seide und eine Gestik, die nicht wenige an Falco erinnert.

Von den lautstark hervorgebrachten Pop-Hymnen geht es für 5 Minuten weiter ins Moondoo nur um festzustellen, dass die Türsteher keinen guten Job machen und es leider komplett überfüllt ist. The Acid fliegt kurzfristig aus unserem Programm, so ein Gedränge macht keinen Spaß.
Stattdessen geht es in die Prinzenbar zu Samaris. Wer noch nie von diesem Trio gehört hat, dem sei verziehen. Uns ging es bis vor zwei Wochen noch genauso. Samaris tragen isländische Gedichte aus dem 19. Jahrhundert vor. Begleitet wird das von einer Klarinette und Techno-Beats. Und ja, es ist genauso abgefahren wie es sich anhört. Innerhalb kürzester Zeit war das gesamte Publikum in Trance und bewegte sich rhythmisch zu den Beats von Samaris.  Achso, so ganz weit von The Acid sind die drei dann doch nicht entfernt, immerhin traten sie als Vorband auf der England Tour von The Acid auf.

Nach diesen sphärisch verträumten Klängen waren wir für eine kurze Unterbrechung ganz dankbar um wieder in unserer Welt anzukommen. Nach ein paar Bier hatte uns die Prinzenbar dann aber auch schon wieder in Besitz genommen. Das Set-Up hatte gewechselt und verantwortlich für den Ausklang dieses gelungenen dritten Tages waren die Jungs von Roosevelt und Coma, die in Kollaboration ein sehr gelungenes Electronica-Techno Set an die Menge brachten. Das Set erinnerte über Passagen stark an das Boiler Room Set von Roosevelt, aber das kann ja auch ordentlich was. Laune gemacht hat es alle Mal und gegen kurz nach 4 konnte mit gutem Gefühl der Heimweg angetreten werden.