Den Sonntagsgruß gibt es heute mit einem Tag Verspätung, aber dank Pfingsmontag fällt das auch nicht so stark ins Gewicht. Wir haben mal wieder die Augen aufgehalten nach neuen, überzeugenden oder einfach besonderen Musikvideos. Im Gepäck haben wir dieses mal audiovisuelles Gold von Vierkanttretlager, Gwilym Gold, The Mountain Goats und FFS.
Los geht es mit der Band aus der grauen Stadt am Meer. Vierkanttretlager befinden sich zur Zeit in einem wahren Videowahn. Das Video zu 34 Narben ist bereits das vierte Musikvideo zu einem Song aus ihrem neuen Album Krieg & Krieg, das am 17.04. erschienen ist. Wieder einmal ist auch Jonas Vahl, der an allen Videos der Krieg & Krieg Reihe mitwirkte, an der Videoentstehung beteiligt.
Gwilym Gold, der Frontman der Indie-Dance Formantion Golden Silvers, die sich 2010, nur ein Jahr nach Erscheinen ihres Debütalbums wieder auflösten, ist zurück. Am 22.06. wird seine neue Soloplatte A Paradise bei Brille Records erscheinen. Seine aktuelle Musik klingt weniger nach Indie oder Pop sonder bewegt sich mit seinen elektronischen Beats eher in der Randgebieten des Techno, greift aber auch auf klassische Streicher Arrangement und Trip-Hop Rythmen zurück. Gwilym Gold machte durch die Art des Release seines ersten Solo-Albums auf sich aufmerksam. Das Album konnte nur über die App Bronze angehört werden, die die Songs bei jedem Hören ein klein wenig veränderte und es so unmöglich machte, dass ein Song bei mehrmaligen Anhören gleich klang.
The Mountain Goats sind schon ewig in Musikgeschäft. Seit ihrer Gründung 1991 hat das Lo-Fi und Amerikana-Folk Projekt von John Darnielle bereits 20 Alben veröffentlicht. Auf dem neuesten Album Beat the Champ befindet sich unter Anderem auch der Song The Legend of Chavo Guerrero, ein Tribut an den Wrestler Chavo Guerrero Sr.. Im Video wird Darnielle von seinem, inzwischen 66 jährigen Helden Chavo aus dem Ring und vor einer sicheren Niederlage gerettet. Viel Lipsync und der Charme von alten VHS Kassetten.
The Mountain Goats "The Legend of Chavo Guerrero" from Merge Records on Vimeo.
Eine Supergroup, eine Supergroup. Franz Ferdinand hat sich zusammengetan mit Sparks. Die Geschichte von Sparks beginnt in den 60er Jahren als Rockband aus Los Angeles, doch wandelte sich der Stil der Band immer mehr in Richtung Elektro Pop. Anfang des Jahres gaben Franz Ferdinand Sparks (FFS) einige Live Termine bekannt. Am 08.06. wird das selbstbetitelte Debüt Album bei Domino Records erscheinen, produziert wurde das ganze von John Congleton (Cloud Nothings, The Districts).
Mit Johnny Delusional präsentieren FFS ihr erstes Musikvideo.
FFS - Johnny Delusional from AB/CD/CD on Vimeo.
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Montag, 25. Mai 2015
Donnerstag, 16. April 2015
Vierkanttretlager - KRIEG & KRIEG (Album Review)
Noch immer stehen ihre ersten Songs auf MySpace, verlassen und einsam, wie ihre Heimatstadt Husum im Winter. Noch ohne Casper erklingen hier, auf den Ruinen eines Internetriesen der Nullerjahre die ersten Songs einer Band, die den langen Weg aus den Jugendzentreten der Heimat, über Hamburg bis in die ganze Republik ab morgen mit einem weiteren Album antritt. MySpace ist schon lange gestorben, Vierkanttretlager blühen auf wie Kaktusblüten.
KRIEG & KRIEG ist der Name des neuen Langspielers und gleichzeitig des Eröffnungssongs. Von einer lauten, harten Instrumentalisierung hinterlegt, besingt ein wütender Max Leßmann die Absurdität, dass die Menschen im Krieg wenigstens das Leid teilen. Das Lied zeigt die allgemeine Richtung des Albums an, das den Nachfolger des 2012 erschienenen Die Natur greift an darstellt. Ein wenig härter als der Vorgänger, ein wenig wütender und trotzdem ähnlich emotional. Die Betonung liegt nun nicht mehr auf der Menschwerdung und die Thematik ist weniger tief verankert in der coming-of-age und coming-to-city Problematik, wie es noch im Debüt der Fall war.
Als Konstante schiebt sich immer wieder Leßmanns lyrische Präsens in den Mittelpunkt und schafft es mit präzisen Worten Situationen so banal, wie sie nun einmal sind, und doch so ausführlich zu umreißen, wie es wenige Künstler schaffen. Weniger nordisch, aber nicht weniger passend, verhält es sich dieses Mal mit der Instrumentalisierung. Das Akkordeon weicht dem exzessiven Flanger oder wie in Der letzte Satz der Welt der Orgel. Nachdem im Hauptteil die sanften Orgelklänge hinter dem Schlagzeug verschwinden, erinnert der Song tatsächlich mehr an Findus, als an Vierkanttretlager des ersten Albums.
Doch auch wenn die Großstadthärte die nordische Rauheit an den Rand des Geschehens gedrängt hat, finden sich auch auf KRIEG & KRIEG vertraute Klänge und Songs in denen Max Leßmann auf ein neues unter Beweis stellt, das er die seltene Kunst beherrscht, Poetik, Pathos und Kitsch in Texte zu verpacken, denen all dies nicht im geringsten übel nimmt.
Auf die Spitze getrieben werden die Song gewordenen Gedichte allerdings in dem in der Deluxe Edition des Albums beiliegenden Hörbuch, geschrieben und eingesprochen von Leßmann selbst. Das Hörbuch polarisiert. Entweder man flüchtet vor den Klischees, die hier aneinander gereiht werden oder man kriegt Gänsehaut. Bei mir war es eher das Zweite und ich finde das ganze eine schöne Idee und empfehle jedem sich die Ausschnitte auf Youtube anzusehen.
Insgesamt ist zu erkennen, wie die sowieso schon immer sehr ernste Band aus der grauen Stadt, in den letzten Jahr unausweichlich gereift ist und ein Album geschaffen hat, das sich nicht zu verstecken braucht. Lieder wie 34 Narben und Schweigen gehören wohl zu den besten Stücken auf KRIEG & KRIEG, obwohl oder gerade weil sie so schön leise daher kommen.
KRIEG & KRIEG ist der Name des neuen Langspielers und gleichzeitig des Eröffnungssongs. Von einer lauten, harten Instrumentalisierung hinterlegt, besingt ein wütender Max Leßmann die Absurdität, dass die Menschen im Krieg wenigstens das Leid teilen. Das Lied zeigt die allgemeine Richtung des Albums an, das den Nachfolger des 2012 erschienenen Die Natur greift an darstellt. Ein wenig härter als der Vorgänger, ein wenig wütender und trotzdem ähnlich emotional. Die Betonung liegt nun nicht mehr auf der Menschwerdung und die Thematik ist weniger tief verankert in der coming-of-age und coming-to-city Problematik, wie es noch im Debüt der Fall war.
Doch auch wenn die Großstadthärte die nordische Rauheit an den Rand des Geschehens gedrängt hat, finden sich auch auf KRIEG & KRIEG vertraute Klänge und Songs in denen Max Leßmann auf ein neues unter Beweis stellt, das er die seltene Kunst beherrscht, Poetik, Pathos und Kitsch in Texte zu verpacken, denen all dies nicht im geringsten übel nimmt.
Auf die Spitze getrieben werden die Song gewordenen Gedichte allerdings in dem in der Deluxe Edition des Albums beiliegenden Hörbuch, geschrieben und eingesprochen von Leßmann selbst. Das Hörbuch polarisiert. Entweder man flüchtet vor den Klischees, die hier aneinander gereiht werden oder man kriegt Gänsehaut. Bei mir war es eher das Zweite und ich finde das ganze eine schöne Idee und empfehle jedem sich die Ausschnitte auf Youtube anzusehen.
Insgesamt ist zu erkennen, wie die sowieso schon immer sehr ernste Band aus der grauen Stadt, in den letzten Jahr unausweichlich gereift ist und ein Album geschaffen hat, das sich nicht zu verstecken braucht. Lieder wie 34 Narben und Schweigen gehören wohl zu den besten Stücken auf KRIEG & KRIEG, obwohl oder gerade weil sie so schön leise daher kommen.
Krieg & Krieg erscheint am 17.04.2015 bei Buback
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