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Freitag, 22. Mai 2015

Becoming Real - Pure Apparition


Becoming Real: So heißt nicht etwa ein Kapitel aus 50cent’s Biographie, sondern das Alias des in Glasgow lebenden Produzenten Toby Ridler. Doch die Biographie seines Debütalbums Pure Apparition ist wohl fast genauso dramatisch wie die des amerikanischen Gangster-Rappers. Nachdem Tobys  Debütalbum vor zwei Jahren nahezu fertig war, viel es kurz darauf einem Computercrash zum Opfer. So ein Pech muss man erst einmal haben. Toby Ridler aka Becoming Real hat sich daraufhin allerdings nicht in Selbstmitleid ertränkt, sondern die Arbeit wieder aufgenommen und veröffentlicht nun im zweiten Anlauf sein Debütalbum Pure Apparition. Nebenbei hat er es auch noch geschafft Shows mit SBTRKT, Grimes, Mount Kimbie und Salem zu spielen. Spätestens jetzt solltet ihr eure Ohren spitzen, denn verstecken braucht sich Becoming Real hinter diesen Namen keineswegs!


Der Sound von Pure Apparition ist schwierig zu beschreiben, ohne dass man dabei bei Floskeln wie träumerisch, melancholisch oder wirklichkeitsfern landet, denn wirklich greifen lassen sich die Songs von Becoming Real nicht. Zwar ist der Künstler im Techno verankert und das hört man seinen Songs auch an, doch das einzigartige Zusammenspiel von Grime, Techno, Minimal und ein bisschen Distortion verschlägt die Songs auf eine weitaus höhere Ebene. Jeder Song steht dabei für sich allein und zeigt neue Facetten. Da gibt es Songs wie Bleach, The Deal Set Adrift und D.A.R.E, die einen mental in einen geheimen Londoner-Underground-Club befördern, aber auch Tracks wie Tokyo, die so gar nicht zum Tanzen, sondern eher zum Träumen im Park einladen. Und schlussendlich sind da noch Lieder wie Comets Pull, die einen nur mit Fragen zurücklassen.

Becoming Real möchte sich in keine Schubladen stecken lassen und das merkt man seinem Album auch an. Pure Apparition bedient die volle Bandbreite zwischen Dancetracks  und Kunstinstallationen und ist somit jetzt schon eines der einzigartigsten Alben des Jahres. Jeder, der sich nicht so schnell abschrecken lässt und gerne Mal über den Tellerrand schaut, sollte dieses Album unbedingt einmal gehört haben. Jeder andere sollte das Album wegen seiner unfassbar guten Technotracks hören!

Pure Apparition ist heute dem 22.05.2015 bei Transgressive Records erschienen

Mittwoch, 20. Mai 2015

Cosmo Sheldrake

 
Irgendwo zwischen Noise-Samples, Klick-Beats, englischem Folk und irischen Melodien bewegt sich die Musik von Cosmo Sheldrake; nicht genau zu verorten, aber dafür mit definitivem Ohrwurmpotenzial.

Der Mittzwanziger aus London, spielt  und sammelt nicht nur mehrere Instrumente und hat eine Zeit lang in einem Zelt auf dem Dach eines Hauses gewohnt, er ist auch über verwirrende Grade mit der Frau von Johnny Flynn verwandt. Genau durch diese Beziehungen wurde Cosmo auf die Tour von Johnny Flynn mitgenommen und trat sowohl im Vorprogramm mit seiner Soloshow, als auch als Teil von Flynns Band auf. Eine anstrengende Zeit, die ihn aber als Künstler weit gebracht hat, so Sheldrake.



Eine Zeit lang veröffentlichte Sheldrake seine Lieder einfach im Internet, doch mit The Moss erschien Anfang 2014 die erste Single auf dem Label Transgressive Records. Im März diesen Jahres folgte die EP Pelicans We. Was auf The Moss noch eher nach Folk mit verhaltenen Elektronika Einflüssen klingt, wandelt sich auf Pelicans We zu ausdrucksstarken Sample- und Looprhythmen, die Bezug  auf die Beatboxvergangenheit Sheldrakes zu nehmen scheinen.
Neben seinen Künsten am Midicontroller beweist Cosmo Sheldrake aber vorallem, dass seine doch recht speziellen Songs durchaus Hitpotential bieten. Besonders Rich, für den Anndreyah Vargas ihre Stimme dazu gesteuert hat, überzeugt durch seinen liebevoll gebastelten Beat und den eingängigen Refrain.
Neben guten Liedern, scheint Cosmo Sheldrake außerdem ein Händchen für interessante Live Videos zu haben. So begleitet der Musiker für das Video zum Song The Fly eine Fischermannschaft auf ein Boot zum Tintenfischfangen.